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3. Juni 2008, 08:20 Uhr

Bill Clinton deutet Hillarys Rückzug an

Unmittelbar vor den letzten beiden Vorwahlen der US-Demokraten in South Dakota und Montana hat Ex-Präsident Bill Clinton einen baldigen Rückzug seiner Frau Hillary aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur angedeutet. Barack Obama will seine Rivalin indes zu einer Zusammenarbeit überreden.

Ihr letzter gemeinsamer Wahlkampf? Bill und Hillary Clinton in Sioux Falls, South Dakota, wo neben Montana die letzten beiden Vorwahlen der US-Demokraten stattfinden© Robyn Beck/AFP

Fünf Monate nach dem Auftakt geht das hart umkämpfte Rennen zwischen Barack Obama und Hillary Clinton um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten in die finale Runde. In South Dakota haben die letzten Vorwahlen begonnen. Senator Obama gilt in beiden Bundesstaaten als Favorit. Die Ergebnisse werden in der Nacht zum Mittwoch erwartet. Experten rechnen damit, dass Obama anschließend auch den Anspruch auf die Kandidatur erheben wird.

Unklar ist, was Clinton tun wird. US-Medien meinten, möglicherweise werde die 60-Jährige bald das Handtuch werfen. Es heißt, sie habe ihre Mitarbeiter nach New York zusammen gerufen. Dort wolle sie noch in der Wahlnacht eine "Botschaft verkünden".

Ihr Mann, der frühere US-Präsident Bill Clinton, deutete bereits einen baldigen Rückzug Hillarys aus dem Dauerduell mit Obama an. Heute sei möglicherweise der letzte Tag, an dem er an einem solchen Wahlkampf teilnehme, sagte Bill Clinton auf einer Wahlkampfveranstaltung in Milbank im Staat South Dakota. Bei der Vorwahl in Puerto Rico siegte die New Yorker Senatorin am Sonntag zwar klar über Obama, dennoch scheint an einer Nominierung Obamas nichts mehr vorbeizuführen.

Der Senator aus Illinois hat nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP bislang 2073 Delegierte hinter sich, Clinton 1915,5. Für die Nominierung sind 2118 Stimmen notwendig. Auch bei den beiden letzten Vorwahlen in South Dakota und Montana, wo es um die Stimmen von insgesamt 31 Delegierten geht, gilt Obama als Favorit. Die einstige First Lady wollte sich trotz der fast aussichtslosen Lage bislang jedoch nicht geschlagen geben.

Obama strebt Gespräch mit Clinton an

Obama bot seiner Rivalin ein Gespräch über eine mögliche Zusammenarbeit an. "Je eher wir die Partei zusammenbringen können, desto eher können wir uns auf John McCain im November konzentrieren", sagte Obama. Clinton könne die Bedingungen für das Treffen vorgeben. "Viele Menschen erkennen, dass es Zeit für uns ist, einzuschwenken und vorwärts zu gehen", sagte er. In Montana und South Dakota geht es um die Stimmen von insgesamt 31 Delegierten. Obama erklärte, er erwarte dort 15 weitere Delegiertenstimmen.

Die New Yorker Senatorin wollte trotz der nahezu aussichtslosen Lage bislang jedoch nicht aufgeben. Sie hofft noch auf die Unterstützung einiger unentschiedener Superdelegierter. Diese sind an den Ausgang der Vorwahlen nicht gebunden. Angesichts des knappen Rennens werden sie das entscheidende Zünglein an der Waage sein. Bei den Republikanern steht John McCain als Kandidat bereits seit Wochen fest. Die eigentliche Präsidentschaftswahl findet im November statt. George W. Bush darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten.

joe/AP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
mramorak (03.06.2008, 12:02 Uhr)
Aufgeben wollte sie nicht
Sie hat ihr Volk dazu gezwungen, sich gegen sie auszusprechen. Die beiden Clintons waren beide gewöhnt verwöhnt zu werden. Nun hat das ganze Volk ein Wort gesprochen, das die nicht erwartet hatten. Sie waren eben die Lieblinge der Medien und linken Intellektuellen. Aber bekantlich dürfen in einer Demokratie nicht nur die wöhlen - Gott sei Dank - sondern auch die einfachen Arbeiter und Hausfrauen - auch die verzweifelten. Und die werden höchstwahrscheinlich das ganze Kartenhaus der Demokraten zum Einsturz bringen, im November. Die Demokraten können jetzt schon thank you Clintons sagen. Aber auch die anderen, im Obama-Lager, haben viel zur Niederlage beigetragen.
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