26. Juni 2012, 08:00 Uhr

Obama erhöht Druck auf Griechenland

Appell im US-Wahlkampf: Präsident Barack Obama fordert den neuen griechischen Regierungschef Antonis Samaras zur Zusammenarbeit mit den internationalen Geldgebern auf. Nur so könne das Land die Finanzkrise bekämpfen.

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Am Telefon: US-Präsident Barack Obama griff nach dem Wahlsieg des Griechen Antonis Samaras zum Hörer©

US-Präsident Barack Obama hat den griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras aufgefordert, sich bei der Bewältigung der Finanzprobleme des hoch verschuldeten Euro-Landes mit den internationalen Geldgebern abzustimmen. Bei der Umsetzung des Reformprogramms müsse die neue Regierung in Athen eng mit der Europäischen Union, dem Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank zusammenarbeiten, sagte Obama nach einer Mitteilung des Weißen Hauses am Montag bei einem Telefonat mit Samaras.

Zugleich gratulierte der US-Präsident dem neuen griechischen Ministerpräsidenten zur Regierungsbildung und wünschte ihm eine schnelle Genesung nach seiner Augen-Operation. Die Regierung in Athen ist bereits kurz nach ihrer Vereidigung in unruhiges Fahrwasser geraten. Nach nicht einmal einer Woche im Amt musste Finanzminister Vassilis Rapanos am Montag aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Samaras war erst kurz vor dem Gespräch mit Obama aus dem Krankenhaus entlassen worden. Am Samstag hatte er sich nach Berichten des griechischen Fernsehens wegen einer Netzhautablösung operieren lassen müssen.

Zypern als weiterer Prüfstein der EU-Retter

Nach dem Antrag Zyperns auf Finanzhilfen der Eurozone erklärte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker, im Gegenzug zu der Hilfe erwarte er von dem Land "große Entschlossenheit", um den wirtschaftlichen Herausforderungen zu begegnen. Die Eurogruppe werde den am Montag eingegangenen Antrag schnell prüfen und dann antworten, kündigte Juncker am Montagabend in Brüssel an.

Die Regierung in Nikosia hatte in ihrem offiziellen Antrag auf Finanzhilfen erklärt, diese sollten die Risiken des angeschlagenen Finanzsektors für die zyprische Wirtschaft "zügeln". Es war aber zunächst nicht klar, ob Zypern - wie Spanien - die Hilfen nur für seinen Bankensektor benötigt.

Zypern ist nach Griechenland, Portugal, Irland und Spanien das fünfte Land, das Hilfe von den Euro-Partnern in Anspruch nimmt. Diplomatenkreisen zufolge müssen die Geldhäuser des Inselstaates wegen der Schuldenkrise im benachbarten Griechenland rund 3,5 Milliarden Euro abschreiben.

jar/Reuters
 
 
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