Was passiert nun mit der Weltwirtschaft? Kommt eine Deflation, eine Inflation oder gar eine Hyperinflation? Noch jagt eine Hiobsbotschaft die nächste, alles erscheint düster, und selbst viele der einschlägigen Experten wagen keinen Ausblick. Vier Szenarien, wie es weitergehen könnte - auch im schlechtesten Fall. Von Tobias Aigner und Thomas Schmoll

Blick in die Börse in New York: Eine Einschätzung der Entwicklung der Weltwirtschaft bleibt schwierig© Peter Foley/EPA
Mal ist die Nachricht gut, dann ist sie wieder schlecht. Mal vermeldet ein Konzern ein beachtliches Ergebnis oder gar einen Gewinn, dann veröffentlicht der nächste wieder einen Milliardenverlust.
Mal gibt eine Bank bekannt, dass ihr Minus nicht ganz so horrend ausgefallen ist, wie von Experten prognostiziert worden war - dann warnt der Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio: "Wir sind uns doch ziemlich sicher, dass unsere Banken in ein paar Monaten die volle Wucht der schärfsten aller bisherigen Rezessionen in ihren Kreditportfolios spüren werden." Und wenn der ifo-Index zum zweiten Mal in Folge gestiegen ist, heißt es gleich wieder: aber nicht so stark wie erhofft.
So geht das nun seit Wochen - und ein Ende ist nicht in Sicht. So bleibt die Einschätzung der weiteren Entwicklung auch für Fachleute schwierig. Dass Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) wollte für das kommende Jahr gar keine Prognose mehr wagen. Ein Ende der scharfen Rezession zeichne sich zwar ab, 2010 sei eine Erholung drin. Aber eine Vorhersage lehnte DIW-Präsident Klaus Zimmermann ab: "Allein schon die Debatte darüber ist schädlich, denn sie schafft neue Unsicherheiten."
Wie geht es weiter mit der Konjunktur? Die Arbeitslosigkeit steigt. Doch gerade die Deutschen - berühmt für ihre Sparwut - üben sich nicht in übertriebener Kaufzurückhaltung. Im Gegenteil erwarten die Einzelhändler steigende Umsätze. An den Börsen ist seit Wochen ein Aufwärtstrend erkennbar, ohne dass es zu regelrechten Sprüngen kommt. Der Dax schleicht seit Tagen um die 5000-Punkte-Linie. Wagt er den Sprung hinüber, verharrt er kurze Zeit danach wieder unterhalb der Marke. Wie geht es also weiter mit der Konjunktur? Bekommen wir japanische Verhältnisse? Wie wird sich die Preisentwicklung gestalten? Welche Folgen hat die Entwicklung für Investoren und ihre Depots? Und wie können sich Privatanleger schützen? Das Wirtschaftsmagazin Capital hat vier Szenerien erstellt - von der großen Geldvernichtung bis zum kleinsten Übel. Hier zeigen wir Ihnen die Varianten auf.