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9. November 2008, 19:32 Uhr
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Barack Obama wehrt sich gegen Bush

Der noch amtierende US-Präsident George W. Bush hat seinem Nachfolger Barack Obama eine reibungslose Amtsübergabe versprochen. Dennoch gibt es Streit wegen umstrittener Vorhaben, die Bush noch durchsetzen will. Und auch wegen der US-Raketenabwehr hat es offenbar ein Missverständnis gegeben.

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Will nach seinem Amtsantritt zügig mit Hilfe von Präsidentenverfügungen handeln: Barack Obama© Pablo Martinez Monsivais/AP

Der designierte US-Präsident Barack Obama will sich Versuche von Amtsinhaber George W. Bush nicht bieten lassen, in seinen letzten Regierunstagen noch umstrittene Vorhaben zu verwirklichen. John Podesta, Chef von Obamas Übergangsteam, sagte in einem Interview, die Regierung Bush versuche sogar noch in diesen Tagen "aggressiv, Dinge zu tun, die wahrscheinlich nicht im Interesse unseres Landes sind".

Obama werde nach seinem Amtsantritt am 20. Januar zügig mit Hilfe von Präsidentenverfügungen handeln, ohne dabei auf den Kongress warten zu müssen. So will die Bush-Regierung nach Podestas Worten beispielsweise in einem ökologisch sensiblen Gebiet im Staat Utah nach Öl und Gas bohren lassen. "Das ist ein Fehler", sagte Obamas Berater. Auch Umweltschützer haben bereits gegen den Plan protestiert. Auch die von Bush verfügten Beschränkungen bei der Stammzellenforschung, für die sich vor allem Abtreibungsgegner vehement eingesetzt haben, will der designierte Präsident nicht stehen lassen. Obama unterstützt die Forschung, um damit Fortschritte im Kampf gegen Krankheiten wie Alzheimer zu erzielen. Obama wird in dieser Woche erstmals seit seinem Wahlsieg im Weißen Haus mit Bush zusammentreffen. Bush hat seinem Nachfolger eine reibungslose Machtübergabe zugesichert und versprochen, Obama vollständig über alle Entscheidungen zu informieren, die er bis zum 20. Januar noch treffen wird.

Steinmeier rechnet mit Guantánamo-Schließung

Obama wird nach Ansicht von Außenminister Steinmeier das US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba nach seinem Amtsantritt schließen. Dies sei seine feste Überzeugung, sagte er am Sonntagabend bei einer Veranstaltung der Bundeszentrale für politische Bildung in Berlin. Die meisten der in dem Lager seit Jahren unter Terrorverdacht einsitzenden Häftlinge, die nicht verurteilt wurden, könnten mit einiger Sicherheit in ihre Herkunftsländer zurückkehren. Bei anderen, denen in ihrer Heimat Verfolgung drohe, sei dies wahrscheinlich nicht möglich. Er rechne damit, dass die USA mit Deutschland und anderen Verbündeten das Gespräch über eine mögliche Aufnahme dieser Personen suchen werden, fügte Steinmeier hinzu.

In der Außenpolitik hat Obama seine Kontakte verstärkt und mit mehreren Staats- und Regierungschefs telefoniert. Der russische Präsident Dmitri Medwedew gratulierte Obama nach Angaben des Kremls zu seiner Wahl und regte ein rasches Treffen an. Gemeinsam wolle man an den russisch-amerikanischen Beziehungen arbeiten, hieß es in der Erklärung weiter. In dem Telefonat mit dem polnischen Präsidenten Lech Kaczynski ging es auch um das umstrittene Raketenabwehrsystem der USA. Obama und Medwedew hätten den Wunsch nach einer konstruktiven Zusammenarbeit geäußert, um sich gemeinsam für die weltweite Stabilität und Entwicklung einzusetzen, erklärte der Kreml. Beide Länder hätten eine Verantwortung, ernsthafte Probleme globaler Natur anzugehen.

Streit um Raketenabwehrsystem

Zu den strittigen Themen gehören vor allem die Ausweitung der NATO auf osteuropäische Staaten und der Aufbau eines Raketenabwehrsystems der USA in Polen und Tschechien. Russland lehnt dies vehement ab und betrachtet es als Bedrohung der eigenen Sicherheit. Medwedew hat angekündigt, Kurzstreckenraketen in der Exklave Kaliningrad (Königsberg) zu stationieren. Wann Obama und Medwedew zusammenkommen, ist noch unklar.

