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15. Oktober 2008, 10:56 Uhr

Vermutlich Attentat auf russische Anwältin

Die russische Menschenrechtsanwältin Karinna Moskalenko ist möglicherweise Opfer eines Giftanschlags geworden - in ihrem Auto wurde eine giftige Substanz gefunden. Sie ist erkrankt und kann nicht am Prozess um den Mord an der Journalistin Anna Politkowskaja teilnehmen.

Karinna Moskalenko vertritt Russen und Tschetschenen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte© Johanna Leguerre/AFP

Vor dem Prozess um die Ermordung der russischen Journalistin Anna Politkowskaja ist eine prominente Menschenrechtsanwältin erkrankt, nachdem in ihrem Auto eine verdächtige Substanz gefunden wurde. Karinna Moskalenko konnte deswegen nicht an einer Anhörung zu dem Gerichtsverfahren in Moskau teilnehmen. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Straßburg auf Anfrage mitteilte, ergab eine Analyse, dass es sich bei einer im Wagen der 53-Jährigen gefundenen Substanz um Quecksilber handeln könnte. Es seien weitere Untersuchungen angeordnet worden.

Moskalenko fühlt sich "immer schlechter"

Menschenrechtsgruppen sprachen von einem offenkundigen Giftanschlag auf die Anwältin. Wie Moskalenko der Nachrichtenagentur AFP sagte, entdeckte ihr Mann in ihrem Auto eine Substanz, die an Quecksilber erinnert. Sie fühle sich "immer schlechter", und auch ihren Kindern gehe es nicht gut. Sie habe sich in einem Straßburger Krankenhaus untersuchen lassen. Nähere Angaben wollte sie zunächst nicht machen. Sie warte erst die Schlussfolgerungen der französischen Ermittler und die Ergebnisse der ärztlichen Untersuchung ab, sagte die Russin.

Nach Angaben von Anna Stawizkaja, eine Anwältin von Politikowskajas Familie, klagte Moskalenko über Schwindel, Übelkeit und tränende Augen. Stawizkaja schloss nicht aus, dass ihre Kollegin vor dem Prozess über den Mord an der Journalistin eingeschüchtert werden sollte. Moskalenko vertritt neben Politkowskajas Familie auch den inhaftierten russischen Unternehmer Michail Chodorkowski sowie russische Staatsbürger, die Klagen gegen die Regierung beim dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg durchbringen wollen.

Im Zusammenhang mit dem Mord an Politkowskaja müssen sich vier Verdächtige vor Gericht verantworten. Die Journalistin wurde am 7. Oktober 2006 vor ihrem Apartmenthaus in Moskau erschossen. Sie hatte über Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien berichtet und galt als Kreml-Kritikerin. Über die Hintermänner der Bluttat ist noch immer nichts bekannt.

AP/AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
tripex (16.10.2008, 07:18 Uhr)
Stinkefinger
"Nur wer so viele Abhängige um sich herum hat kann der Welt den Stinkefinger zeigen."
Genau so sieht's aus. Ich finde es gut, daß es Staaten wie Iran, Rußland, Venezuela und ehem. Iraq gibt, die sich dem Finanzkartell widersetzen und ihr eigenes Ding machen.
Motzerator (15.10.2008, 13:56 Uhr)
Am besten mal den Putin Fragen
was das wieder für ein Teufelszeug ist. Ich frage mich nur, warum unsere Geheimdienste nicht in der Lage sind, genauso zu handeln. Ein paar Despoten weniger werden der Welt sicher nicht schaden.
Vincent_Vega (15.10.2008, 12:21 Uhr)
@Maxi456^
Je grausamer und offensichtlicher die Todesart bei einem Mord, umso höher die abschreckende Wirkung auf vielleicht hundert oder tausend Andere, die bei einem unscheinbaren Herzanfall sich nicht viel dabei denken und dann auch Herzanfälle erleiden müssen.
Nach dem Motto: bestrafe Einen, erziehe Hunderte.
Da ist es eher peinlich für den Geheimdinest, wenn sie stümperhafte Spuren hinterlassen; aber vielleicht aus das mit Hintergedanken (Bauernopfer).
Maxi456 (15.10.2008, 12:11 Uhr)
der KGB
wird wohl kaum jemanden so einschüchtern. Wenn die Frau im Weg ist dann hat sie einen Herzanfall und das wars. Jetzt mal ernsthaft: für was für Stümper haltet ihr den Russischen Geheimdienst?
vegefranz (15.10.2008, 12:09 Uhr)
Russen-gerd sollte mal mit dem "Demokraten" Putin ...
... ein ernstes Wort reden
tigro (15.10.2008, 12:04 Uhr)
That‘s Russia !
und warum regt sich keiner wirklich darüber auf ?
Warum kommt keine Wahrheit ans Licht ?
Weil alle den Russen hinten rein kriechen nur um sich weiter am schwarzen Gold zu laben...
Nur wer so viele Abhängige um sich herum hat kann der Welt den Stinkefinger zeigen.
bud.alien (15.10.2008, 12:02 Uhr)
seit der Stalin-Ära hat
sich in Russland kaum was geändert. Unliebsame Gegner werden liquidiert, danach gibt es vielleicht ein "Bauernopfer", die Hintermänner im Kreml bleiben unbehelligt........
TheHonk (15.10.2008, 11:58 Uhr)
was denn sonst du pflaume ??
Politikowskaja musste sterben, weil sie zu mutig war..zu mutig das wahre gesicht putins zu zeigen !! DIE FRATZE EINES MÖRDERS !
Litwinenko muste sterben weil er über Tschetschenien auspacken wollte.. ihhat man mit mittlen ermordet die eine erheblichegefahr für die gesamtbevölkerung darstellen! RÜCKSICHT = 0 !!
russland ist ein verdammtes terrorregime wie der iran oder norskorea auch !! russland fördert den rassistischen gedanken und tut alles dafür um diesen im guten licht darstehe zu lassen..
das einzig traurige an der geschichte ist, dass viel zu viele affen hierzulande davon verblendet sind oder halt nix anderes sehen bzw hören wollen weil es ihnen oder ihrem eigentum dann an den kragen gegen würde. !!!
fuck you russia
provocateur (15.10.2008, 11:56 Uhr)
Ekelhaft...
Stalins Methoden 2.0
Gisella (15.10.2008, 11:45 Uhr)
Giftanschlag
und Russland-ich war immer "begeistert", als Putin mal den Amis zeigte, dass sie nicht alleine die Welt beherrschen sollten-Aber alles andere,das Ermorden, Vergiften der Regime-Kritiker ist empörend.Ich will mir nicht vorstellen wollen, dass der President Putin dahinterstecken könnte- eher oberfleissige , ehem. KGB Mitglieder, die demonstrieren, wie gut sie noch ihr Handwerk verstehen. Furchtbar. Ja, mir ist bekannt, dass Putin einer von denen war.
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