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1. Februar 2012, 06:10 Uhr

Romney deklassiert Widersacher Gingrich

Der klare Sieger bei den US-Vorwahlen heißt Mitt Romney. Sein Triumph ist deutlich, dennoch dürfte das Rennen der Republikaner noch Monate weitergehen. Lachender Dritter ist Barack Obama.

Triumph für Mitt Romney bei den Republikanervorwahlen in Florida: Mit rund 46 Prozent der Stimmen hat der Ex-Gouverneur und Multimillionär seinen schärfsten Rivalen regelrecht deklassiert. Der Ex-Parlamentspräsident Newt Gingrich kam lediglich auf rund 32 Prozent, wie TV-Sender nach Auszählung von rund 95 Prozent der Stimmen berichteten.

Romney sprach von einem "großen Sieg". "Ich stehe bereit, um die Partei und unsere Nation zu führen", rief er seinen jubelnden Anhängern am Dienstagabend (Ortszeit) in Tampa zu. An die Adresse von Präsident Barack Obama fügte er hinzu: "Jetzt ist es Zeit für Sie, zur Seite zu treten."

Mit dem klaren Sieg in Florida gelang es Romney nach Ansicht von Experten zwar, eine entscheidend Hürde im Nominierungsrennen zu nehmen. Gingrich machte jedoch unmissverständlich klar, dass er nicht das Handtuch werfen wolle. "Wir werden an jedem Ort antreten", sagte Gingrich mit Blick auf die weiteren 46 bevorstehenden Vorwahlen bis zum Nominierungsparteitag der Republikaner Ende August.

Zugleich nahm Gingrich die enormen Wahlkampfgelder Romneys ins Visier. "Die Macht des Volkes wird die Macht des Geldes besiegen." Die Präsidentenwahlen im November seien "die wichtigsten Wahlen Eures Lebens", rief er seinen jubelnden Anhängern zu. "Wenn Barack Obama wiedergewählt würde, wäre dies ein Desaster." Obama trage die Verantwortung für hohe Arbeitslosigkeit und dümpelnde Konjunktur.

Alle blicken auf den Super-Tuesday am 6. März

Abgeschlagen auf den dritten Platz kam Ex-Senator Rick Santorum mit rund 13 Prozent der Stimmen, berichteten mehrere US-Sender übereinstimmend. Der libertäre Kongressabgeordnete Ron Paul landete demnach mit sieben Prozent auf dem letzten Platz.

Der stark religiös ausgerichtete Santorum appellierte, die Republikaner sollten ihre "Schlammschlacht" beenden. Er spielte damit auf den zunehmend rauen Ton und die rhetorischen Tiefschläge im Republikanerrennen an. Santorum beklagte auch die Überlegenheit von Romney und Gingrich in Sachen Wahlkampfgelder. "Das ist eine Sache der Ressourcen", versuchte er sein schwaches Abschneiden zu erklären.

Bereits am Samstag steht eine weitere Vorwahl in Nevada bevor. Als entscheidendes Datum schält sich aber immer mehr der "Super-Tuesday" am 6. März heraus. Dann wird in zehn Bundesstaaten abgestimmt.

Obama der lachende Dritte

Zwar war die Abstimmung in Florida bereits die vierte US-Vorwahl - aber nach Iowa, New Hampshire und South Carolina war es der erste Urnengang von entscheidender Bedeutung. Es ging um 50 Delegiertenstimmen für die Nominierung im August, deutlich mehr als bei den drei bisherigen Abstimmungen. Florida gilt zudem wegen seines hohen Bevölkerungsanteils an Latinos als ein wichtiger Stimmungstest - Obama hatte seinen Wahlsieg 2008 auch dem starken Abschneiden unter Latinos zu verdanken.

Insgesamt sind beim Republikaner-Parteitag Ende August 1144 Delegiertenstimmen nötig. Erst dann wird endgültig entschieden, wer gegen Obama antritt. Romney konnte bisher 89 Kandidaten gewinnen, Gingrich 27, wie der TV-Sender CNN berichtete.

"Lachender Dritter" des Republikanerrennens ist Obama. Er dürfte von den Tiefschlägen profitieren, die sich die Republikaner immer häufiger gegenseitig zufügen. Seit Wochen hat die Auseinandersetzung an Härte zugenommen. Gingrich etwa warf Romney immer wieder dessen frühere Tätigkeit als Unternehmerberater vor, bei der er Firmen stillgelegt, Jobs vernichtet und dabei selbst Millionen verdient habe.

Das Weiße Haus bereitet sich bereits seit Monaten auf Romney als wahrscheinlichsten Gegner bei der Präsidentenwahl am 6. November vor. Umfragen zufolge dürften sich Obama und Romney ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern.

kng/DPA
 
 
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