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26. Februar 2008, 09:26 Uhr

Obama in Stammeskluft

Der US-Wahlkampf wird immer kurioser: Im Internet kursiert ein Bild des Demokraten Barack Obama in afrikanischer Stammeskleidung. Obamas Wahlhelfer sehen dies als "beleidigende Panikmache" - doch angesichts jüngster Meinungsumfragen kann sich Obama entspannt zurücklegen.

Eine Aufnahme von Barack Obama in traditioneller Kleidung© AP

Ein im Internet zirkulierendes Foto von Barack Obama in traditioneller kenianischer Kleidung hat einen Streit zwischen den rivalisierenden Wahlkampflagern der US-Demokraten ausgelöst. Die Klatsch-Seite "The Drudge Report" stellte das Foto ins Internet und erklärte, es sei von "Clinton-Mitarbeitern" in Umlauf gebracht worden. Es zeigt Obama während eines Besuchs in Kenia 2006 in einem weißen Turban und weißem Wickeltuch. Die Kleidungsstücke waren ihm von Dorfältesten übergeben worden. Obamas Wahlkampfleiter David Plouffe warf dem Team von Hillary Clinton "beleidigende Panikmache" vor.

Der Sprecher der Senatorin von New York erklärte, das Team Clintons habe mit dem Foto nichts zu tun. Obamas außenpolitische Beraterin Susan Rice sagte, die Verbreitung des Fotos ziele darauf ab, die Sitten und Gebräuche in anderen Gebieten der Erde lächerlich zu machen oder zu verurteilen. Clintons Wahlkampfleiterin Maggie Williams sagte dazu, wenn Obamas Lager damit andeuten wolle, dass ein Foto des Senators in traditioneller afrikanischer Kleidung ein Streitpunkt sein könne, solle es sich schämen. Es handele sich um einen Versuch, von wichtigen Themen des Wahlkampfs abzulenken. Obamas Vater kam aus Kenia.

Obama wird immer beliebter

Unterdessen wird Obama Umfragen zufolge bei den US-Wählern immer beliebter. Wie die Zeitung "New York Times" in ihrer Online-Ausgabe berichtete, haben 45 Prozent aller Wähler eine positive Meinung von Obama. Seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton schätzen dagegen laut Umfragen lediglich 35 Prozent der Wähler. Dagegen haben 36 Prozent eine günstige Meinung vom republikanischen Bewerber John McCain.

Eine Woche vor den entscheidenden demokratischen Vorwahlen in Texas und Ohio verschärft sich zugleich der Ton zwischen Clinton und Obama. Clinton warf ihrem Konkurrenten praktisch vor, er sei wegen vermeintlich mangelnder Erfahrung ein außenpolitisches Risiko. "Wir sehen die tragischen Ergebnisse, einen Präsidenten zu haben, der weder die Erfahrung noch die Klugheit hat, unsere Außenpolitik zu führen", sagte sie mit Blick auf die US-Präsident George W. Bush. "Das darf nicht ein zweites Mal geschehen", sagte Clinton ohne Obama dabei ausdrücklich beim Namen zu nennen.

Nach elf Vorwahl-Siegen hintereinander gilt der 46-jährige Obama mittlerweile als Favorit im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. Beobachter meinen, nur ein klarer Sieg am kommenden Dienstag in Texas und Ohio könne Clinton noch retten. Nach derzeitigem Stand hat Obama derzeit fast 100 Delegierten mehr hinter sich. Die Präsidentenwahlen sind am 4. November, die endgültige Nominierung der Kandidaten findet bei Parteitagen im Sommer statt.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 12)
 
