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17. Januar 2008, 09:43 Uhr

Hillary Clinton spielt Stewardess

Hillary Clinton war First Lady, ist Senatorin und will US-Präsidentin werden. Doch dass sie auch andere Qualitäten hat, bewies die Demokratin an Bord eines Flugzeuges. Sie spielte Stewardess - und überraschte mit ungekannter Situationskomik.

Bleiben Sie bitte angeschnallt und bringen die Sitze in eine aufrechte Position - souverän wies Clinton an Bord der "Hil Force One" ihre Gäste ein© Mark LaGanga/AP

Mit einer launigen Einlage hat Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton die Presse an Bord ihres Wahlkampfflugzeugs begrüßt. Vor dem Start der Maschine in Las Vegas spielte die New Yorker Senatorin eine Stewardess. "Willkommen an Bord des Jungfernflugs von Hil Force One", sagte Clinton in Anspielung an das Präsidentenflugzeug mit der Bezeichnung Air Force One. "Die Bestimmungen untersagen die Benutzung von Mobiltelefonen, Blackberrys oder anderen drahtlosen Geräten, mit denen ein negativer Artikel über mich übermittelt werden könnte." Weil es immer wieder unerwartete Turbulenzen geben könne, sollten alle Passagiere auf dem kurzen Flug nach Reno angeschnallt bleiben. Dann fügte Clinton noch hinzu: "Im Fall eines unerwarteten Absturzes in den Umfrageergebnissen wird dieses Flugzeug nach New Hampshire umgeleitet." In diesem US-Staat hat Clinton ihre erste Vorwahl gewonnen.

Indes hat Barack Obama seine schärfste innerparteiliche Rivalin Hillary Clinton in einer landesweiten Umfrage eingeholt. Die ehemalige First Lady, die im Oktober mit 21 Punkten Vorsprung das Bewerberfeld bei den Demokraten noch klar anführte, lag in einer Reuters-Erhebung nur noch einen Punkt vor dem schwarzen Senator aus Illinois. 39 Prozent der Befragten gaben an, Clinton als Präsidentschaftskandidatin der Demokraten zu bevorzugen, 38 Prozent sprachen sich für Obama aus. Im vergangenen Monat kam der 46-Jährige bis auf acht Punkte an die Senatorin aus New York heran.

McCain bei den Republikanern vorn

Bei den Republikanern machte John McCain 16 Punkte gut und katapultierte sich so an die Spitze der Bewerber seiner Partei. Fünf Punkte hinter dem Senator aus Arizona folgte mit 23 Prozent Zuspruch der ehemalige Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee. Einen herben Rückschlag musste New Yorks Ex-Bürgermeister Rudolph Giuliani einstecken. In den vergangenen zwölf Monaten lag er in den landesweiten Umfragen meist vorne, doch nun schaffte er es mit neun Prozent nur noch auf Platz fünf. Vor ihm rangierte an dritter Stelle der Ex-Schauspieler Fred Thompson, knapp gefolgt von Mitt Romney, dessen Sieg bei der Vorwahl in Michigan in der Umfrage aber noch keinen Niederschlag fand. Schlecht standen die Chancen für den gegenwärtigen Bürgermeister New Yorks, Michael Bloomberg. 60 Prozent der Befragten sagten, es sei sehr unwahrscheinlich, dass sie für ihn stimmen würden. Bloomberg flirtet mit der Idee, als Unabhängiger bei der eigentlichen Wahl des Nachfolgers von George W. Bush Anfang November neben den Demokraten und Republikanern anzutreten. Offiziell dementiert er aber sein Interesse an einer Kandidatur.

Kopf-an-Kopf-Rennen bei den Demokraten

"Dieses Rennen ist auf allen Ebenen unglaublich eng", sagte Meinungsforscher John Zogby, der die Umfrage für Reuters erstellte. Die Fehlerquote lag bei 4,7 Prozent, was Clintons hauchdünnen Vorsprung unbedeutend machte. Bei Frauen, Männern, Demokraten und unabhängigen Wählern schnitten die beiden Spitzenbewerber der Demokraten gleich ab. Obama zog klar schwarze Wähler auf seine Seite, und er jagte seiner 60-Jährigen Konkurrentin auch die Gruppe der 55- bis 69-Jährigen ab, in der Clinton normalerweise dominiert. Dafür konnte er kaum noch bei Jung-Wählern unter 24 punkten, obwohl er gerade dieser Gruppe unter anderem seinen Überraschungssieg beim Auftakt der Vorwahlen in Iowa verdankte. Der ehemalige Südstaaten-Senator John Edwards landete bei den Demokraten in der landesweiten Umfrage abgeschlagen auf Platz drei.

McCain und Huckabee profitierten deutlich von ihren Siegen in New Hampshire beziehungsweise Iowa, wie Zogby sagte. Giulianis Abschneiden belege, wie wichtig es für die Bewerber sei, in einer der ersten Vorwahlen zu gewinnen, um ihrer Kampagne Rückenwind zu verleihen. Giuliani entschied sich, seinen Wahlkampf zunächst ganz auf Florida zu konzentrieren, wo erst Ende Januar abgestimmt wird. Er hofft, mit einem Sieg in dem Bundesstaat frisch gestärkt in den wohl vorentscheidenden "Super-Tuesday" am 5. Februar zu ziehen. Dann wird in mehr als 22 Staaten gewählt.

AP/Reuters
 
 
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