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30. August 2007, 11:42 Uhr

Sexaffäre um Schwulenfeind

Larry Craig sitzt seit Jahrzehnten im US-Kongress. Der erzkonservative Senator ist ein erbitterter Gegner der Gleichbehandlung von Homosexuellen. Doch nun ist der 62-Jährige selber in eine schmierige Sex-Affäre verwickelt. Diese könnte ihn den Job kosten.

Der republikanische Senator von Idaho Larry Craig während einer Pressekonferenz zu den Vorfällen© Joe Jaszewski/AP

Nach dem Eingeständnis unzüchtigen Verhaltens auf einer Herrentoilette steht der konservative US-Senator Larry Craig unter massivem Druck seiner Partei. Führende Vertreter der Republikaner fordern den Rücktritt des 62-Jährigen, der sich stets gegen mehr Rechte für Homosexuelle ausgesprochen hat. "Wer sich zu einer Straftat bekannt hat, sollte kein Mandat bekleiden", sagte Präsidentschaftskandidat John McCain in Washington. Das Präsidialamt äußerte sich enttäuscht über Craig.

Die Zeitung "Roll Call" hatte unter Berufung auf Polizeiakten berichtet, Craig sei im Juni auf der Herrentoilette des Flughafens von Minneapolis von einem Zivilbeamten festgenommen worden. Der Senator habe zuvor Zeichen gegeben, "die von Personen verwendet werden, die unzüchtiges Verhalten beabsichtigen". Craig bestreitet inzwischen allerdings, gegen Gesetze verstoßen zu haben. "Im Rückblick hätte ich mich nicht schuldig bekennen sollen", erklärte der Politiker in einer Stellungnahme weiter. Er habe die Angelegenheit nur schnell aus der Welt schaffen wollen. Der Senator aus dem Staat Idaho bestätigte, dass er sich Anfang des Monats im Zusammenhang mit dem Vorfall vor Gericht schuldig bekannte. US-Medien zufolge zahlte er eine Geldstrafe von umgerechnet rund 370 Euro.

"Ich bin nicht schwul, ich war nicht schwul"

Craig zog sich nach Angaben des Fernsehsenders CNN wegen der Affäre inzwischen aus der Wahlkampagne des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney zurück. Craig sitzt seit mehr als einem Vierteljahrhundert im US-Kongress. In der Vergangenheit stimmte er für einen Verfassungszusatz, der sich gegen gleichgeschlechtliche Ehe richtet. Außerdem votierte er gegen ein Gesetz, das eine Diskriminierung bei Einstellungen wegen der sexuellen Orientierung von Bewerbern unter Strafe stellt.

Bereits seit den 80er Jahren war der Politiker allerdings wegen seiner sexuellen Orientierung ins Gerede gekommen, zuletzt in einem Blog im Oktober vergangenen Jahres. Craig hat jedoch alle derartigen Veröffentlichungen als lächerlich zurückgewiesen. Craig bestreitet, homosexuell zu sein. "Ich bin nicht schwul, ich war nicht schwul", sagte er mit seiner Frau an der Seite. Matt Foreman von der National Gay and Lesbian Task Force warf Craig Heuchelei vor und sagte: "Was ist los mit gewählten Offiziellen wie Senator Craig? Sie treten für sogenannte Familienwerte ein und bekämpfen einen grundlegenden Schutz für Schwule, während sie bei anderen Männern heimlich Sex suchen."

DPA/AP/Reuters
 
 
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