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6. Juli 2004, 14:40 Uhr

Edwards soll Vizepräsident werden

Der demokratische Herausforderer von US-Präsident George W. Bush, John Kerry, zieht mit John Edwards als Kandidaten für den Vize-Präsidenten in den Wahlkampf.

Dieses Gespann soll George W. Bush aus dem Weißen Haus vertreiben: John Kerry und John Edwards© Stephen Jaffe / AFP

Der demokratische Präsidentschaftskandidat John Kerry hat seinen früheren Kontrahenten John Edwards als Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten benannt. Der Senator aus North Carolina sei ein Mann, der seine Entschlossenheit und seine politischen Fähigkeiten unter Beweis gestellt habe, erklärte Kerry unter lautstarkem Jubel seiner Anhänger. "In den nächsten 120 Tagen kämpfen John Edwards und ich für das Amerika, das wir lieben", schrieb Kerry in einer E-Mail.

Mit der Entscheidung für den Südstaatler hofft Kerry, neuen Schwung in Wahlkampf bringen und die Demokraten für das Kleinbürgertum attraktiver machen zu können. "Wir werden kämpfen, um der Mittelklasse eine Stimme zu geben", erklärte Kerry. Er werde sich für gut bezahlte Arbeitsplätze und eine bezahlbare Gesundheitsvorsorge einsetzen.

Auch Edwards stimmte für den Irak-Krieg

Er wolle starke Streitkräfte und starke Allianzen, damit junge Amerikaner nie wieder dadurch in Gefahr gebracht würden, weil sich die USA für einen Alleingang entschlossen hätten, schrieb Kerry mit Bezug auf den Irak-Krieg. Dabei wirft er der Regierung von Präsident George W. Bush vor allem vor, sich nicht genügend um internationale Unterstützung bemüht zu haben. Kerry stimmte wie Edwards für den Krieg.

Scharfer Bush-Kritiker

Die Entscheidung für Edwards hatte Kerry bis zuletzt geheim gehalten. Beide wollen nun eine gemeinsame Wahlkampfreise durch mehrere Staaten starten, die in Edwards Heimatstaat enden sollte. Der 51-jährige Edwards war bei der parteiinternen Vorwahl der Demokraten auch wegen seines jugendlichen Aussehens der zweitstärkste Kandidat hinter Kerry. Er trat dabei besonders mit scharfen Angriffen auf Bush hervor, dem er vorwarf, Amerika zu spalten. Mit parteiinterner Kritik hielt er sich zurück.

Neben Senator Edwards waren zuletzt noch der Kongressabgeordnete und ehemalige Fraktionsvorsitzende Richard Gephardt, Exgeneral Wesley Clark und der Gouverneur von Iowa, Tom Vilsack, im Gespräch, wie aus Parteikreisen verlautete. Der Präsidentschaftskandidat und sein Stellvertreter werden offiziell auf dem Wahlparteitag der Demokraten nominiert, der am 27. Juli in Boston im Staat Massachusetts beginnt.

AP
 
 
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