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4. Juni 2008, 02:15 Uhr

Obama erklärt sich zum Sieger - Clinton gibt nicht auf

Barack Obama ist am Ziel: Der demokratische US-Senator wird als erster schwarzer Kandidat überhaupt in den Präsidentschaftswahlkampf ziehen. Er hat den Vorwahlkampf gegen Hillary Clinton gewonnen. Die will aber immer noch nicht aufgeben.

Barack Obama feiert mit seiner Frau Michelle. Er hat den US-Vorwahlkampf der Demokraten gegen Hillary Clinton gewonnen© AP

Die Entscheidung im Duell zwischen den Senatoren Barack Obama und Hillary Clinton um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten ist gefallen. Mit den letzten Vorwahlen in South Dakota und Montana am Dienstag sicherte sich Obama den Sieg. Er wird für die Demokraten gegen den Republikaner John McCain um den Einzug ins Weiße Haus kämpfen. Damit ist er der erste schwarze Kandidat für das Präsidentenamt.

Zwar gewann Clinton nach Berechnungen des Fernsehsenders CNN die Vorwahl in South Dakota. Hier war eigentlich ein Sieg Obamas erwartet worden. Allerdings kommt Clintons Erfolg zu spät, denn gleichzeitig gewann Obama in Montana. Und nach Berechnungen von CNN übersprang Obama schon früh am Dienstagabend die Schwelle von 2118 Delegierten, die für eine Nominierung auf dem Parteitag der Partei im August in Denver nötig sind. Obama kommt nach CNN-Angaben derzeit auf insgesamt 2156 Delegierte. Dazu gehören die bereits gewonnenen gewählten Delegierten und die sogenannten Superdelegierten, nicht gewählte Parteihonoratioren mit freiem Stimmrecht auf dem Parteitag.

Derzeit geht CNN davon aus, dass Obama 1762 der gewählten Delegierten hinter sich hat. Zusätzlich werden demnach 394 der Superdelegierten für Obama stimmen. Viele der Superdelegierten, die sich bisher noch nicht für einen der beiden demokratischen Kandidaten entschieden haben, hatten angekündigt, sich unmittelbar nach den letzten Vorwahlen für einen Bewerber auszusprechen. Zuletzt hatte auch Ex-Präsident Jimmy Carter, ein hoch angesehener Demokrat und einer der sogenannten Superdelegierten, seine Unterstützung für Obama bekundet.

Die unterlegene Clinton gratulierte Obama und sagte in einer Rede in New York: "Er hat so viele Amerikaner inspiriert und als Resultat ist unsere Demokratie stärker geworden. Es ist eine Ehre gewesen, mit ihm zu kämpfen, und es ist eine Ehre, ihn als Freund zu haben." Sie sei entschlossen, die demokratische Partei zu vereinigen, "damit wir das Weiße Haus zurückerobern können". Allerdings gab Clinton ihre Kandidatur entgegen der Erwartungen vieler Beobachter noch nicht formal auf. Sie sagte: "Ich werde heute Nacht keine Entscheidungen fällen." Sie rief ihre Anhänger dazu auf, auf ihre Webseite zu gehen und dort ihre Meinungen kundzutun. Clinton sagte, sie werde sich in den nächsten Tagen mit ihrem Team besprechen, um eine Strategie festzulegen. Auch diese Äußerungen zeigen, wie schwer es Clinton fällt, ihre Niederlage einzugestehen und damit ihren Traum platzen zu lassen, nach ihrem Mann das Weiße Haus zu erobern.

Sie dankte ihren Unterstützern und erinnerte daran, dass eine Rekordzahl von Amerikanern zur Wahl gegangen ist. Clinton sagte, dass sie am meisten Wählerstimmen bekommen habe und erinnerte daran, dass sie die wichtigen "swing states" - zu denen gehören etwa Ohio oder Florida - gewonnen hat. "Ich bin so stolz dass wir unseren Kurs beibehalten haben, so dass jede Stimme gehört wurde."

Obama erklärt sich zum Sieger

Obama ließ jedoch kein Zweifel an seinem Sieg. "Ich werde der Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei sein", sagte Obama bei seiner Rede vor rund 20.000 Anhängern in St. Paul im Bundesstaat Minnesota. "Es ist das Ende einer historischen Reise und der Anfang einer anderen. Eine Reise in ein besseres Amerika."

Er dankte seinen bisherigen demokratischen Rivalen, insbesondere Hillary Clinton. "Senator Clinton hat Geschichte geschrieben. Denn sie ist eine Führerin. Ich gratuliere ihr zu ihrem Sieg in South Dakota und wie sie ihre Kandidatur gemanagt hat. Ich bin ein besserer Kandidat ihretwegen."

Er wiederholte seinen zentralen Wahlkampsslogan "change" (Wechsel) und sagte, Amerika brauche ein "Wechsel in Washington". Er rief die Wähler dazu auf, sich hinter ihn zu vereinigen, um ein besseres Amerika zu schaffen.

Dann attackierte er seinen Gegner John McCain. Diesen respektiere er zwar als Person. Aber Obama stellte McCain als Kandidat dar, der die Politik von Präsident George W. Bush fortfahren wird. Als Beispiel nannte er McCains Unterstützung für den Irak-Krieg. "Es ist Zeit, dass wir Irak verlassen", sagte Obama.

