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Steinmeier führt "ernstes" Gespräch mit Lawrow

Auf der OSZE-Konferenz in Hamburg beraten mehr als 50 Außenminister. Frank-Walter Steinmeier forderte seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow vorab mit deutlichen Worten zu konstruktiver Mitarbeit auf.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (l.) und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow (Archivbild)

Intensive Diskussion: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (l.) und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow (Archivbild)

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat Russland zur konstruktiven Mitwirkung in der (OSZE) aufgefordert. Bei einer Begegnung mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow vor dem OSZE-Ministertreffen in Hamburg habe der SPD-Politiker am Mittwochabend eine deutliche Aufforderung an die russische Seite gerichtet, auf dem OSZE-Ministerrat mit daran zu arbeiten, die seit einigen Jahren wieder angewachsenen Spannungen in Europa nicht zu verschärfen und die seither stark aufgebrochenen Interessensgegensätze und Gräben nicht noch weiter zu vertiefen, hieß es aus deutschen Delegationskreisen. Es habe deshalb eine intensive Diskussion über die Rüstungskontrolle, die Lage in der Ukraine und die wirtschaftliche Zusammenarbeit im OSZE-Raum gegeben. Steinmeier habe mit Lawrow ein "langes ernsthaftes Gespräch" geführt.

Steinmeier und Kerry nehmen Lawrow wegen Syrien ins Gebet

Mit Blick auf die Lage in Syrien drängte nach Angaben seines Ministeriums auf eine "sofortige humanitäre Waffenruhe". Es sei dringend, sofort wieder in die Suche nach einer politischen Lösung einzusteigen.

Auch US-Außenminister John Kerry sprach mit Lawrow über den Syrien-Konflikt. Der US-Außenminister nannte die Situation in der umkämpften Stadt Aleppo "außerordentlich bedrohlich". Über Gesprächsergebnisse wurde bislang nichts bekannt. Es habe zwischen ihm und Lawrow einen "Austausch von Ideen" gegeben, sagte Kerry lediglich. Dieser solle fortgesetzt werden. Lawrow äußerte sich nach dem Treffen nicht. Er hatte vor Gesprächsbeginn die Bereitschaft angedeutet, sich auf eine mögliche Evakuierung von Rebellen sowie von Zivilisten aus dem umkämpften Ostteil Aleppos zu verständigen.

Massives Polizeiaufgebot schützt Gipfelteilnehmer

Das zweitägige OSZE-Treffen von rund 50 Ministern beginnt heute unter massiven Sicherheitsvorkehrungen. Die Polizei ist aus Sorge vor Krawallen und Anschlägen mit mehr als 10.000 Beamten im Einsatz. Auch gepanzerte Fahrzeuge sind aufgefahren. Auf der Tagesordnung steht unter anderem der Ukraine-Konflikt. Mit einer gemeinsamen Abschlusserklärung wird nicht gerechnet. Nach den Regeln der OSZE müssen alle 57 Mitgliedsstaaten zustimmen, damit eine solche Erklärung zustande kommt.

mad/DPA/AFP

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