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26. Juli 2008, 13:28 Uhr

Obama verteidigt Auslandsreise

Auch in Großbritannien hat der US-Senator Barack Obama für mehr Engagement in Afghanistan geworben. Gleichzeitig verteidigte er seine Auslandstour gegen Kritik aus der Heimat. Die Deutschen waren vom Besuch des designierten Präsidentschaftskandidaten begeistert.

Barack Obama beendet seine Europareise in London© Carl de Souza/AFP

Der Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten, Barack Obama, hat Vorwürfe zurückgewiesen, er habe seine Reise nach Berlin, Paris und London zu stark für seinen Wahlkampf instrumentalisiert. Es sei Teil des von ihm angestrebten Jobs eines US-Präsidenten, "effektive Beziehungen mit unseren Verbündeten zu schaffen", sagte Obama am Samstag in London nach einer Unterredung mit Premierminister Gordon Brown.

Im übrigen habe ihm John McCain, der Kandidat der Republikaner, selbst empfohlen, sich im Ausland umzuschauen. "Ich erachte diese Reise für wichtig, weil ich überzeugt bin, dass wir zu Hause mit Problemen konfrontiert sind, die wir ohne starke Partner im Ausland nicht effektiv genug lösen können", sagte Obama.

Mehr Truppen für Afghanistan

Bei der letzten Etappe seiner Auslandsreise, die ihn auch in den Irak, nach Afghanistan und nach Israel geführt hatte, bezeichnete Obama seine zweistündige Unterredung mit Brown in der Downing Street als "hervorragend". Erneut sprach er sich für die Verstärkung der US- Truppen in Afghanistan sowie für gleichzeitige stärkere Beiträge der europäischen Verbündeten für die Überwindung des dortigen Konfliktes und den Aufbau des Landes aus.

Der Senator aus Illinois betonte die traditionell besonders engen Beziehungen zwischen Großbritannien und den USA. Daran werde sich auch in Zukunft nichts ändern, sagte er nach einer Frage unter Anspielung auf seine im Vergleich zu London publikumswirksameren Auftritte in Berlin und Paris.

Anders als dort stellte sich Obama in London allein den Fragen der Presse. In Regierungskreisen wurde dies damit begründet, dass es keine Bevorzugung des Kandidaten der Demokratischen Partei gegenüber McCain geben sollte. Dieser hatte Brown im März besucht und war danach ebenfalls allein vor die Presse gegangen.

Abweichend vom Protokoll unternahmen Brown und Obama zur Überraschung vieler Touristen und Londoner Bürger einen Spaziergang außerhalb der abgesperrten Downing Street. Schaulustige, die allerdings von Sicherheitskräften auf Abstand gehalten wurden, konnten die beiden Politiker auf dem Paradeplatz der Königlichen Garde-Kavallerie fotografieren.

Vor der Begegnung in der Downing Street traf sich der Senator in seinem Londoner Hotel mit dem Sonderbeauftragten des Nahost- Quartetts, Browns Vorgänger Tony Blair. Dabei sei es auch um Blairs Einsatz für den Klimaschutz gegangen, teilte dessen Sprecher mit. Vor Obamas Heimreise in die USA stand auf seinem Programm in der britischen Hauptstadt noch ein Gespräch mit Oppositionsführer David Cameron, dem Vorsitzenden der Konservativen Partei.

Deutsche begeistert

Der Senator aus Illinois betonte die traditionell besonders engen Beziehungen zwischen Großbritannien und den USA. Daran werde sich auch in Zukunft nichts ändern, sagte er nach einer Frage unter Anspielung auf seine im Vergleich zu London publikumswirksameren Auftritte in Berlin und Paris.

Nach Ansicht der Mehrheit der Deutschen hat Obama in Berlin eine große Rede gehalten. Bei einer Emnid-Umfrage für die "Bild am Sonntag" sagten dies 62 Prozent der Befragten. 19 Prozent sind der Meinung, es sei keine große Rede gewesen. 63 Prozent der Menschen glauben, der designierte demokratische Kandidat wäre ein guter US-Präsident für Deutschland. Eine knappe Mehrheit sieht den Senator aus Illinois sogar als Friedensbringer. So sind 51 Prozent der Ansicht, Obama würde die Welt friedlicher machen. 40 Prozent glauben dies nicht.

AP/DPA
 
 
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