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13. Juli 2007, 08:00 Uhr

Mehrheit für Irak-Abzug in 120 Tagen

Das von den Demokraten beherrschte Repräsentantenhaus hat für den Beginn des Abzugs aus dem Irak innerhalb von 120 Tagen gestimmt. Der Beschluss fiel trotz einer Vetodrohung des Präsidenten.

Der Präsident will die Irakpolitik im September überdenken© Chris Hondros/Getty Images

Das Votum des Repräsentantenhauses hat nur einen symbolischen Wert. Im US-Senat fehlt den Demokraten zurzeit noch die erforderliche Mehrheit, um einen Abzug zu beschließen. Bush hat erklärt, frühestens im September über einen Kurswechsel nachdenken zu wollen, wenn die Militärkommandeur ihren Bericht zur Lage im Irak vorlegen. Vor der Abstimmung im Repräsentantenhaus hatte die Regierung in einem Zwischenbericht festgestellt, dass die irakische Regierung bei der Umsetzung der von den USA geforderten politischen, militärischen und wirtschaftlichen Reformen nur geringe Fortschritte macht.

Regierung hinkt hinterher

Danach hat die irakische Regierung nur die Hälfte von 18 Zielvorgaben erfüllt. Die vier wichtigsten Reformprojekte auf dem Weg zu einer nationalen Aussöhnung sind entweder noch nicht umgesetzt oder überhaupt noch nicht in Angriff genommen worden. Der Kongress hatte den Bericht beantragt. Das Weiße Haus wirft Syrien in dem Bericht vor, es 50 bis 80 Selbstmordattentätern im Monat zu ermöglichen, in den Irak zu gelangen und das Terrornetzwerk Al Kaidas zu verstärken. Der Iran unterstütze weiterhin extremistische Gruppen. Zur Sicherheitslage heißt es, trotz einiger Fortschritte sei sie immer noch «schwierig und extrem herausfordernd». Das «wirtschaftliche Bild» sei unausgewogen und der Prozess zur politischen Aussöhnung hinke hinterher.

Weitere schwere Kämpfe erwartet

Im Sommer sei mit schweren Kämpfen zu rechnen, da die amerikanischen und irakischen Truppen nach ersten Erfolgen ihrer Offensive die Initiative behalten und die Voraussetzungen für eine langfristige Stabilisierung schaffen wollten. Den Kritikern an der Irak-Politik von Präsident George W. Bush - der demokratischen Mehrheit im Kongress - wird vorgehalten, die politische Versöhnung im Irak werde auch von der wachsenden Sorge irakischer Politiker aufgehalten, die USA seien möglicherweise nicht mehr zu einem langfristigen Engagement im Irak bereit.

