. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
7. Mai 2008, 01:02 Uhr

Obama zieht davon

Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten hat Barack Obama möglicherweise entscheidend gepunktet. Bei den Vorwahlen in North Carolina besiegte er seine Konkurrentin Hillary Clinton deutlich, in Indiana unterlag er nur denkbar knapp.

Grund zur Freude für Barack Obamas Anhänger: Der Senator hat die Vorwahl in North Carolina gewonnen© Mark Wilson/Getty Images/AFP

Im Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur hat sich Barack Obama womöglich entscheidend von seiner Konkurrentin Hillary Clinton abgesetzt. Der schwarze Senator gewann nach Prognosen der US-Fernsehsender die Vorwahl im US-Südstaat North Carolina deutlich, während seine Rivalin Hillary Clinton sich mit nur einem hauchdünnen Vorsprung den Bundesstaat Indiana sicherte. Die Ex-First Lady führt in dem Industriestaat nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen mit 51 zu 49 Prozent vor ihrem Kontrahenten Obama. Für die New Yorker Senatorin war ein Sieg in Indiana Pflicht, wenn sie noch ernsthaft eine Chance gegen Obama haben wollte.

Clinton bekräftigte ihren Anhängern, dass sie nicht aus dem Rennen um die demokratische Spitzenkandidatur aussteigen werde. Es gehe weiter mit "Volldampf" in Richtung Weißes Haus, so Clinton in Indianapolis. Sie verspreche, die Anliegen der arbeitenden Bevölkerung und Mittelklasse nie zu vergessen. "Ich werde nie aufhören, für Euch zu kämpfen", rief die Ex-First Lady aus. Nun gehe es weiter nach West Virginia, Kentucky und in die anderen Staaten, fuhr die New Yorker Senatorin mit Blick auf die noch verbleibenden sechs Vorwahlen fort. Erneut bat sie um Wahlkampfspenden. Um weiterkämpfen zu können, müsse sie wettbewerbsfähig bleiben, sagte Clinton, die in ihrer Rede auch Obama zu dessen Vorwahlsieg in North Carolina gratulierte.

Klarer Sieg für Obama in North Carolina

In North Carolina dagegen liegt der schwarze Senator mit 57 Prozent der Stimmen klar vor seiner Konkurrentin Clinton. Obama feierte diesen Vorwahl-Sieg als großen Schritt auf dem Weg zu seiner Präsidentschaftskandidatur. Es trennten ihn nunmehr weniger als 200 Delegiertenstimmen von der Nominierung, sagte Obama unter dem Jubel seiner Anhänger in Raleigh. Er rief die Demokraten vor dem Hintergrund des erbitterten Zweikampfs zwischen ihm und Clinton zur Einheit auf.

Es gebe Leute, die sagten, dass seine Gefolgsleute Clinton im Fall ihrer Nominierung nicht unterstützen würden und umgekehrt, sagte Obama: "Ich bin hier, um Ihnen zu sagen, ich glaube das nicht." Es habe zwar verletzte Gefühle gegeben, erklärte der Senator, "aber bei dieser Wahl geht es nicht um Hillary Clinton, nicht um Barack Obama, nicht um John McCain, es geht um Sie." Es gehe darum, einen Präsidenten zu wählen, der das Land in eine glänzendere Zukunft führe.

"Ich liebe dieses Land zu sehr, um es geteilt zu sehen"

Obama, dem Kritiker in der Vergangenheit wiederholt mangelnden Patriotismus vorgeworfen hatte, forderte die Bevölkerung auf, gemeinsam an der Lösung der Probleme im Land zu arbeiten. "Ich liebe dieses Land zu sehr, um es geteilt zu sehen", rief Obama, der so nach Einschätzung von Fernsehkommentatoren so kämpferisch und selbstbewusst wirkte wie seit längerem nicht mehr.

Die US-Fernsehsender hatten den 46-Jährigen bereits unmittelbar nach der Schließung der Wahllokale auf der Basis von Wählerbefragungen zum Sieger erklärt. Obamas Wahlkampfmanager David Axelrodt sagte dem Sender CNN, das Ergebnis in North Carolina sei "bedeutungsvoll" und gebe Obama neuen Schwung "auf dem Weg zur Nominierung" als Präsidentschaftskandidat. In den Analysen hieß es, er habe 91 Prozent des Votums der schwarzen Bevölkerung in North Carolina erhalten. 26 Prozent der dortigen Bevölkerung sind Afroamerikaner.

