30. April 2012, 08:03 Uhr

Libyens Ex-Geheimdienstchef nennt Beweisstück Fälschung

Das Schriftstück, welches beweisen soll, dass Gaddafi Sarkozy Wahlkampfhilfe angeboten hat, ist nun womöglich doch nur eine Fälschung. Dies sagt zumindest Lybiens ehemaliger Geheimdienstchef.

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Libyens ehemaliger Geheimdienstchef Mussa Kussa nennt die angeblichen Beweisdokumente eine Fälschung©

Ein in Frankreich veröffentlichtes Dokument, demzufolge Libyens früherer Machthaber Muammar al Gaddafi den jetzigen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy vor fünf Jahren mit einer Wahlkampfspende unterstützen wollte, ist laut Gaddafis früherem Spionagechef eine Fälschung. "All diese Geschichten sind gefälscht", sagte der in Katar im Exil lebende Ex-Geheimdienstchef Mussa Kussa am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP in Doha.

Das französische Enthüllungsmagazin Mediaport hatte am Samstag ein Dokument veröffentlicht, wonach Libyen bereit war, Sarkozys Wahlkampf im Jahr 2007 mit 50 Millionen Euro zu unterstützen. In dem angeblich von Kussa unterzeichneten Dokument ist von einer entsprechenden "Grundsatzvereinbarung" die Rede. Ob das Geld tatsächlich geflossen ist, blieb offen. Es sei "offensichtlich", dass der Bericht "haltlos" sei, sagte Kussa auf Anfrage von AFP. "Es lohnt sich nicht, sich damit aufzuhalten." Weitere Angaben wollte Kussa nicht machen.

Wahlkampf wird zur Schlammschlacht

Auch Sarkozy hatte von einer Fälschung gesprochen und den Bericht als "infam" zurückgewiesen. Mediapart sei "für unlautere Mittel bekannt und eine Agentur im Auftrag der Linken". Die Internetseite wurde von einer Gruppe linksgerichteter Journalisten gegründet und wird von gleichgesinnten Investoren gefördert.

Sarkozy tritt am kommenden Sonntag in der Stichwahl um das Präsidentenamt für eine zweite Amtszeit an. Der Wahlkampf-Endspurt wird zunehmend zur Schlammschlacht: Sarkozys sozialistischer Herausforderer François Hollande, der als Favorit ins Rennen geht, musste sich am Wochenende wegen einer Party führender Sozialisten mit dem skandalumwitterten Dominique Strauss-Kahn rechtfertigen.

AFP
 
 
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