. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
22. August 2007, 10:20 Uhr

Chavez darf ewig bleiben

Mal bezeichnet er US-Präsident Bush als Satan, mal spendiert er Londoner Armen Busfahrten - Venezuelas Präsident Hugo Chavez insziniert sich gern als sozialistischer Revolutionär. Jetzt hat das Parlament entschieden, dass er unendlich oft wiedergewählt werden darf.

"Sozialistische Revolution": Präsident Hugo Chavez will eine unbegrenzte Amtszeit und mehr Macht des Staates© AP/MirafloresPress

Das venezolanische Parlament hat die von Präsident Hugo Chavez vorgeschlagenen Verfassungsänderungen in einer ersten Lesung gebilligt. Der Abstimmung sollen noch zwei weitere folgen. In dem Parlament sitzen ausschließlich Chavez-Anhänger, weil die Opposition die vergangene Wahl boykottierte. Das letzte Wort hat jedoch die Bevölkerung, die über die weitreichenden Reformen voraussichtlich im Dezember abstimmen wird.

Mit den Änderungen von 33 der insgesamt 350 Artikel will Chavez unter anderem ein Ende seiner Amtszeitbegrenzung erreichen, damit er seine "sozialististische Revolution" ungehindert vorantreiben kann. Die Amtszeit soll demnach von sechs auf sieben Jahre verlängert und eine unbegrenzte Wiederwahl möglich werden. Nach der gegenwärtigen Verfassung dürfte Chavez zum Ende seiner zweiten Amtszeit 2012 nicht noch einmal kandidieren.

Ausweitung staatlicher Befugnisse bei Enteignungen

Zudem will Chavez die Unabhängigkeit der Zentralbank abschaffen und die staatlichen Befugnisse für Enteignungen ausweiten. Auch in der Sozialpolitik schlägt der vor allem bei der armen Bevölkerung populäre Linkspolitiker Reformen vor. So soll die maximale Arbeitszeit pro Tag von acht auf sechs Stunden reduziert und Sozialleistungen für Arbeiter im informellen Sektor wie etwa Straßenverkäufer eingeführt werden.

Chavez war 1998 mit deutlicher Mehrheit ins Amt gewählt und 2004 klar bestätigt worden. Obwohl die Wahlen von Beobachtern als fair bezeichnet wurden, betrachten die USA Chavez als einen autoritären Herrscher und eine Gefahr für die Demokratie. Bei seiner ausgabenorientierten Politik kann sich Chavez vor allem auf den Ölreichtum Venezuelas und den anhaltend hohen Ölpreis stützen.

Reuters
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
sunnyboy_1 (23.08.2007, 15:40 Uhr)
exactamente X-cube
Das Geheule der Industriestaaten, allen voran die USA, dass es sich um einen Diktator handelt, ist bis jetzt starker Tobak.
Bisher konnte die Bevoelkerung jedes Mal entscheiden, ob sie die von der Regierung entworfenene Verfassung annimmt oder nicht. Auch dieses Mal wird sie im Dezember darueber befinden, ob Chavez so oft gewaehlt werden darf, bis er eben abgewaelt wird. Das gibt es in Deutschland doch auch. Oder hat Kohl nach acht Jahren freiwillig abgedankt?
Warum wird bei Chavez ein so grosses Theater gemacht??
Im Falle Bush kann man nur froh sein, dass d e r nicht wieder gewaehlt wird.
Ich lebe hier seit acht Jahren, also genau so lange, wie Chavez an der Macht ist. Mir und anderen geht es wahrlich nicht schlecht.
Dass die oppositionellen Medien nicht immer "objektiv" berichten, ist sogar auslaendischen Medienvertretern aufgefallen.
Ich habe nichts gegen einen humanen Sozialismus, in dem man sich entscheiden kann, ob der Praesident bis zu seinem Tode gewaehlt werden kann. (seinem natuerlichen Tod ;)
Viele beklagen sich, dass er autokratisch regiert. Klar, kann er auch, ist ja keine nennenswerte Opposition da, die ihn an irgend etwas hindern koennte.
x-cube (23.08.2007, 11:31 Uhr)
Chavez
Das die Medien (die ja abhängig von der Großindustrie sind und nicht pro sozialistisch sein dürfen) gegen Chavez berichten ist klar. Auch den USA ist der Sozialist ein Dorn im Auge und desshalb haben diese auch seinen Sturz unterstützt. Die ärmere Bevölkerung z.B. hat sein dem Antritt von Chavez einen Einkommenszuwachs von 20% und die Wirtschaft einen Konsumzuwachs von 25%. Die Energiekonzern abzocke wurde gestoppt. Die großen Weltlenker wie z.B. Energiekonzerne, Wirtschaftsgrößen, Medienvertreter usw. haben eine riesige Angst, dass Chavez Erfolg haben könnte und die Bevölkerung zu mehr Wohlstand kommt und sich dieses Modell als Nachahmenswert entpuppt. Desshalb werden in den Medien die Erfolge verschwiegen. Weiterhin wird verschwiegen, dass die Bevölkerung Chaves jederzeit abwählen und jedes Gesetz verhindern kann. Gibt es etwas Demokratischeres?
sunnyboy_1 (23.08.2007, 02:51 Uhr)
Chavez vor ever
Bisher geht es keinem Buerger durch Chavez schlechter.
Das Gegenteil ist der Fall.
Alle, die sich ueber Chavez beschweren, fahren mittlerweile vier grosse Schlitten, gegenueber vorher zweien. Kaufen sich Appartements an allen Plazas und beschweren sich taeglich, wie schlecht es ihnen geht. Ich habe nichts gegen die Revolution von Chavez, weil sich eh keiner an ihr beteiligt ;)
Die Venezolaner sind dermassen traege, dagegen ist ne Schnecke ein Windhund.
Wer hat schon Lust, bei diesem herrlichen Wetter, den schoenen Straenden und Weibern zu revolutionieren ?? ;)
Venezolaner interessiert nur eins: Geschenke, Geschenke und wenig Arbeit. Und all das bekommen sie von Chavez. Der wird so lange im Amt bleiben, bis er vor Herzverfettung vom Stuhl kippt oder seine Stimmbaender Schiffbruch erleiden. Das waere sein Ende, weil er dann nicht mehr taeglich den gelangweilten Buergen seine aetzenden Reden vortragen koennte.
Aber Venezolaner sind abgehaertet. Sie ertragen den groessten Stuss und jeden Laerm.
Viva Venezuela ;))
viva Chavez ;(
MEHR ZUM ARTIKEL
London Chavez zahlt Armen Bahn-Tickets

Londonern, für die Busfahrten zu teuer sind, wird das Busticket von Hugo Chavez persönlich bezahlt. Knapp 25 Millionen Euro Unterstützung stellt der venezolanische Staatschef zur Verfügung. London revanchiert sich dafür mit Stadtplanung. mehr...

Venezuela Chavez sieht noch mehr Staatsfeinde

Erst machte Hugo Chavez den Sender RCTV dicht, nun ist auch der oppositionelle Kanal Globovision gefährdet. Die Journalistenorganisation "Reporter ohne Grenzen" sieht die Pressefreiheit massiv gefährdet. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe