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20. Juni 2008, 10:15 Uhr

Ein Land verrottet

Platzende Leitungen, einstürzende Brücken und berstende Dämme: Seit Jahrzehnten geben die Amerikaner zu wenig Geld für ihre Infrastruktur aus. Eine Gefahr für die Wirtschaft - aber auch für Leib und Leben. Von Michael Gassmann und Sabine Muscat

Deiche kaputt und Land unter in Clarksville, Missouri© Win McNamee/Getty Images/AFP

Ein trüber Donnerstagmorgen, Mitte April in New York. In Schlafanzügen und Bademänteln taumeln schlaftrunkene Menschen in eine Hotelhalle. Feuer! "Es kam aus dem Boden", erzählt ein Mann erschrocken. "Ein paar Minuten später kamen sie, um uns in Sicherheit zu bringen." Nun steht er in aller Herrgottsfrühe mit Dutzenden weiterer Menschen vor dem Häuserblock in der 39. Straße. Feuerwehrleute versuchen den Brand zu bändigen. Unter der Erde waren Leitungen verschmort und hatten Gase in einem Kabelschacht nahe dem Bahnhof Grand Central zur Explosion gebracht. Ein Gutes hatte der Brand immerhin: Der Versorger ConEdison entdeckte so in der Nähe ein Leck in einer Erdgasleitung.

Wenige Wochen später, Mitte Mai, Midtown Manhattan. Morgens um 8.09 Uhr, zur Hauptverkehrzeit, geht eine Alarmmeldung bei der New Yorker Feuerwehr ein. Ein Sturzbach ergießt sich auf die Avenue of the Americas. Eine 85 Jahre alte Hauptwasserleitung ist gebrochen. Die Verkehrsader wird komplett gesperrt. Die Feuerwehr evakuiert Anwohner. Die Befürchtung der Behörden: Das Wasser ist mit Asbest verseucht. Geschäfte werden geflutet, darunter der Schmuckladen "Fortune" an der Fifth Avenue.

Und nun seit zwei Wochen die große Flut: An 23 Stellen brachen die Deiche entlang des Mississippi. Schlammbraunes Wasser ergießt sich über Farmland, sucht sich seinen Weg durch Kleinstädte und unterspült Autobahnen. 24 Menschen kamen bislang in den Fluten ums Leben, die Sachschäden gehen in die Milliarden. Die Preise für Getreide und Fleisch sind geradezu explodiert, schließlich gilt die Region als Speisekammer Amerikas. Ingenieure, die für den Erhalt der Deiche zuständig sind, fordern seit Jahren, die veralteten Bauwerke zu erneuern und Schutzmauern zu errichten. Weitere 48 Dämme seien akut gefährdet. Aber nichts passierte. Auch Präsident George W. Bush, als Mutmacher in der Region unterwegs, spendet alles: Trost, Verständnis, warme Worte. Aber Zusagen für Geld und Erneuerungen gibt es von ihm keine.

© stern.de-Infografik

Apokalypsen, wie sonst nur in Hollywood

Alle paar Wochen dringen verstörende Nachrichten aus den USA. Es sind kleine Apokalypsen, die sonst nur Hollywood inszeniert. Was ist das für ein Land, das mit Hightech-Revolutionen die Welt erobert, das so viele großartige Bauten aus der neuen Erde stampft - das zugleich aber abgewirtschaftet und marode ist? Ein Land, von dem so viel Fortschritt ausgeht und das in seiner Substanz so rückständig scheint?

Es ist nicht mehr zu übersehen: Die Infrastruktur in den USA ist in die Jahre gekommen. Die großen Investitionen in die Lebensadern der amerikanischen Industriegesellschaft liegen Jahrzehnte zurück. Viele der gewaltigen Netze und Bauwerke sind kaputt, ausgezehrt und gehören abgerissen oder ersetzt. Unglaubliche 1600 Milliarden Dollar müssten in den kommenden fünf Jahren ausgegeben werden, um sämtliche Systeme in Schuss zu bringen, hat der Verband der Bauingenieure ausgerechnet.

Öffentliche Sicherheit bedroht

"Wir stehen vor einer Krise", warnt Verbandsdirektor Patrick Natale. "Der Zustand unserer Infrastruktur ist eine Bedrohung für die öffentliche Sicherheit und die Wirtschaft des Landes." Eine nationale Kommission aus Verkehrspolitikern und Managern kam im Januar zu einem ähnlichen Schluss: "Das Transportssystem ist an einem Scheideweg. Das künftige Wohlergehen und die ökonomische Führerschaft unserer Nation stehen auf dem Spiel." Das Fazit: Die Politik muss jetzt handeln.

Doch im Wahlkampf zeigt nur eine Partei den Willen, dies zu tun: die Demokraten mit Barack Obama. Sein Gegner John McCain hält nichts von großen staatlichen Investitionsprogrammen, für ihn sind sie eine Verschwendung von Steuergeldern. Seine Tirade gegen eine 320 Millionen Dollar teure "Brücke ins Nirgendwo" fehlt in keiner Wahlkampfrede. Die Brücke sollte eine Insel mit 50 Einwohnern in Alaska mit dem Festland verbinden. Das Projekt wurde in letzter Sekunde gestoppt.