AP

 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
oscarherz (14.07.2007, 17:43 Uhr)
Kriegsverbrecher
Wer hat diesen Bürgerkrieg zu verantworten? Wer ist der Agressor? Wer hat die Kriegsgründe konstruieren lassen? Hier geht es einzig um internationales Recht und den Mut es durchzusetzen. Zumindestens beim Namen muß man die Schuldigen nennen. Bush und Konsorten und unsere Frau Merkel wollte mitmachen. Schröder sei Dank.
J.Stahl (14.07.2007, 17:05 Uhr)
dirk
vieles was sie schreiben stimmt.ich habe nie gesagt das ich für diesen krieg bin.aber was meinen sie mit selbstkritik?wenn ein gerade mal 20jähriger u.s.soldat nach bagdad geschickt wird für 18monate oder so,er mit viel glück diese ganze geschichte überlebt und seine kameraden sterben sieht,nach hause kommt und sich erstmal besäuft,ich kann das echt verstehen.wieso sollte er sich hinsetzen und kritik üben?ich weiß aus eigener erfahrung das die meisten nach dem zurückkommen eine lebensaufgabe haben das ganze zu verarbeiten.sie werden es ihr leben lang nicht los.natürlich gibt es viele die es wahrscheinlich 20jahre danach noch richtig finden aber die mehrheit hat spätestens nach dem 3.einsatz eingesehen was da unten los ist.keiner von ihnen möchte gehen.der bürgerkrieg herrscht seit die u.s.truppen einmarschiert sind,leider.mir wäre es für das irakische volk anders auch lieber.zum glück hat mein verlobter nicht mehr allzu lang bei der army.dann gehts nach hause.er war auch schon im irak.
Dirk_37 (14.07.2007, 05:12 Uhr)
@Stahl
Naja,war gerade 8 Monate in den USA. Habe auch Freunde,die u.a. in der USAF dienen und im Moment zum 3. Mal "drüben" sind. Ich bete nicht,denn an einen Gott glaube ich nicht. Aber ich hoffe inständig,das alle unverletzt nach Hause kommen. Trotzdem: das Gebaren vieler der Heimkehrer erinnerte allzuoft an den guten alten Onkel Rambo. Da wird in einer Kneipe(zugegeben,einem Treffpunkt von überwiegend Marines) jedesmal zugeprostet"you did a great job..."etc. und div. Trauerminuten eingelegt,um gefallenen Kameraden die letzte Ehre zu erweisen. Im Vollsuff! Nun,nicht immer nach dem Schema,aber halt zu 50 %. Ich kann verstehen dass man sich nach Ankunft in der Heimat erst mal die Hucke vollhaut,aber wo bleibt die Selbstkritik?? 2 Themen waren und sind in den USA immer noch Tabu, zumindest abends in der Bar: Politik und Religion. Warum?? Angst vor der Wahrheit? Habe oft genug diese Tabus gebrochen und die Leute waren erstaunt,wie gut wir in Europa Bescheid wissen, doch in den US Medien wird nach wie vor eine Medienpropaganda nach dem Vorbild Göbbels betrieben. Und Bürgerkrieg herrscht im Irak seit dem völkerrechtswidrigen Wiedereinmarsch der USA,vorher wars zwar nicht demokratisch,aber wenigstens straff geregelt. Und wenn die US Regierung jedes Land überfallen möchte,in welchem keine Demokratie herrscht,dann viel Spaß noch. Dann wird ihr Verlobter (was ich nicht hoffe!) noch so einige lustige Reisen in aller Herren Länder unternehmen können.
J.Stahl (14.07.2007, 01:39 Uhr)
@thebender
du hast absolut recht und siehst wenigstens beide seiten was die meisten leute nicht tun!gute nacht
gruni36 (14.07.2007, 00:00 Uhr)
hallo zusammen
Feingefühl ist auch nicht grade Sache der Amerikaner. Ich hab Berichte gesehen wo amerikanische Offiziere arabische Stammesführer wie Kriminelle behandelt haben. Sicher waren es welche, aber in einem Land wo die Ehre alles ist und auch Blutvergießen zur Ehrenrettung normal ist muss man jeden mit Respekt behandeln. Auch wenn er es nicht selber verdient hat. Die anfängliche Begeisterung vor den Amerikanern ist auch deshalb so rasch umgeschlagen weil man auftrat wie früher der Adel unter Bauern
thebender (13.07.2007, 23:43 Uhr)
@ J.Stahl
Ja die Einzelschicksale sind immer traurig. Jedoch ist diese absolut verfahrene Situation ein Ergebnis der amerikanischen Aussen"politik". Zu oft hat die USA versucht Vormachtsstellungen durch Manipulationen zu erreichen. Saddam war einst glänzender Verbündeter der amerikaner, die ihn sogar ins Amt gehoben haben.
Evil-King hat jedoch auch recht. Die schöne Illusion das Gebiet zu demokratisieren schlug fehl. Nach dem Fall Husseins herrschen jetzt dort schlimmere Zustände als vorher. Beinahe täglich werden bis zu hundert Leute von diversen Autobomben zerfetzt. Nicht wirklich eine Verbesserung er Umstände für die Menschen dort.
Bei diesem Krieg gibt es nirgendwo Gewinner. Die Menschen dort unten sowie die amerikanischen Soldaten sind die Opfer.
Um zukünftig solche Situationen zu vermeiden, sollte die CIA wohl endlich mal ihre Finger aus der Weltpolitik raushalten sowie sehr viel mehr in die Bildung in Amerika investiert und gegen den christlichen Fundamentalismus vorgegangen werden, damit nicht wieder die extrem Konservativen mit guten Verbindungen zur Öl- und Rüstungsindustrie an die Macht kommen.
Schönen Abend noch.
J.Stahl (13.07.2007, 17:06 Uhr)
evil-king
halts maul!du hast doch bestimmt keine angehörigen in der u.s.army!da kannst du leicht so reden.ich will jedenfalls nicht das mein verlobter wie ein freund von mir im irak stirbt.dieser krieg ist einfach nur falsch.er hätte nie begonnen werden dürfen.mir tun die leute im irak auch leid,aber man muß auch ehrlich sagen das im irak bürgerkrieg herscht,mit oder ohne die amerik.streitkräfte.also wieso da weiterhin soldaten verschwenden.
Evil-King (13.07.2007, 10:17 Uhr)
Hilfe
Huch, die Sache wächst uns über den Kopf. Lasst uns abhauen...
Schön, wie groß der Sinneswandel auf Seiten der Demokraten (und teils auch Republikaner) sein kann, wenn etwas nicht so läuft wie es soll...
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