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5. Juni 2007, 07:09 Uhr

Ärger auf dem Radar

US-Präsident George W. Bush will mit der tschechischen Regierung über Details des geplanten US-Raketenabwehrsystems in Osteuropa verhandeln. In der Bevölkerung gibt es Proteste dagegen. Und der Streit zwischen den USA und Russland über das Thema überschattet auch den G8-Gipfel.

Vor Bushs Ankunft gab es in Prag Proteste gegen den US-Raketenschild© Petr Josek/Reuters

Zu Beginn einer achttägigen Europareise verhandelt US-Präsident George W. Bush in Prag über die umstrittene Errichtung eines US-Raketenabwehrsystems in Mitteleuropa. Dazu wollen die USA in Mittelböhmen eine Radaranlage und in Polen Raketen stationieren. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte bereits unverhohlen mit militärischen Antworten auf die US-Raketenpläne gedroht. Der sich zuspitzende Streit zwischen Washington und Moskau droht den G8-Gipfel in Heiligendamm zu überschatten, wo Bush am Abend als erster der sieben ausländischen Staats- und Regierungschefs ankommen soll.

Neben Gesprächen mit dem tschechischen Staatsoberhaupt Vaclav Klaus und Regierungschef Mirek Topolanek stehen in Prag auch Begegnungen mit Vertretern der linken Opposition, die die US- Raketenpläne ablehnen, auf Bushs Programm. Tschechiens Vize-Ministerpräsident Alexandr Vondra hatte zuvor die Entschlossenheit seines Landes betont, bis 2012 eine US-Radaranlage stationieren zu wollen. Putins Erklärung bezeichnete er als "russische Muskelspiele" und "taktische Verhandlungsmanöver".

Unmittelbar vor Ankunft von US-Präsident Bush in Tschechien haben am Montagabend in Prag bis zu 2000 Menschen gegen das geplante Raketenabwehrsystem in Mitteleuropa protestiert. Während der Veranstaltung nahe dem Außenministerium lehnten Redner das Projekt des Pentagons grundsätzlich ab oder forderten zumindest eine Volksabstimmung. Nach bisherigem Stand soll Anfang 2008 das Parlament in Prag über die mögliche Stationierung einer US-Radarstation in Mittelböhmen entscheiden. Allerdings lehnen Umfragen zufolge fast zwei Drittel der Tschechen eine Beteiligung ihres Landes an dem System ab.

US-Regierung sucht nach Dialog

Der russische Präsident hatte in einem Interview mit Medien der G8-Staaten angekündigt, möglicherweise "neue Ziele in Europa" ins Visier russischer Raketen zu nehmen. Laut einem vom Kreml veröffentlichten Interview-Text sagte Putin: "Wenn die Amerikaner einen Teil ihres strategischen Nuklearpotenzials nach Europa verlegen und wir (...) dadurch bedroht werden, sind wir gezwungen, entsprechende Gegenmaßnahmen zu unternehmen (...). Natürlich müssten wir dann neue Ziele in Europa ins Visier nehmen."

Die US-Regierung sucht nach Worten von US-Sicherheitsberater Stephen Hadley nach wie vor "den konstruktiven Dialog" mit Putin. Die Äußerungen des russischen Präsidenten seien angesichts der ohnehin gespannten Beziehungen "nicht hilfreich". Es gebe bedauerlicherweise "eine Eskalation in der Rhetorik", sagte Hadley. Der Sprecher des US- Außenministeriums, Sean McCormack, betonte, Washington werde an den Plänen für die US-Raketenabwehr festhalten. Putin wird auf dem G8- Gipfeltreffen in Heiligendamm mit Bush zu einem Einzelgespräch zusammenkommen. Unmittelbar vor der Ankunft von Bush in Tschechien hatten in Prag bis zu 2000 Menschen gegen das geplante US-Raketenabwehrsystem protestiert.

DPA
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
davehaasters (05.06.2007, 12:16 Uhr)
back2topic
ich kann echt nicht verstehen, wieso diese vollidioten einen zweiten kalten krieg (oder vielleicht doch etwas wärmer als damals) heraufbeschwören wollen. dummerweise kann der rest der eu dagegen nichts unternehmen ... meiner meinung nach sollten tschechien und polen klargemacht werden: ververft eure pläne oder ihr seid raus. das ist doch echt ungeheuerlich, dass solche nutznießer europas denken, sie könnten machen, was sie wollen.
Denimdemon (05.06.2007, 11:51 Uhr)
Seh ich genauso!
Was hier einige User meinen zu wissen (gmathol) das geht ja schon ins Lächerliche. Der Hass gegen Bush und Amerika ist ja schon zwanghaft geworden. Klar ich mag den Kerl auch nicht und seh mich auch in den nächsten 50 Jahren in den USA. Aber es wird wie immer von irgendwelchen Pseudointellektuellen (die Mehrheit der User hier) übertrieben was das Zeug hält.
Und "gmathol" hast du schonmal was von Paraphieren und Ratifizieren gehört? Bundeskanzlerin Merkel könnte George W. Bush alles unterschreiben, gültig wirds erst wenn unser nationales Parlament das ratifiziert.
Gut das ihr alle eine weisse Weste habt! Junge Junge...immer dieses dumme Geheule!
MfG
Brandon_Lee (05.06.2007, 11:13 Uhr)
@gmathol
Verschwörungstheorien ahoi !
Ihr Beitrag list sich, mit Verlaub gesagt recht wirr. Genausogut könnten Sie behaupten die Erde ist eine Scheibe und Amerika wurde nie entdeckt. Entbehrt alles irgendwie einem Bezug zur Realität. Nichts für ungut.Außerdem glaube ich nicht, daß Sie sich anmaßen sollten, wer von den Weltpolitikern vor Gerricht gestellt gehört und wer nicht.
Lammbock (05.06.2007, 09:57 Uhr)
Ich erinnere mich noch...
...wie mir damals in der Schule von einem Lehrer erklärt wurde, dass meine Klassenkameraden und ich die erste Generation sei, die nicht mehr direkt unter den Nachwirkungen des 2. Weltkrieges aufwächst und glücklich sein sollten, in Frieden aufwachsen zu können, ohne unter einer direkten Bedrohung oder Gefahr eines Krieges zu stehen.
Ich glaube, heute würde er seine Aussage zurückziehen. Ich hoffe, es bleibt nur "Der Kalte Krieg Part II - Die Rückkehr der Weltpolizisten"
gmathol (05.06.2007, 09:02 Uhr)
Schroeder und Merkel haben Landesverrat begangen.
Schroeder der uns weissmachen wollte, dass keine Soldaten in den Iraq geschickt wuerden was aber mittlerweile aufgedeckt wurde. Es Beteiligungen der Bundesmarine an ersten Angriffen auf Baghdad gegeben. Desweiteren hat Schroeder den Krieg in Afghanistan mit Soldaten unterstuetzt.
Merkel fuehrt diesen fatalen Kurs weiter und fuehrt auf Anordnung ihres Kriegsherren Bush Stoermaneuver in Richtung Russland durch.
Was hat Frau Merkel im letzten Monat bei ihrem Besuch in Washington DC alles unterzeichnet?
Hier handelt es sich um tiefgreifende Abkommen, die bis zur Uebereignung von deutschen Patenten, angeblich amerikanisches Sicherheitsinteresse, gehen.
Beide Politiker gehoeren vor ein Gericht gestellt.
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