Clinton hatte bereits vor den Vorwahlen angekündigt, dass sie in jedem Fall im Rennen bleiben werde. Nach Experteneinschätzungen hätte ein Doppelsieg aber den Druck auf die New Yorker Senatorin erhöht, das Handtuch zu werfen, um die nunmehr fast eineinhalb Jahre dauernde Vorwahlprozedur zu beenden.

Sechs weitere Vorwahlen stehen noch an

In Indiana und North Carolina ging es um zusammen 187 Delegiertenstimmen für den demokratischen Nominierungsparteitag vom 25. bis 28. August in Denver. Es waren die letzten beiden großen Staaten, in denen abgestimmt wurde. Noch sechs Vorwahlen in weniger bevölkerungsreichen Staaten stehen an, die nächste davon am 13. Mai in West Virginia. Hier liegt Clinton in Umfragen deutlich vorn, aber insgesamt gelten bei den noch verbleibenden Abstimmungen Siege und Niederlagen zu gleichen Teilen für beide Kandidaten wahrscheinlich.

Laut CNN-Zählung verfügte Obama vor der Kandidatenkür in Indiana und North Carolina mit 1818 Delegiertenstimmen vor Clinton mit 1669. Da die Stimmen entsprechend dem jeweiligen Vorwahlergebnis verteilt werden, dürfte sich der Unterschied zwischen beiden Bewerbern nur unerheblich verändern. Fest steht, dass sowohl Obama als auch Clinton die für die Nominierung nötige Mehrheit von 2025 Delegiertenstimmen nicht erreichen können. Die Entscheidung dürfte daher in den Händen der rund 800 "Superdelegierten" liegen. Das sind zumeist Parteifunktionäre und Amtsträger, die nicht an die Vorwahlergebnisse gebunden sind. Nach Medienberichten haben etwa 250 dieser Delegierten bisher nicht erkennen lassen, welchen Bewerber sie unterstützen.

Weitere Daten im US-Wahlkampf: - Abstimmungen bei den Demokraten (in Klammern die Zahl der Delegierten und der Superdelegierten) 13. Mai: West Virginia (28/11) 20. Mai: Oregon (52/13) Kentucky (51/ 9) 1. Juni: Puerto Rico (55/ 8) 3. Juni: Montana (16/ 8) South Dakota (15/ 8)

