3. Dezember 2007, 06:59 Uhr

Chávez verliert Verfassungsreferendum

Herbe Niederlage für Venezuelas Präsident Hugo Chávez: Die Bürger lehnten seine Verfassungsreform mit knapper Mehrheit ab. Mit der Änderung wollte Chávez erreichen, unbegrenzt wiedergewählt werden zu können. Nun werden gewaltsame Proteste erwartet

Ein Mann steht vor einem Chavez-Bild: Der venezuelanische Präsident wollte seine Macht ausweiten, die Verfassungsänderung wurde aber abgelehnt©

Die Bürger des südamerikanischen Erdöllandes Venezuela haben in einem Referendum die von Staatspräsident Hugo Chávez geplante Einführung des Sozialismus mit knapper Mehrheit abgelehnt. Nach Auszählung von rund 88 Prozent der Stimmen sei der erste Teil der vorgesehenen Verfassungsänderungen von 50,70 Prozent und der zweite von 51,05 Prozent der Wähler zurückgewiesen worden, teilte die Wahlbehörde CNE in der Nacht zum Montag in Caracas mit. Eine Änderung des ablehnenden Ergebnisses sei im Verlauf der weiteren Stimmenauszählung rechnerisch nicht mehr möglich, erklärte CNE-Präsidentin Tibisay Lucena.

Es ist die erste Abstimmungsniederlage von Chávez in knapp neun Regierungsjahren. Nach dem Scheitern der angestrebten Verfassungsreform darf der Linksnationalist nun nach Ende seiner Amtszeit im Jahr 2012 nicht mehr für das Amt des Staatspräsidenten kandidieren. Der Reformentwurf sah unter anderem die unbegrenzte Wiederwählbarkeit des Präsidenten vor. Zudem sollte der Präsident die Kontrolle über die ausländischen Währungsreserven und weitgehende Befugnisse im Fall eines Ausnahmezustandes erhalten. Mit der Reform wollte Chávez seine sozialistische Revolution verankern. Kritiker warfen ihm vor, damit seine Macht zu sehr zu erweitern

Chávez hat seine Niederlage eingestanden. Er tue dies, um Spannungen im Land zu vermeiden, sagte er nach der Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses. Beobachter fürchteten für den Fall eines knappen Ausgangs Proteste bis hin zu gewaltsamen Ausschreitungen.

DPA/Reuters
 
 
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KOMMENTARE (5 von 5)
 
despera.do (03.12.2007, 09:18 Uhr)
okay
bevor das ein geistiger tiefflieger für voll nimmt - vorsicht der kommentar war pure ironie
despera.do (03.12.2007, 09:16 Uhr)
geht doch
der volksheld hat es mal wieder allen gezeigt, so einen brauchen wir auch in deutschland bitte
nightmare_online (03.12.2007, 08:59 Uhr)
Achwas
Tja so ist das.
Das der "Dämon", der "Diktator", der "neue Hitler" und was nicht sonst alles über Chavez zusammengeschwurbelt wurde, in freier, geheimer und gleicher Wahl eine Abstimmungsniederlage erleidet, ist wohl so ziemlich das schlimmste was den Hetzern hier und anderswo hätte passieren können.
Denn nichts beweist wohl besser eine funktionierende Demokratie als so ein Vorgang. Und nichts passt diesen Leuten weniger ins Konzept. Da geht die Glaubwürdigkeit der Dämonisierungs-Versuche nämlich schlicht den Bach herunter.
Na da kann ja nur noch ein CIA-gesponsorter Putsch nach Chilenischem Muster aus der Patsche helfen ...
Cahuita (03.12.2007, 08:47 Uhr)
@Putinki
JA, er ist ein Volksheld !!
Er hält seinen Hintern nicht dem Westen und den Ölbaronen. Er wehrt sich gegen die angeblichen "Kämpfer für Demokratie und Freiheit".
Putinki (03.12.2007, 07:53 Uhr)
Chavez der Volksheld
Chavez kann gar nicht verlieren. Erst wird demonstriert, dann Bush beschimpft und dann das Referendum so oft wiederholt, bis Chavez als strahlender Sieger hervorgeht. Ganz einfach. Putin hat es ihm vorgemacht. Die "fortschrittlichen" Kräfte des Volkes sind auf dem Vormarsch. Das ist eine "neue Form" der Demokratie. Früher nannte man das auch schon die Diktatur des Proletariats.
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