. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
8. Oktober 2009, 19:30 Uhr

Klaus spielt mit EU Katz und Maus

Während Polen am Samstag den Reformvertrag von Lissabon endlich unterzeichnen will, spannt der tschechische Präsident Vaclav Klaus die Europäische Union weiter auf die Folter. Der EU-Kritiker stellt eine neue Bedingung für seine Unterschrift.

Lissabon, Europäische Union, EU, Vertrag von Lissabon, Reformvertrag, Polen, Tschechien

Spielt weiter auf Zeit: Tschechiens EU-kritischer Präsident Vaclav Klaus© John Thys/AFP

Tschechiens EU-kritischer Präsident Vaclav Klaus setzt bei der Ratifizierung des Reformvertrags von Lissabon weiter auf Verzögerungstaktik. Für seine Unterschrift stellte er am Donnerstag eine neue Bedingung. Klaus verlange eine Fußnote in dem Vertrag mit einem Hinweis auf die EU-Charta der Menschenrechte, sagte der schwedische Ministerpräsident und amtierende EU-Ratschef Fredrik Reinfeldt nach einem Telefonat mit dem Tschechen. Klaus' polnischer Kollege Lech Kaczynski ließ unterdessen mitteilen, er werde seine Unterschrift unter das Vertragswerk an diesem Samstag leisten.

Die Ratifizierungen in Tschechien und Polen sind die letzten Hürden für die neue Rechtsgrundlage der EU, nachdem die Iren im zweiten Anlauf in einer Volksabstimmung vergangene Woche Ja sagten. Die EU ringt schon seit mehr als zehn Jahren um die Reform, die wegen der Erweiterung auf mittlerweile 27 Staaten notwendig wurde.

"Die falsche Botschaft zur falschen Zeit"

Der tschechische Regierungschef Jan Fischer äußerte sich zuletzt zuversichtlich, dass sein Land spätestens bis zum Jahresende die Ratifizierung abschließen werde. Doch ehe Klaus unterzeichnen kann, muss über eine erneute Verfassungsbeschwerde von tschechischen Senatoren entschieden werden. Reinfeldt zufolge sagte Klaus, er werde erst nach einem Urteil des Gerichts präzisieren, welche Formulierung ihm bei der Fußnote vorschwebe.

Gleichwohl habe er eine Unterschrift zugesagt, wenn das Urteil den Vertrag bestätige und die Fußnote hineinkomme. "Er sagte, er wolle, dass der Rat (der Staats- und Regierungschefs) zustimmt. Ich sagte ihm, das sei die falsche Botschaft zur falschen Zeit für die EU. Ich habe ihm klar gesagt, dass es auf seine Tinte auf dem Papier ankommt. Ich will nicht, dass dadurch der Vertrag weiter verzögert wird", berichtete Reinfeldt. Klaus hatte sich in den vergangenen Tagen geweigert, mit dem EU-Ratschef zu sprechen. Am Freitag will der Präsident des Europa-Parlamentes, Jerzy Buzek, nach Prag reisen, um Klaus zu überzeugen. Dies wird als Teil einer EU-weiten diplomatischen Offensive zur endgültigen Ratifizierung des Vertragswerkes angesehen.

Kaczynski will bei Zeremonie Vertrag bestätigen

Unterdessen ging in Polen das Versteckspiel um die noch fehlende Unterschrift von Präsident Lech Kaczynski unter die Ratifizierungsurkunde weiter. Zunächst sagte einer seiner Berater am Donnerstag im polnischen Fernsehen, der Präsident werde den Vertrag am Sonntag unterzeichnen. Wenig später widersprach der Zwillingsbruder des Präsidenten Jaroslaw Kaczynski: Sein Bruder werde den Vertrag nicht am Sonntag unterzeichnen. Jaroslaw Kaczynski war früher Ministerpräsident. Der Chef der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit hatte gemeinsam mit seinem Bruder bereits 2007 den EU-Gipfel über den Reformvertrag zeitweise lahmgelegt, um Zugeständnisse herauszuschlagen.

Der Chef der Präsidentenkanzlei, Wladyslaw Stasiak, stellte schließlich klar. Kaczynski werde unterschreiben, aber nicht am Sonntag sondern am Samstag. Die Zeremonie, an der unter anderem EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso sowie EU-Parlamentspräsident Buzek teilnehmen, werde um 12 Uhr im Präsidentenpalast stattfinden.

Reuters/DPA/AP
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Referendum Irland stimmt EU-Vertrag zu

Die irischen Bürger haben im zweiten Anlauf dem EU-Vertrag von Lissabon zugestimmt. Ministerpräsident Brian Cowen bestätigte formell den Ausgang des Referendums und sprach von einem "guten Tag für Irland". Deutsche Politiker nehmen die Entscheidung erleichtert zur Kenntnis. mehr...

EU-Reformvertrag von Lissabon Irlands Hassliebe zu Europa

Der Ton ist rüde, die Stimmung aufgeheizt: Vor der erneuten Abstimmung über den EU-Reformvertrag von Lissabon ist in Irland um jede Stimme gekämpft worden - oft mit nicht ganz feinen Mitteln. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe