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Die Franzosen sind über die EU-Verfassung tief gespalten. Am kommenden Sonntag wird den Franzosen eine schlichte Frage gestellt. Die Antwort - ein einfaches "Ja" oder "Nein" - dürfte die Zukunft Europas Jahren bestimmen.
Der EU-Verfassung steht auf der Kippe. In Frankreich droht die Ratifizierung zu scheitern, auch in den Niederlanden herrscht Skepsis. Selbst im europafreundlichen Deutschland regt sich Kritik - vier Länderchefs dringen beim Kanzler auf mehr Macht in Brüssel.
Vor der Volksabstimmung in Frankreich über die EU-Verfassung hat sich Bundeskanzler Schröder noch einmal für ein "Ja" stark gemacht. Die Verfassungsgegner liegen aber in Meinungsumfragen weiterhin vorne.
Die Franzosen stimmen heute per Referendum über die EU-Verfassung ab. Gegner und Befürworter liefern sich ein "Kopf an Kopf"-Rennen. Zur Schließung der Wahllokale um 22 Uhr wird mit ersten Prognosen gerechnet.
War vor den Referenden in Frankreich und Holland noch die Mehrheit der Deutschen für die EU-Verfassung, so hat sich das Blatt nun gewendet. Kanzler Gerhard Schröder plädiert daher für eine Denkpause.
Die EU-Verfassung ist mit deutlicher Mehrheit an Frankreich gescheitert, das von vielen befürchtete "Non" hat gesiegt. Das klare Ergebnis ist auch eine schwere Niederlage für Präsident Chirac, der eine Regierungsumbildung in Aussicht stellte.
Bei dem Referendum in den Niederlanden wird wieder mit einer klaren Ablehnung der neuen EU-Verfassung gerechnet. Ministerpräsident Jan Peter Balkenende hat bereits Vorkehrungen getroffen.
Die EU-Verfassung steht vor dem Aus. Damit sich die Krise nicht noch mehr ausweitet, eilen Staats- und Regierungschefs zu Konsultationen quer durch Europa - wie Jacques Chirac, der am Samstag nach Berlin reist.
Die bunten Wort-Girlanden hätten sich die EU-Chefs nach ihrem Brüsseler Gipfel getrost schenken können: Die Krise haben sie noch nicht beendet. Nur Angela Merkel, die haben sie mit einer wichtigen Mission betraut.
Die EU soll doch noch eine Verfassung bekommen, 18 Länder sind dafür, eine Minderheit dagegen, aber die Minderheit ist tonangebend. Deutschland hat seit Januar die EU-Ratspräsidentschaft und will das Blatt wenden. Gut so.
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