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6. Mai 2009, 18:39 Uhr

Mehr als 100 Tote in Pakistan und Afghanistan

Dutzende zivile Opfer bei US-Luftangriffen in Afghanistan, schwere Gefechte mit mehr als 100 Toten in Pakistan: Vor dem Dreiergipfel mit den USA in Washington sind die beiden Krisenstaaten von Gewalt erschüttert worden.

Pakistan, Taliban, Kämpfe, Daggar, Atomwaffen

In Afghanistan verloren dutzende Zivilisten ihr Leben bei US-Angriffen, in Pakistan wurden bei schweren Gefechten mehr als 100 Menschen getötet© Adil Khan/Reuters

Vor dem Dreiergipfel mit den USA in Washington sind die beiden Krisenstaaten Afghanistan und Pakistan von Gewalt erschüttert worden. In Afghanistan verloren dutzende Zivilisten ihr Leben bei US-Angriffen und in Pakistan wurden bei schweren Gefechten mehr als 100 Menschen getötet. Zum Auftakt des Treffens zeigte sich US-Außenministerin Hillary Clinton am Mittwoch tief betroffen und versprach eine Untersuchung. Am Abend wollte US-Präsident Barack Obama mit seinen Amtskollegen aus Afghanistan und Pakistan, Hamid Karsai und Asif Ali Zardari, zu Beratungen über die alarmierende Situation und den Vormarsch der Taliban in den beiden Nachbarstaaten zusammenkommen. Zentrales Thema ist auch die Sorge, dass pakistanische Atomwaffen in die Hände von Extremisten fallen könnten.

Bei US-Luftangriffen in der südwestafghanischen Provinz Farah wurden nach Informationen afghanischer Parlamentsabgeordneter vom Mittwoch mehr als 100 Zivilisten getötet. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) bestätigte den Tod Unschuldiger. Mitarbeiter des Hilfswerks hätten am Dienstag - einen Tag nach den Bombardements - Dutzende Leichen gefunden. Unter den Toten seien Frauen und Kinder, sagte IKRK-Sprecherin Jessica Barry. Karsai nannte die zivilen Opfer "nicht zu rechtfertigen und inakzeptabel". Er ordnete eine Untersuchung an und wollte das Thema beim Gipfel ansprechen. Vor der Präsidentschaftswahl im August hat Karsai, der erneut kandidiert, seine Kritik am Vorgehen der ausländischen Truppen verschärft.

Clinton betonte, dass das Schicksal der beiden südasiatischen Krisenländer den Einsatz der gesamten US-Regierung forderten, nicht nur des Außen- und Verteidigungsministeriums. Alle drei Staaten seien mit der selben Bedrohung und denselben Herausforderungen konfrontiert, sagte Clinton. Auf dem Gipfel solle nun die Zusammenarbeit der drei Staaten genauer festgelegt werden. Hamid Karsai und Asif Ali Zardari vereinbarten zum Auftakt des Treffens, Gespräche über ein gemeinsames Transitabkommen aufzunehmen.

Bei Gefechten im Norden Pakistans wurden am Mittwoch mehr als 100 Menschen getötet. Aus der Armee hieß es, bei Kämpfen in der Taliban-Hochburg Swat und dem Nachbarbezirk Buner seien mindestens 77 Aufständische und drei Angehörige der Sicherheitskräfte ums Leben gekommen. Der Nachrichtensender Dawn berichtete, auch 35 Zivilisten seien gestorben. Mittwoch war der blutigste Tag seit Beginn der Militäroperationen im Norden Pakistans vor eineinhalb Wochen. Insgesamt kamen seitdem mehr als 350 Menschen ums Leben.

In Swats Bezirkshauptstadt Mingora drohten bei Gefechten Dutzende Waisenkinder ins Kreuzfeuer zu geraten. Der Chef des Waisenhauses "Our Home" (Unser Zuhause), Mohammad Ali, sagte, Soldaten hätten auf dem Dach des Hauses Stellung bezogen. Sie würden von dort aus auf Taliban-Kämpfer schießen. Die Taliban hätten das Feuer zunächst nicht erwidert. "Aber das kann jederzeit geschehen." Im Erdgeschoss des Gebäudes säßen 80 Kinder und einige Mitarbeiter des Heims fest. "Das Leben der Kinder ist gefährdet."

Vor dem Gipfel in Washington nahmen die Kämpfe in Swat an Schärfe zu. Ein sogenanntes Friedensabkommen zwischen der Regierung und den Aufständischen ist zwar offiziell nicht aufgekündigt worden. Durch die Eskalation der Gewalt in der Region steht das von den USA scharf kritisierte Abkommen aber kurz vor dem Aus. Dem Vertrag zufolge wird in der Region Malakand - zu der Swat und die umliegenden Bezirke gehören - das islamische Rechtssystem, die Scharia, eingeführt. Im Gegenzug sollten die Taliban ihre Gewalt einstellen. In Afghanistan töteten Taliban-Kämpfer am Mittwoch nach offiziellen Angaben einen Distriktgouverneur und mindestens zehn weitere Menschen.

DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
pitiplatsch (09.05.2009, 03:03 Uhr)
Dies ist pure Christlichkeit
sie bringt Frieden mit Mord und Totschlag so wie es unsere kriegsgaile Kanzlerin und der verlogene Obama möchte. Hurraaa.
Eisenbaer (06.05.2009, 19:19 Uhr)
Vielleicht hilft es ja nicht....
...allein die politische Spitze in den USA auszutauschen, vielleicht sollte jetzt mal langsam auch eine neue Militärdoktrin folgen.

Bin mal gespannt, wie Mister Obama auf diesem Parkett glänzt.... ;-))
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