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8. Januar 2008, 08:28 Uhr

Obama siegt und Clinton wird emotional

Barack Obama hat in New Hampshire erneut die Nase vorn: Bei den ersten Abstimmungen hat der US-Präsidentschaftskandidat der Demokraten seine Hauptkonkurrentin Hillary Clinton geschlagen. Die Konkurrentin zeigt sich unterdessen von einer ganz neuen Seite.

Hillary Clinton muss in New Hampshire nicht um Stimmen kämpfen© Lucian Reed

Mit der Vorwahl im Staat New Hampshire ist das Rennen um die US-Präsidentschaft in die zweite Runde gegangen. Schon vor Öffnung der Wahllokale am Dienstag um 06.00 Uhr Ortszeit (12.00 Uhr MEZ) konnten der Demokrat Barack Obama und der Republikaner John McCain die ersten Etappensiege einfahren. Das Wahlgesetz von New Hampshire erlaubt es Gemeinden mit weniger als 100 Einwohnern, bereits um Mitternacht die Stimmlokale zu öffnen und wieder zu schließen, wenn alle Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben haben. Davon wurde in Hart's Location und Dixville Notch Gebrauch gemacht. In der Ortschaft Hart's Location erreichte Obama neun Stimmen, seine Rivalin Hillary Clinton drei und John Edwards eine.

Bei den Republikanern bekam McCain sechs Stimmen, Mike Huckabee fünf, Ron Paul vier und Mitt Romney eine. In Dixville Notch stimmten vier Wähler für McCain, zwei für Romney und einer für Rudy Giuliani. Bei dem Demokraten lag abermals Obama mit sieben Stimmen vorn, vor Edwards mit zwei und Bill Richardson mit einer Stimme. Nach seinem Auftaktsieg bei den Wählerversammlungen in Iowa am vergangenen Donnerstag gilt Obama bei den Demokraten auch diesmal als Favorit. In Umfragen führte der 46-jährige Senator aus Illinois klar vor der New Yorker Senatorin und einstigen First Lady Clinton. Bei den Republikanern des scheidenden Präsidenten George W. Bush lag Senator McCain aus Arizona laut Umfragen knapp vor dem früheren Gouverneur von Massachusetts Romney.

"Ihr seid die Welle - und ich reite auf ihr"

Clinton warb am Abend vor der Wahl noch einmal intensiv um Unterstützung und wurde dabei fast von ihren Emotionen überwältigt. Die sonst eher als kühl und kontrolliert wirkende Politikerin rang mit den Tränen, als sie über die Gründe sprach, warum sie für die Demokraten ins Rennen gehen will. Sie sei müde und geschafft von der anstrengenden Kampagne, sagte sie in Portsmouth, wobei ihr mehrfach die Stimme wegbrach. "Es ist nicht einfach. Es ist nicht einfach. Und wenn ich nicht so leidenschaftlich daran glauben würde, das Richtige zu tun, dann würde ich es nicht durchstehen." Dieses Land habe so viel für sie getan, deswegen wolle sie es nicht zurückfallen sehen, erklärte Clinton weiter. Dies sei nicht nur ein politischer Kampf. "Wissen Sie, dass ist eine sehr persönliche Sache für mich", sagte die Senatorin. Sie hat als erste Frau reelle Chancen, US-Präsidentin zu werden, sollte es ihr gelingen, einen weiteren Sieg Obamas zu verhindern.

Dieser rief er seinen jubelnden Unterstützern auf einer Wahlkundgebung zu: "Ihr seid die Welle - und ich reite auf ihr." Die Besonderheit der Vorwahl in New Hampshire ist, dass nicht nur eingetragene Parteianhänger abstimmen dürfen wie zuvor in Iowa. Alle Wahlberechtigten unter den knapp 1,3 Millionen Einwohnern des kleinen Staats im Nordosten der USA dürfen zu den Urnen gehen - ein wichtiger Stimmungstest. Die Wahllokale sind am Dienstag bis 20.00 Uhr Ortszeit (Mittwoch, 02.00 Uhr MEZ) geöffnet.

DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
fairaberfair (09.01.2008, 11:27 Uhr)
@MoodyMare
Schade dass von der Stern-Redaktion keine Antwort auf ihre Anfrage kam, mich hätte es genauso interessiert.
Bei der Gelegenheit aber eine andere Frage an Sie:
In wie weit werden Amerikaner beleidigt, wenn sie als "Ami" tituliert werden, bzw. von Amiland gesprochen wird?
Jedenfalls würde ich umgekehrt "Kraut" als tiefe Beleidigung auffassen.
MoodyMare (08.01.2008, 15:52 Uhr)
US flag upside down?
Mich interessiert eher warum stern die US flagge upside down zeigt? Unmoeglich wirklich. Country in distressed? Vielleicht sollte man die Dland flagge einmal upside down darstellen, falls das das gleiche ist in Dland wie bei uns.
life_is_good (08.01.2008, 14:41 Uhr)
Also bitte.....
Immerhin kann man bei Obama noch die Hoffnung auf ein bessers Amiland haben. Und eins muss man ihm lassen: Er schafft es den Amerikanern HOffnung auf eine bessere Zukunft zu geben. Soll heissen: Immerhin gibt er sich so als wäre er nicht nur die Marionette einer übermächtigen Waffen/Öl/Wirtschafts Lobby wie der liebe Herr GWB. Was im Endeffekt nach den Wahlen dann rauskommt, kann wohl niemand bereits jetzt abschätzen. Aber er ist der einzige Kandidat dem Ich abnehme, dass er noch eine eigene Meinung hat. Liegt vielleicht an seiner Jugend verglichen mit den anderen Kaspern.
bmpost (08.01.2008, 14:16 Uhr)
Illusion freier Wahlen
@Oluja:
Die AIPAC und die NY-Hochfinanz haben Ihre Handlanger in beiden Parteien! Oder warum ist Obama im gleichen weltweiten Klüngelclub (CFR) wie die Bushs und Clintons? Geben Sie sich nicht länger irgendwelchen utopischen Illusionen hin, gewählt wird nach wie vor in den Chefetagen des Establishments, denn ohne die ausdrückliche Zustimmung von dort wird NIEMAND Präsident der VS! Es muss natürlich der Schein gewahrt werden, daß sich politisch etwas verändert, um das Stimmvieh ruhig zu stellen...
nightmare_online (08.01.2008, 13:14 Uhr)
witzig
Hat man eigentlich Bill, oder GWB oder irgendeinen männlichen Präsidenten (oder Kandidaten) daran gemessen das er "nicht emotional genug" oder "zu kühl" oder sowas sei? Sorry, aber der ganze Vorgang ist sowas von lächerlich ...
In der Realität vermeidet Obama wenn eben möglich jedes bindende Statement, und wenn ihm doch mal eins entgleitet, steht er nicht selten rechts von den Kandidaten der Republikaner, wie z.B. bei seiner Position zur gesetzlichen Krankenversicherung, dem Einsatz von Kampftruppen in Pakistan etc.
Wirklich ne putzige Art von Hoffnungsträger.
Oluja (08.01.2008, 11:22 Uhr)
Ich würde auch heulen,
wohl neben Clinton auch AIPAC und die NY-Hochfinanz, welche wie es aussieht, trotz dreistelliger Millionenspenden für den Wahlkampf am Ende mit leeren Händen dastehen könnte, oooh, das tut uns aber leid LOL.
Jetzt heisst es nachlegen, noch paar Mios mehr und noch ein paar Werbespots mehr, damit man doch noch Clinton zum Sieg führt und damit AIPAC und die Hochfinanz wie bisher einen Handlanger hat.
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