Obama ist der erste schwarze Politiker, der für eine der beiden großen Parteien ins Rennen um das Weiße Haus geht - Hillary Clinton wäre die erste Frau gewesen.

Schon am Dienstagabend hatten US-Medien berichtet, dass Clinton bereit sei, bei den Wahlen im November für das Amt des Vizepräsidenten zu kandidieren. Dazu sagte sie allerdings in ihrer Rede nichts, und es gab darauf keine Reaktion des Obama-Lagers. Die Anhänger des schwarzen Senators stehen dieser Variante skeptisch gegenüber, vor allem weil sie einen zu großen Einfluss von Ex-Präsident Bill Clinton befürchten.

McCain attackiert Obama

Der designierte republikanische Präsidentschaftskandidat McCain griff seinen Rivalen Obama an. Der sei zwar ein "beachtlicher Gegner". "Ich bin aber bereit für diese Herausforderung", sagte McCain vor Anhängern im US-Staat Louisiana. Obama und seine Versprechen von einer Wende seien schlecht für das Land, sagte er McCain. Der Senator aus Arizona wies Angriffe Obamas zurück, McCain werde die Politik von George W. Bush fortsetzen. "Es ist schwer, Amerikaner von etwas zu überzeugen, von dem sie wissen, dass es falsch ist."

mta/DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
googlezoomer (04.06.2008, 10:52 Uhr)
Machtgeil
ich bin mal gespannt, wann diese machtgeile Lady endlich begreift, dass sie verloren hat. Dieses miese Spiel ist bald nicht mehr zu ertragen, was Hillary Clinton da abzieht. Erinnert mich an politische Zustaende, die man hier nachlesen kann: http://armutsblog.blogspot.com
Malt (04.06.2008, 10:23 Uhr)
Wenn sich zwei streiten...
...freut sich der dritte! Clinton hat Obama währedn des Wahlkampfes derart angeschossne, dass sie quasi die Wahlkampfthemen für McCain frei Haus geliefert hat... das wird ein verdammt schweres Unterfangen für Obama!
Mensch.Student (04.06.2008, 10:07 Uhr)
Im Mittelalter ...
hatte ein bauer den mut seinen könig offen zu kritisieren mit der tatsache welch böser herrscher er war und verglich diesen mit anderen "guten" königen. daraufhin entgegnete ihm der könig mit den worten das ein volk immer nur von dem könig geführt wird welches es auch verdient ... ergo: solange die amis sind wie sie sind ändert auch ein schwarzer "peacemaker" nichts daran ...
Amin42 (04.06.2008, 09:19 Uhr)
Meinen Glückwunsch hat er
und man wird sehen, ob seine Parole "Change" eine Parole bleiben wird oder mehr dahinter ist. Auf jeden Fall- ist meine Meinung- steht Barack Obama wenigstens vor der Wahl für eine entschieden andere Politik der USA, eine, bei der auch wir in Europa uns nicht mehr für sog. westliche Werte schämen müßten. Denn die hat G.W. Bush in seinen zwei Amtsperioden ordentlich in Mißkredit gebracht. Ich habe viele Kontakte ins vor allem arabische Ausland und weiß, wovon ich spreche. In vielen dieser Länder kann man das wort "DEmocracy" nicht mehr ausprechen, ohne dass man nach all den Dingen gefragt wird, die vor allem die USA in der Region angerichtet haben. Der Irak ist nur ein Beispiel für eine völlig verfehlte, von ihrer Begründung her voerlogene und konzeptlose Invasionspolitik, und jeder wei0 das inzwischen.
Soll Barack Obama zeigen, wie´s besser geht. Ich hoffe nur, dass ihn nicht dasselbe Schicksal ereilt, wie diejenigen Präsidenten oder -kanditaten vor ihm, die einen ähnlichen Weg eingeschlagen sind. Wer sich in unserer Welt gegen bestimmte Wirtschaftsinteressen und Lobbyisten stemmt, spielt leider mit dem Leben, siehe die Attentate auf die Kennedys.
Buureremmel (04.06.2008, 08:41 Uhr)
Der Shoot-out ist vorbei,
und die Amis haben sich lange prächtig amüsiert.
Nun werden sie alle zufrieden McCain wählen gehen.
x-cube (04.06.2008, 06:36 Uhr)
Ob nun
Clobama oder Obinton das Rennen macht ist völlig egal. Beide sind austauschbar und sie handeln beide als Marionetten der Bilderberger.
Ron Paul währe der richtige Mann gewesen.
Marsmann (04.06.2008, 05:45 Uhr)
Hoffentlich
haben die Kandidaten nicht zu viel Kraft im Kampf gegeneinander verschwendet. Bei aller Achtung vor Frau Clintons Eignung, als Herr Obama hätte ich angesichts ihres unbedingten Machtwillens vor ihr als Vizepräsidentin, sozusagen als Nachrückerin bei wie auch immer verursachtem Ausfall der eigenen Person, Angst. Derartig ist die Schlacht geführt, dass man auf solche Gedanken kommt! - leider.
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