-ich- (26.02.2008, 17:41 Uhr)
@inselkarl
Vielleicht erkennen Sie das problematische an der Sache wenn Sie auch das zu dem Bild gehörende Video sehen. Auf diesem Video wird das Bild mit der Unterschrift "der zukünftige Präsident der USA ein heiliger Krieger?" und "wann wacht America auf?" betitelt. Im Hintergund spielt dann noch passend arabisch klingende Musik um die angebliche Nähe zu islamistischen Terroristen noch zu unterstreichen. DAS ist "schmieriger" Wahlkampf. Jetzt klarer?
http://www.spiegel.de/video/video-27494.html
inselkarl (26.02.2008, 17:04 Uhr)
Trachtenoutfit
ich weiss nicht warum hier einige Überkorrekte schon wieder rassistsiches oder schmieriges Gedankengaut vermuten. Wenn sich jemand in der Tracht seier Väter zeigt, ist das doch und ok-- warum sollte Obama seine Wurzeln verleugnen und warum ist das dann rassitisch, wenn es veröffentlicht wird?. Niemand regt sich auf wenn Schwarzenegger in Lederhose und Lodenjoppe posiert.
Eingebuergert29 (26.02.2008, 15:46 Uhr)
An Twipsy
Ich sag nur Yo :-))))
Guter Beitrag
Herr Petermeyer. Frau Clinton ist bereits an einer Krankenversicherung nach europäischem Vorbild im Jahre 1994 vor dem Kongress gescheitert.
Wer weiss vielleicht klapp es jetzt.
Aber ich denke, dass beide Kandidaten in Punkto Krankenversicherung nicht zu sehr voneinander unterscheiden.
Bitte korrigieren Sie mich, falls ich mich irren sollte...
petermeyer (26.02.2008, 15:05 Uhr)
obama
ist ein klassischer aufsteiger und beherrscht das spielen mit den medien.
substanz ist da aber leider wohl nicht vorhanden . -ist nur so ein gefühl , aber wenn er präsident wird, wird sich das wohl zeigen. hoffe aber das ich mich irre. bei clinton weiß man woran man ist, krankenversicherung nach europäischem vorbild - schon allein deshalb ein grund sie zu wählen. zig millionen amerikaner ohne kv , das ist ein echtes armutszeugnis.
obama erinnert mich an den schröder von 1998. viel gequatsche, viel show, aber letzlich viel heiße luft und kein anstand - siehe gazprom-job. peinlich für einen ex-bundeskanzler.
Twipsy (26.02.2008, 15:04 Uhr)
Schatten
Anstatt sich Gedanken über Schatten auf Fotos zu machen (hat mal jemand ein Foto von Frau Clinton mit Schatten gesehen? Hat die überhaupt einen..?), was überhaupt keine Rolle spielt, sollte man sich die Reaktionen darauf anhören, die sind doch viel wichtiger. Entweder das Foto wurde wirklich von Clintons Team lanciert, und sie meinen, daß es Obama schaden würde. Das würde schon ein schlechtes Licht auf sie werfen, denn das ist ja wirklich nichts Schlimmes, sich in Tracht zu zeigen. Dann kann es sein, daß es von Obamas Team stammt, und dann in Clintons Schuhe geschoben wird. Glaube ich ehrlich gesagt nicht, denn der hat überhaupt keinen Grund dazu, bisher läuft alles gut für ihn. Oder es stammt von Journalisten, die so den Wahlkampf aufheizen wollen. Oder von den Republikanern, die könnten es wirklich gewesen sein, um Obama für die Wahl zu schaden. Deren Anhänger bzw. manche Wechselwähler könnten mit einem Präsidenten Obama wirklich ein größeres Problem haben, wenn der dann auch noch afrikanische Stammestracht trägt.
Ich hoffe heute nacht bei der Debatte stehen die Themen im Vordergrund und nicht so ein lächerliches Foto.
Eingebuergert29 (26.02.2008, 14:24 Uhr)
An StefanAugsburg
Falls Sie wirklich glauben, dass der Manchurian Kandidat Lee Harvey Oswald der einzige Attentäter von JFK war, dann galuben Sie auch an den Weinachtsman.
Zweitens, bezogen auf die Fälschung, sagte ich bereits, dass es meine "Vermutung" ist!
Eingebuergert29 (26.02.2008, 14:20 Uhr)
An StefanAugsburg
Falls Sie wirklich glauben, dass der Manchurian Kandidat Lee Harvey Oswald der einzige Attentäter von JFK war, dann galuben Sie auch an den Weichnachtsman.
Zweitens, sagte ich bereits, dass ist meine "Vermutung".
Übrigens falls Sie das berühmtberüchtigte Foto von Oswald meinen, auf dem er in seinem Garten mit der angeblichen Tatwaffe fotografiert wurde, da handelt es sich eindeutig um eine Fotomontage.
Auf diesen Sachverhalt wurde sogar im bekannten JFK-Film eingegangen.
Anstatt sich als Oberlehrer aufzuführen und meine Aussage ins Lächerliche zu ziehen, sollten Sie lieber Ihr Allgemeinwissen verbessern und vielleicht mal sich mit Adobe Photoshop beschäftigen.
Eingebuergert29 (26.02.2008, 14:11 Uhr)
Ignorieren ist die beste Antwort!
Ignorieren ist die beste Antwort!
Und das tut das Obama-Lager
-ich- (26.02.2008, 13:59 Uhr)
Jetzt wirds schmierig
War ja klar dass das mit den beiden nicht ewig so weitergehen wird. Hillu schwimmen die Felle weg. Da wird jedes Mittel, und sei es noch so ungeeignet, als willkommener Anlass genutzt, seinen Widersacher vermeintlich anzuschwärzen. Einfach nur armselig.
@Eingebürgerter,
Sag deinem Freund das er keine Ahnung hat. ;)
Die harten Schatten sind nämlich typisch für frontal geblitzte Bilder.
Klaus_P (26.02.2008, 13:52 Uhr)
Das wahre Gesicht der Frau Clinton...
Macht um jeden Preis. Ich halte von dieser Frau überhaupt nichts. Wer sich so verhält zeigt sein wahres Gesicht das er sonst gerne versteckt - unter einem aufgesetzten Lachen (siehe Clinton).
Dass in der Politik Skrupel und Charakter fehl am Platze sind ist glaube ich den meisten bekannt. In diesem Sinne hoffe ich um so mehr dass Frau Clinton hiermit richtig auf die Schnauze fliegt.
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