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KOMMENTARE (10 von 83)
 
MamfredBuchholz (23.06.2008, 15:00 Uhr)
@ecomuc
sprechen Sie doch bitte nicht für alle "Nicht-Amerikaner". Es denken nämlich längst nicht alle so, dass die USA anderswo Kriege "anzetteln". Und die Verschwörungsgeschichten um den 11.9. glauben auch nicht allzuviele, da sich der Konsum von Magic Mushrooms in Deutschland doch in Grenzen hält.
Gisella (23.06.2008, 10:30 Uhr)
Deutschland
-war noch nicht fertig mit meinem bericht, da war er schon gespeichert.-Trotz aller probleme hier- es ist unsere Heimat. Hoffe, dass wir auch neu wählen können. Man ist ein NICHTS im ausland, gerade die USA hat uns das nach 9/11 klar gemacht. es entsetzt uns, dass unsere Kanzlerin dem Busch so gewogen ist.
ecomoc4u (23.06.2008, 03:32 Uhr)
deutsche schimpfe...
ach was. die usa ist immernoch ein beneidenswertes land.
.
was uns nicht amerikaner aber so stört, ist einfach nur das ihr seit 1949 kriege in der welt anzettelt. euer geld nichts wert ist, weil es auf öl und schulden gebaut ist.
.
und nicht zuletzt weil 9/11 "the inside job", bald jedem zeigen wird, wozu kapitalismus fähig ist.
Gisella (22.06.2008, 11:01 Uhr)
Deutschland-
und unsere Rückkehr.Wir haben gekämpft um alles- umschreibung des Führerscheins, erhalt unseres containers zu alt um arbeit zu bekommen a.s.o.nach 20 jahren in den USA fanden wir eine Rückentwicklung vor- talk shows like Jerry Springer-eben die Sprache hatte diesen asozialen touch.nach wie vor die gleichen autobanhnstaus
tricky_dude (22.06.2008, 09:57 Uhr)
Deiche?
Die Merkel soll erst mal deutsche Bildungssytem in Ordnung bringen, aber das tut sie auch nicht. Und beim nächsten Hochwasser wird sich zeigen was unsere eigenen Deiche taugen.
042020 (21.06.2008, 22:36 Uhr)
Gisella, in conclusion:
MN, mehr Norweger/Sweden wie deutsche.
selbstanding, konnte man doch Versicherung kaufen.
old Armee = nein, Marines.
Kirche, da hast recht,
gehe nie, ist eben nur eine grosse geldmacherei.
Korea, war zu kalt um hinter den Madchen herzugehen ? so sind eben
in 1500 ft hohe geblieben.
falsch, habe allen respect vom alter ?
nun hoffe es gibt noch brotchen ende
Nov. dan werde ich ganz kurz in "D" sein. muss eben vorher etwas Turkisch lernen.
nun aber ins bett mit dir, doch es war spass.
PS nicht vergessen der Tante Merkel
sagen sie soll uns etwas Geld senden
fur die alten Deiche zum reparieren.
Gisella (21.06.2008, 22:02 Uhr)
An 042020
waren selbständig- na, ja retired -old-army- kein wunder- ist doch alles richtig, was ihr in all den kriegen gemacht habt.MN- viele deutsche.bin vor vielen jahren aus der von dir gen. kirche ausgetreten, vergessen- was alles in der kirche in den USA vorgefallen ist? häng dir alle deine verdienten orden an und ich hole morgenfrüh meine brötchen.Es lohnt sich nicht mit dir weiter zu diskutieren, wirst zu persönlich.Anstand vor Alter-noch nichts davon gehört? Als du in Korea warst-warum eigentlich- war ich noch in der schule.Alles gute .
J.Stahl (21.06.2008, 21:47 Uhr)
h.p
schöner hätte ich es nicht sagen können.amis und deutsche haben alle so ihre macken,mal süß mal weniger süß.
H.P. (21.06.2008, 21:21 Uhr)
Deutsche in Amerika
http://www.arte.tv/de/geschichte-gesellschaft/Deutsche_20in_20Amerika/1121274.html
Schwerpunkt zur Geschichte der deutschen Auswanderung in die USA.
Jeder vierte Amerikaner, rund 60 Millionen, sind deutschstämmig. Die deutschen Einwanderer prägen bis heute das kulturelle, wirtschaftliche und öffentliche Leben der amerikanischen Nation.
Ein Viertel der Amerikaner sind deutschstämmig, deshalb kann ich nicht verstehen warum hier so viele Amerikaner und Deutsche sich gegenseitig beschimpfen. Es ist nicht das Volk, es sind die Regierungen die uns gegenseitig aufhetzen und uns in die Armut treiben, es wäre besser wir würden mehr zusammenhalten und diese Regierungen abwählen und stürzen.
042020 (21.06.2008, 21:21 Uhr)
GISELLA
Glaube Minnesota gehort nicht zu Deutschland, so kann ich meine
staatsburgerschaft nicht eintauschen. also Trucker und keine
Versicherung muss fur eine schone
low live company gearbeited haben ?
ende der 50 anfang 60 jahren gab es
fur mich auch nicht viel versicherung, grund "Military Aviation" doch das ist nun alles richtig gemacht worden.
so es geht mir auch ohne brotchen
sehr sehr gut.noch etwas was mir
immer einfallt wen mit einem deutschen Norgler rede: if you can stand the heat in the kitchen get out of the kitchen.
wow MWS sogar 19%, da kann Tante
Merkel uns was senden um die Deiche
im zu reparieren.
bitte nicht vergessen morgen zur Kirche, dafur musst doch auch zahlen
in "D"
gruss
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