Obamas außenpolitischer Berater Denis McDonough erklärte, Obama habe "ein gutes Gespräch" mit Kaczynski geführt. Darin sei es um die amerikanisch-polnische Zusammenarbeit gegangen. Zum Raketenabwehrsystem habe Obama keine Zusagen gemacht. "Seine Haltung ist wie schon im Wahlkampf, dass er ein Raketenabwehrsystem unterstützt, wenn die Technologie sich als einsatzbereit erwiesen hat", sagte McDonough. Dagegen erklärte der polnische Präsident zunächst in einer Stellungnahme, Obama habe die Bedeutung der strategischen Partnerschaft beider Länder betont. "Er sagte auch, dass das Raketenabwehr-Projekt fortgesetzt wird." Später ruderte ein Mitarbeiter Kaczynskis wieder zurück. Obama habe keine Erklärung zur Raketenabwehr abgegeben, sagte er. Gründe für die Diskrepanz zu den früheren Aussagen wurden nicht genannt.

AP/DPA
KOMMENTARE (10 von 23)
 
Gisella (10.11.2008, 12:20 Uhr)
wäre
es nicht besser, wenn wir alle-anstatt uns Sorgen über Obamaaa und seine zukünftige Politik-zu machen-uns um unsere Politk im eigenen Land kömmern sollten???Und dafür alle Energien dafür einsetzen????Wir haben gewusst, dass Flugzeuge der Amis mit Gefangenen in Deutschland zwischengelandet sind. Wir wussten Bescheid über Guantanamo-wir haben "Aufklärung" für die Amis im Irak betrieben. wir sind in Afghanistan und vieles andere mehr. wir haben "faule" Bankpakete von den amerikanischen Banken aufgekauft und uns damit in eine Krise gebracht-zusammengefasst -wir sind elende Mitläufer oder wie man in Amerika sagt "brown nosen". Weil wir im Ar....der Amis steckten und stecken werden. So, fangen wir an, vor der eigenen Türe zu kehren. Übrigens , habe ich gerade in Tampa mit einem Trucker gesprochen-die leben am Rande des Existensminimums-Stillstand im Baugewerbe, zu hohe Kosten zu niedrige Frachtraten. er denkt, dass Obamaaa viele, viele Jahre braucht , um den Mist vom Bush zu bereinigen. Obama hat ein elendes Amt übernommen.
endbenutzer (10.11.2008, 12:14 Uhr)
@Administrator
Naja... Ansichtssache würde ich sagen.
Administrator (10.11.2008, 12:01 Uhr)
@endbenutzer
Lieber endbenutzer,
wir haben hier einige Kommentare samt der sich beziehenden Antworten gelöscht. Ihr Kommentar war eine Antwort, die wir nicht stehen lassen konnten, da sonst der Kontext nicht erhalten geblieben wäre.
Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
endbenutzer (10.11.2008, 11:40 Uhr)
@kuki83:
"...Wenn es Frau Clinton geworden wäre, hätten Sie gemeckert, dass eine Frau den Job nicht machen könnte. Zudem würde Sie doch die gleichen Fehler machen wie ihr Gatte zuvor...."
.
Verstehe ich nicht. Clinton hat gute Arbeit geleistet und seinem Nachfolger Bush einen Haushaltsüberschuss hinterlassen. Leider hat Wahlbetrüger Bush letztlich die besseren Freunde gehabt..
endbenutzer (10.11.2008, 11:35 Uhr)
@kuki83:
Sorry wenn es jetzt etwas persönlich wird, aber ich habe den Eindruck, du leidest unter Verfolgungswahn. Es ist darüber hinaus billig zu mutmaßen, welche Einstellung ich gehabt hätte, wenn dieser oder jener Präsident statt Obama die Wahl gewonnen hätte. Dass die Welt verbesserungswürdig ist, steht außer Zweifel und meinen Optimismus habe ich deshalb noch lange nicht verloren. Man muss aber die Möglichkeit haben, Misstände beim Namen zu nennen - auch wenn man selbst nichts ändern kann. Oder wie stellst du dir vor, sollte eine kleine Nummer wie ich das weltweite Finanzsystem ändern?
