Im Norden des Kosovos haben die dort lebenden Serben am Dienstagmorgen ein Referendum begonnen, das über ihre Zukunft im jüngsten Staat Europas entscheiden soll.

Schon vor der Volksabstimmung machten die Serben im Nordkosovo ihre Meinung zur albanischen Regierung deutlich: Teile einer serbischen Barrikade im August 2011© Thomas Brey/DPA
Sie sind Serben, leben im Norden des Kosovo, wollen aber lieber zur Mutterrepublik Serbien gehören. Eine Volksabstimmung soll diesem Wunsch nun demokratische Legitimität verleihen. Die Wahllokale öffneten am Dienstag um 07.00 Uhr (MEZ) und werden um 18.00 Uhr schließen, am Mittwoch wird die Wahl fortgesetzt. Die mehr als 35.000 Wahlberechtigten sollen bei dem Referendum die Frage beantworten: "Erkennen sie die Institutionen der sogenannten Republik Kosovo in Pristina an?" Es wird erwartet, dass nahezu 100 Prozent der Stimmberechtigten mit "Nein" votieren. Die USA und die EU wollen dagegen, dass sich die Serben im Nordkosovo bei sehr weit gefasster Autonomie der albanisch geführten Regierung in Pristina unterstellen.
Die Abstimmung findet kurz vor dem vierten Jahrestag der Loslösung des Kosovo von Serbien am 17. Februar 2008 statt. Die serbische Regierung in Belgrad erkennt die Unabhängigkeit seiner früheren Provinz bis heute nicht an, lehnt das Referendum jedoch als verfassungwidrig ab.