. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
30. November 2009, 15:10 Uhr

EU kritisiert CO2-Zusagen als unzureichend

Wenige Tage vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen erhöht die Europäische Union ihren Druck auf China, die USA und Japan. Die bisherigen Angebote zum Kampf gegen die Erderwärmung seien "nicht genug", da müsse "mehr getan werden".

Klima-Gipfel, Klima, Konferenz, Kopenhagen, EU, China, Indien

Eine Frau mit Mundschutz passiert die Kühltürme eines Kohlekraftwerkes im Nordosten Chinas. Das Land ist der größte Produzent von Treibhausgasen.© DPA

Die Europäische Union hat China, die USA, Japan und andere Länder eindringlich aufgefordert, größere Anstrengungen zur Verringerung der Treibhausgase zu unternehmen. Die Zusagen für den Klimagipfel in einer Woche in Kopenhagen seien nicht ausreichend, warnte der EU-Ratspräsident, Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt. "Was an globalen Bemühungen auf den Tisch gelegt worden ist, ist nicht genug", sagte Reinfeldt am Montag auf dem EU-China-Gipfel mit Regierungschef Wen Jiabao. "Es muss mehr getan werden."

Die USA hätten eine historische Verantwortung wegen der bereits angesammelten Treibhausgase und außerdem einen hohen Ausstoß an Kohlendioxid pro Kopf, hob er hervor. Aber auch China - mittlerweile der größte Treibhausgas-Verursacher weltweit - müsse vorangehen. "Wir können das Problem des Klimawandels für die Menschheit nicht lösen, wenn China nicht Führung und Verantwortung übernimmt."

Zu großen Anstrengungen ruft auch Gastgeberland Dänemark auf. Die dänische Regierung schlägt vor, die C02-Emissionen bis zum Jahr2050 um 50 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Nach dem dänischen Entwurf für eine Übereinkunft, den die Nachrichtenagentur Reuters am Montag einsehen konnte, sollen die Industrienationen mit 80 Prozent den Löwenanteil der Kürzungen tragen. Indien als eines der führenden Schwellenländer lehnte den Vorschlag indes umgehend als Weg in eine Sackgasse ab.

Erderwärmung soll 2020 ihren Höhepunkt erreichen

Dem Vorstoß aus Kopenhagen zufolge soll die Erderwärmung 2020 ihren Höhepunkt erreichen. Der Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur soll auf zwei Grad begrenzt werden. Nicht genannt werden in dem Entwurf Zwischenziele für Industrienationen, wie sie von den Entwicklungsländern gefordert werden.

Der gastgebende dänische Ministerpräsident Lars Lokke Rasmussen strebt ein politisch bindendes Abkommen an. In Anhängen sollen für jedes Land Verpflichtungen festgeschrieben werden. Auf der vom 7. bis 18. Dezember in Kopenhagen geplanten Konferenz sollen die Grundlagen für ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Klimaprotokoll erarbeitet werden. Dieses war von 37 Industrienationen ratifiziert worden. Nicht dabei waren die USA, der nach China größte Klimaverschmutzer.

China fordert Geld und Technik

Die Verhandlungen vor dem Treffen sind vor allem in der Frage festgefahren, wer in welchem Ausmaß den Kohlendioxid-Ausstoß verringern muss - und wer die Kosten dafür übernimmt. Es wird erwartet, dass die führenden Schwellenländer China und Indien für die Dritte Welt eigene Vorschläge vorlegen werden. Die Entwicklungsländer verlangen für den Klimaschutz jährliche Hilfen im Milliardenbereich. Sie haben den Vorstoß von Frankreich und Großbritannien grundsätzlich begrüßt, einen mit jährlich zehn Milliarden Dollar gespeisten Fonds einzurichten, fordern aber erheblich höhere Mittel und haben bis zu 300 Milliarden Dollar ins Gespräch gebracht.

Gegenwärtig gibt es für die Entwicklungsländer keine bindenden Vorschriften für den Schadstoffausstoß. China und Indien sind jedoch grundsätzlich zu Kürzungen bereit, sofern ihnen die reichen Länder Geld und Technik zur Verfügung stellen.

DPA/Reuters/AFP
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Nach den USA Auch China formuliert Klimaziele

Die Hoffnungen auf ein positives Ergebnis beim Weltklimagipfel sind gestiegen. Denn nach den USA hat nun auch China, das Land mit den größten CO2-Emissionen, eine Reduzierung der Treibhausgase angekündigt. Ministerpräsident Wen Jiabao wird dafür nach Kopenhagen reisen. mehr...

Obama reist zum Klimagipfel USA wollen Treibhausgase um 17 Prozent reduzieren

Er kommt, er kommt nicht ... Lange war die Teilnahme von Barack Obama am Klimagipfel in Kopenhagen fraglich. Jetzt steht fest: Der US-Präsident kommt. Und er hat sogar ein konkretes Klimaziel im Gepäck: Bis 2020 wollen die USA die Treibhausgase um 17 Prozent reduzieren. mehr...

Neue Studie Klima wandelt sich noch dramatischer als erwartet

Das Ergebnis einer weltweiten Studie setzt vor dem Klima-Gipfel in Kopenhagen die Mächtigen unter Druck: Die Forscher haben festgestellt, dass die höheren Temperaturen das arktische Eis noch schneller schmelzen lassen als befürchtet. mehr...

Kampf gegen den Klimawandel Europäische Umweltminister beraten sich vor dem Weltklimagipfel

Dass die europäischen Delegationen am Abend des 18. Dezember in Kopenhagen die Champagnerkorken knallen lassen können, wird immer unwahrscheinlicher. Nur noch knapp 14 Tage bleiben bis zum Beginn des zweiwöchigen UN-Klimagipfels in der dänischen Hauptstadt. mehr...

Klimaschutz Russland schließt sich EU-Zielen an

25 Prozent weniger Treibhausgase im Vergleich zu 1990: Präsident Dmitri Medwedew hat Russlands Klimaziele bei einem Treffen mit EU-Spitzen in Stockholm heraufgesetzt. Bisher hatte Moskau lediglich zehn bis 15 Prozent anvisiert. An der praktischen Bedeutung der Zahlen gibt es allerdings Zweifel. mehr...

 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (7/2012)
Unser täglich Fleisch