kuki83 (10.11.2008, 11:05 Uhr)
@endbenutzer
Nein, es ist keine heile Welt in der wir leben, aber eine schöne. Es stimmt, dass wir Menschen noch immer keinen Weg gegen die Armut gefunden haben. Es stimmt, dass leider immernoch viele Menschen an Krankeiten sterben, welche man eigentlich schon besiegt hat. Es stimmt, dass die USA einen schlechten Präsidenten hatten. Es stimmt, dass die Banken sich verzockt haben und so eine gewaltige Krise veranstaltet haben. Aber durch ständiges nörgeln kann man die Welt nicht verändern. Und vorallem auch nicht mit radikalen Parolen, ob sie jetzt aus der rechten oder der linken Richtung kommen. Ich stelle mir das so vor: bevor Sie Obama das erste Mal gesehen haben, bevor Sie das erste Mal von ihm gehört haben waren Sie mit Sicherheit schon gegen Ihn. Er hätte sonst was machen und sagen können. Geglaubt hätten Sie ihm eh nicht. Wenn es Frau Clinton geworden wäre, hätten Sie gemeckert, dass eine Frau den Job nicht machen könnte. Zudem würde Sie doch die gleichen Fehler machen wie ihr Gatte zuvor. Wäre es McCain geworden hätten Sie über die Amis gemeckert, dass sie keinen Wandel wollen und weiter an den Republikanern festhalten. Dann wäre er Ihnen noch zu alt uns als ehemaliger Kriegsgefangener eh einer, der sich vor weiteren Kriegen nicht schäut. Ergo, egal wer es geworden wäre - sie hätten den neuen Präsidenten kritisiert.
Vincent_Vega (10.11.2008, 10:20 Uhr)
Amateur-Präsident???
Wußte gar nicht, dass man sich zuerst zum Präsidenten ausbilden lassen muss, um einer zu werden? Oder gibt es da eine Klasse wie im Profi-Sport?
Scherz beiseite, aber George W. Bush war bis zu Beginn seiner Amtszeit nicht mal aus den USA herausgekommen, Barack Obama dagegen hat schon einiges von der Welt gesehen, auch in Chicago von der unteren Perspektive.
Aus Anlass zur US-Wahl gab es eine Doku über fünf ehemalige US-Präsidenten; Ronald Reagan wurde auch belächelt, da er vorher Schauspieler war und doch ist er heute geradezu eine Ikone der Republikaner.
Man sollte Obama erst mal machen lassen; er ist zwar in erster Linie Präsident der US-Amerikaner, aber das muss nicht heissen, dass er genau dieselbe Schiene fährt wie Bush. Bush hat in vielen Dingen Alleingänge gemacht oder das "neue Europa" eingebunden, Obama wird mi vielen erst mal verhandeln um Kompromisse zu finden.
endbenutzer (10.11.2008, 10:09 Uhr)
@kuki83:
Außerdem: Was ist daran negativ, wenn man die Dinge beim Namen nennt? Nur weil dein Weltbild dann einzustürzen droht? Immer schön auf Heile Welt machen geht halt nicht. Wie heisst es zur Zeit so schön: "Das Leben ist kein Ponyhof"...
endbenutzer (10.11.2008, 10:06 Uhr)
@kuki83:
Ideen zur Verbesserung gibt es jede Menge. Jedoch ist hier nicht der richtige Platz dafür. Hier werden Artikel kommentiert - und auch Beiträge von "Mitkommentatoren". Nicht mehr und nicht weniger.
kuki83 (10.11.2008, 10:01 Uhr)
@endbenutzer
Schon ein paar Mal sind Sie mir hier als User aufgefallen. Ständig meckern Sie über die Arikel, kritisieren alles und jeden. Immer geben Sie einen negativen Kommentar ab? Jetzt machen Sie doch mal einen Vorschlag wie die Welt denn besser sein könnte. Wie sieht denn ihr ideales Weltbild aus? Alles und jeden schlecht zu machen ist wirklich einfach
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