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Freie Syrische Armee bekennt sich zu Attentat

Bei einem Bombenanschlag in Damaskus sind nach Medienberichten der syrische Verteidigungsminister und ein Schwager Assads getötet worden. Die Freie Syrische Armee bekennt sich zu dem Attentat.

Die Freie Syrische Armee (FSA) hat sich zu dem Selbstmordanschlag von Damaskus bekannt. Wie das staatliche Fernsehen berichtete, übernahm die FSA die Verantwortung für den Anschlag, bei dem am Mittwoch der syrische Verteidigungsminister Daud Radscheha, der Schwager von Präsident Baschar al Assad, Assef Schaukat, und die ehemalige Regimegröße Hassan Turkmani getötet wurden. In einer per E-Mail bei der Nachrichtenagentur AFP in Beirut eingegangenen Mitteilung erklärte die FSA, der Anschlag sei ein "Erfolg" gewesen. Mehrere Verantwortliche der Regierung von Staatschef Assad, "die für barbarische Massaker verantwortlich sind", seien getroffen worden. Die FSA setzt sich vor allem aus Deserteuren der regulären syrischen Streitkräfte zusammen und verfügt über mehrere tausend Kämpfer. Schaukat war zuletzt stellvertretender Kommandeur der Streitkräfte. Turkmani war früher Verteidigungsminister und hatte zuletzt den Rang eines Assistenten des Vizepräsidenten.

Nach dem Bombenanschag gab es in Damaskus offenbar weitere Explosionen. Anwohner berichteten von fünf Detonationen im nordwestlichen Hauptstadtbezirk Muhadschirin. Die Basis wird von einer Division genutzt, die von Assads Bruder Maher geführt wird. Zunächst war unklar, ob diese Einheiten Ziel eines Angriffs waren. Das Informationsministerium erklärte, es habe an der Militärbasis keine Explosionen gegeben.

Assad ernannte dem staatlichen Fernsehen zufolge kurzfristig einen neuen Verteidigungsminister. Demnach soll Fahd al Freidsch das Amt übernehmen. Die Armee erklärte ihre Entschlossenheit, das Land von "Terroristen" zu "säubern". Wer mit Anschlägen auf "bestimmte Führer" das Land erschüttern wolle, erliege einer "Illusion", hieß es in der Erklärung weiter. Jeder, der die "Sicherheit Syriens" bedrohe, werde "zur Strecke gebracht".

Vor einem Gebäude der Sicherheitskräfte war am Mittwoch ein Sprengsatz explodiert. In dem Gebäude im Al-Rawda-Viertel habe gerade eine hochrangig besetzte Sitzung stattgefunden, zahlreiche Angehörige der Sicherheitskräfte seien verletzt worden. Unter den Verletzten ist den Angaben zufolge auch Innenminister Mohammed Ibrahim al Schaar.

Das Staatsfernsehen berichtete, das Attentat sei das Werk eines Selbstmordattentäters. Das angegriffene Gebäude befindet sich im Zentrum der syrischen Hauptstadt in einem stark abgesicherten Viertel. Die Behörde für Nationale Sicherheit wird von General Hischam Ichtiar geleitet. Der 71-jährige General gilt als eine der treibenden Kräfte bei der Niederschlagung der syrischen Aufständischen.

Die beiden Regimegrößen Schawkat und Radscheha waren im vergangenen Mai schon einmal totgesagt worden. Damals war berichtet worden, sie seien bei einem gemeinsamen Essen des Krisenstabs in Damaskus vergiftet worden.

Viele Tote bei Kämpfen in Damaskus

Bei Kämpfen in der syrischen Hauptstadt wurden nach Angaben einer Aktivistengruppe außerdem mehr als 60 Soldaten getötet. Wie die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch mitteilte, wurden am Montag zwischen 40 und 50 Soldaten getötet, mindestens 20 weitere am Dienstag. Damaskus wird seit Sonntag von heftigen Kämpfen zwischen Soldaten und Aufständischen erschüttert.

Auch am Mittwoch gab es erneut heftige Gefechte in der Hauptstadt. Aktivistenangaben zufolge nahm die Armee die Viertel Kabun und Barseh von Kampfhubschraubern aus unter Beschuss. Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und der von Deserteuren gegründeten Freien Syrischen Armee (FSA) gab es demnach in den Stadtteilen Midan und Kafar Susse. Landesweit zählten die Regimegegner am Mittwoch 18 Tote.

Regime: Kampf um Damaskus bald beendet

Die Rebellen hatten am Dienstagabend eine "Schlacht für die Befreiung" von Damaskus angekündigt. Die regierungsnahe Zeitung "Al-Watan" titelte, der Kampf um Damaskus werde "bald beendet" sein, die Hauptstadt werde zum "Friedhof der Angreifer". Die regierungsamtliche Zeitung "Al-Thawra" schrieb, "Damaskus ist schwer in die Knie zu zwingen, selbst wenn sich die ganze Welt gegen diese Stadt verbünden sollte."

In Damaskus wird seit dem Wochenende gekämpft, doch die meisten Menschen sterben nach wie vor in der syrischen Provinz. Denn auch aus anderen Landesteilen wurden am Mittwoch anhaltende Kämpfe gemeldet. Am Dienstag waren nach Angaben der Beobachtungsstelle bei der landesweiten Gewalt 93 Menschen getötet worden, darunter 48 Zivilisten.

Ex-General ruft zum Wandel auf

Unterdessen hat der abtrünnige syrische General Manaf Tlass, der lange Jahre ein enger Vertrauter des syrischen Präsidenten Baschar al Assad war, zu einem politischen Wandel in seiner Heimat aufgerufen. Der bislang hochrangigste Deserteur, der Anfang Juli abgetaucht war, übermittelte am Dienstagabend der Nachrichtenagentur AFP eine Erklärung in Paris, wo er sich inzwischen aufhält. Darin forderte er ein Ende des "Blutvergießens" und warf der syrischen Führung vor, die "Hauptverantwortung" an der Krise in dem Land zu tragen.

Syrien müsse "durch einen konstruktiven Übergang" aus der Krise kommen, der die "Einheit, Stabilität und Sicherheit" des Landes sowie die "legitimen Bestrebungen" des Volkes gewährleisten müsse. Er sei ohne persönliche Ambitionen bereit, zu einer "besseren Zukunft" beizutragen. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius hatte vergangene Woche erklärt, dass Tlass in "Kontakt" mit der syrischen Opposition stehe. In seiner Erklärung geht Tlass aber nicht darauf ein, ob er sich der Opposition angeschlossen hat.

swd/mlr/AFP/DPA/Reuters/DPA/Reuters

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