24. Juli 2012, 22:33 Uhr

Romney verspricht mehr Härte in der Außenpolitik

Mitt Romney will Amerika wieder groß und stark machen wie einst. In einer Rede entwirft er sein außenpolitisches Credo - doch im Kern geht es ihm eher um Wählerstimmen.

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Gab in einer Rede vor Veteranen seinen außenpolitischen Kurs vor: Mitt Romney, Präsidentschaftskandidat der Republikaner©

Mitt Romney, der republikanische Herausforderer von Präsident Barack Obama, will den Führungsanspruch der USA in der Welt erneuern. Zugleich übte er massive Kritik an der Außenpolitik Obamas, die für den Niedergang des globalen Einflusses der USA verantwortlich sei. In einer außenpolitischen Grundsatzrede brandmarkte Romney vor allem Obamas Politik gegenüber Israel. Er sprach von einer "schäbigen Behandlung eines unserer besten Freunde".

Romney - der sich bislang im Wahlkampf vor allem wirtschaftspolitisch profiliert hat - wollte sich mit der Rede vor Veteranen am Dienstag in Reno (Nevada) als Staatsmann präsentieren. Unmittelbar danach wollte er zu einem Besuch in Großbritannien, Israel und Polen aufbrechen - auch da will er sein internationales Profil schärfen.

"Dieses Jahrhunder muss ein amerikanisches sein"

"Dieses Jahrhundert muss ein amerikanisches Jahrhundert sein", rief Romney den Veteranen zu. Ob gegenüber dem Iran, Russland oder China - Romney mahnte mehr Härte an. Obama habe mit seiner Nachgiebigkeit zu einem Niedergang des Einflusses Amerikas in der Welt geführt. Scharf kritisierte Romney die Sparmaßnahmen bei den Streitkräften. Dies würde die nationale Sicherheit gefährden.

"Es ist ein Irrtum - und manchmal ein tragischer Irrtum - zu denken, dass Standhaftigkeit in der amerikanischen Außenpolitik nur zu Spannungen in der Welt führen kann", rief Romney unter tosendem Beifall. "Ich werde die amerikanische Führerschaft in der Welt nicht aufgeben", fuhr Romney fort. "Wenn Ihr nicht wollt, dass Amerika die stärkste Nation auf der Erde ist, dann bin ich nicht Euer Präsident."

Keine konkreten Schritte

Allerdings kündigte Romney keine konkreten Schritte an, die der bisherigen Politik widersprechen würden. Er kritisierte zwar chinesische Handelshemmnisse für US-Waren sowie Pekings Wechselkurse. Doch dies ist auch die Linie Obamas.

Im Streit um das iranische Atomprogramm forderte Romney einen vollständigen Stopp der Urananreicherung. "Ich werde jedes notwendige Mittel einsetzen", um zu verhindern, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen kommt. Aber auch Obama betont immer wieder, dass er sich alle Optionen offenhalte.

Obama punktet mit Bin-Laden-Tötung

Obama hatte bereits zuvor, ebenfalls vor Veteranen, seine außenpolitische Bilanz verteidigt. Seine Versprechen vor dem Amtsantritt habe er gehalten, etwa den Krieg im Irak zu beenden, den Abzug aus Afghanistan in die Wege zu leiten und das Terrornetzwerk al Kaida in die Knie zu zwingen. "Ihr habt nicht nur meine Worte, Ihr habt auch meine Taten", sagte er. Anfang Mai 2011 spürten US-Elitesoldaten den Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden in Pakistan auf und töteten ihn.

kng/DPA
 
 
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