- 25. - 28. August: Nominierungsparteitag der Demokraten in Denver

- 4. November: 56. Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika

DPA/AP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
AttaTroll (07.05.2008, 11:44 Uhr)
Edwards
Was passiert eigentlich mit den Delegiertenstimmen für John Edwards? Das sind zwar nicht viel, aber doch immerhin so zwischen 40 und 50. Wie ich gehört habe, sind diese nicht verloren, sondern er kann sie auf den Kandidaten seiner Wahl übertragen. Würde mich interessieren, wem er seine Delegiertenstimmen gibt. Pokert er noch, weil er "running mate" werden möchte, oder warum äußert er sich nicht?- Der Stern könnte auch einmal darüber informieren.
Klaus_P (07.05.2008, 11:31 Uhr)
@joerg678
Wer sich im Sport so verhält wie Frau Clinton, der wird disqualifiziert. Und das mit gutem Grunde. Kein Mittel ist zu Dreckig und zu Feige als dass man es nicht gegen den Gegner einsetzten könnte. Von Lügen über den Versuch Obama mit alles Gewalt in den Dreck zu ziehen und seinen Ruf zu ruinieren war alles dabei.
Ich denke jeder der sich ein wenig damit beschäftigt hat wird das auch erkennen können.
Aber wir erleben es ja auch in Deutschland, ein dummes Volk lässt sich gerne belügen und betrügen...
joerg678 (07.05.2008, 11:24 Uhr)
Machtgeile Clinton?
Hillary Clinton Machtgeilheit vorzuwerfen ist - gelinde gesagt - ein Witz.. Was glaubt ihr denn, weshalb Obama Präsident werden will? Was glaubt ihr denn, warum heutzutage überhaupt jemand Politiker wird?? Ich traue Barack Obama überhaupt nicht über den Weg - warum kann ich nichtmal sagen. Ist so ein Gefühl. Ich weiß bis heute nicht für was der steht.. Und CHANGE geht den Leuten ganz schnell auf die Nerven auf Dauer.. Bei Clinton ist die Lage aber ganz einfach: What you get is what you see. Ob du das dann magst oder nicht, kannst du für dich selbst entscheiden.
mr_s (07.05.2008, 11:14 Uhr)
warum...
berichtet eigentlich keiner über Rice Sack? Was man so hört ist der ja umgefallen...
Obama wird diese Wahl gewinnen. Danach verschwindet USA in der Bedeutungslosigkeit. ;-)
Freaker (07.05.2008, 10:55 Uhr)
Warum...
... berichtet eigentlich niemand über Harry vun de Baitz??
-ich- (07.05.2008, 10:04 Uhr)
Was für ein Wahlkrampf
Ich muss gestehen anfangs war ich noch hin und her gerissen zwischen Clinton und Obama aber je länger dieser Krampf dauert umso unsympathischer wird mir diese machtgeile Clinton. Sie scheint wirklich die Linie zu fahren das wenn sie schon nicht Präsidentin werden kann, dann soll es auch kein anderer Demokrat werden dürfen.
Im Grunde könnte uns die Wahl in den USA egal sein wenn nicht so viel von deren Aussen- und Klimapolitik den Rest der Welt tangieren würde.
Klaus_P (07.05.2008, 10:00 Uhr)
"Ich werde nie aufhören, für Euch zu kämpfen"
Oder auch die Arroganz der Macht. Nach mir die Sintflut, und wenn die Demokraten dabei verlieren, scheißegal. So eine Machtgeile, verlogene und scheinheilige Person habe ich selten erlebt.
Ich hoffe Obama schaffts!
Stefan12 (07.05.2008, 09:21 Uhr)
Es geht um die Demokraten...
in diesem Artikel und nicht um die Republikaner! Deshalb weder Bloomberg noch Paul, so einfach.
Es ist schon vielsagend, wie eine keifende ehemalige First Lady am letzten Strohhalm greift und versucht, in aller Verbissenheit Präsidentin zu werden. Sie schadet ihrer Partei ungemein - es hat den Anschein, dass sie Obama so sehr schwächen will, dass er gegen McCain verliert und sie in 5 Jahren gegen McCain antreten wird.
Diese Frau ist mir ein Greuel!
Badmojo (07.05.2008, 08:35 Uhr)
aber...
...was ist eigentlich mit Michael Bloomberg ?
x-cube (07.05.2008, 06:57 Uhr)
Warum wird nicht über Ron Paul berichtet?
schaut mal im internet nach Ron Paul. Er ist ein Republikaner der wieder den rechten Kurs einschlagen möchte und deshalb von den Mainstreammedien ausgeblendet wird. Er hat eine riesige Anängerschaft und ist kein Typische Säbelrassler. Er hat gegen den Irakkrieg gestimmt und ist sehr gesetzestreu. Macht euch mal schlau.
MEHR ZUM ARTIKEL
US-Vorwahlen Obama und Clinton streiten über Sprit

Showdown in North Carolina und Indiana: US-Präidentschaftsbewerber Barack Obama und Hillary Clinton benötigen bei den Vorwahlen dringend Siege. Die Rivalen streiten sich über ein Thema, dass auch in Deutschland für Aufregung in der Bevölkerung sorgt. mehr...

Hillary Clinton Die andere Geschichte

Hart und distanziert, verbissen und skrupellos. So wirkt sie. Aber so ist sie nicht. Sie traut sich nur nicht, diese Maske abzulegen und sich so zu geben, wie sie wirklich ist, sagen ihre besten freunde. Dann hätte sie noch eine Chance, Amerikas erste Präsidentin zu werden. Nächste Woche zieht sie in Pennsylvania in ihre wohl letzte Schlacht. mehr...

Wissenstest Das ultimative US-Vorwahl-Quiz

Seit Monaten zieht sich das US-Vorwahl-Duell zwischen Hillary Clinton und Barack Obama hin, nun stehen zwei weitere Vorwahlen an. Wissen Sie noch, welchen Politiker-Namen Clinton nicht aussprechen konnte? Oder welche Schauspielerin für Obama sang? Testen Sie Ihr Wissen! mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe