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Der Sieg von Mahmud Ahmadinedschad bei der Präsidentschaftswahl im Iran ist aus offizieller Sicht rechtmäßig: Der Wächterrat bestätigte das bisher umstrittene Ergebnis. Das Gremium hatte zuvor die Neuauszählung von knapp zehn Prozent der abgegebenen Stimmen veranlasst.
Seit 1992 geißelt der Sprachwissenschaftler Horst Dieter Schlosser jährlich "sprachliche Missgriffe" und dekoriert sie mit dem Titel "Unwort des Jahres". Von Helmut Kohl bis Martin Walser - sie alle hat der Bannstrahl von Schlosser und seinem Wächterrat schon mal getroffen. Die Suche für 2009 ist bereits im Gange.
Der Sprecher des mächtigen Gremiums sagte, man habe keine größeren Unregelmäßigkeiten bei der umstrittenen Präsidentenwahl feststellen können. Die Opposition protestierte unterdessen weiter.
Der islamische Wächterrat will umstrittene Stimmen bei der Präsidentenwahl im Iran neu auszählen, falls sich Ungereimtheiten bestätigen sollten. Die Sicherheitslage hat sich unterdessen weiter verschärft. Inzwischen sollen bis zu 15 Demonstranten zu Tode gekommen sein. Und es soll neue Massenproteste in Teheran geben.
Verletzte, Tote, Festnahmen - die Sicherheitskräfte im Iran greifen mit aller Härte gegen die Demonstranten durch. Doch die Opposition um Mir-Hussein Mussawi will nicht aufgeben und weiter protestieren. Der mächtige Wächterrat hat inzwischen eingeräumt, dass es Unregelmäßigkeiten bei der Präsidentenwahl gegeben hat.
Das oberste legislative Organ des Iran hat für Samstag die drei bei der Präsidentenwahl unterlegenen Kandidaten eingeladen. Der Wächterrat überprüft derzeit seinem Sprecher zufolge 646 nach der Wahl eingegangene Beanstandungen.
Nirgendwo in der islamischen Welt geben sich junge Menschen westlicher als im Gottesstaat Iran. Ernüchtert vom Stillstand im Land, suchen sie nur noch ihr privates Glück. Sie glauben nicht mal mehr an die Reformer.
Das iranische Regime bleibt hart. "Weder das System noch das Volk werden dem Druck nachgeben, um keinen Preis", sagte Irans Oberster geistlicher Führer Ajatollah Ali Chamenei. Zuvor hatte Oppositionsführer Mir-Hussein Mussawi vorgeschlagen, eine unabhängige Kommission zu gründen, die die umstrittene Präsidentenwahl untersuchen sollte.
Bereits vor der Wahl gefüllte Urnen, fehlende Seriennummern auf Stimmzetteln, parteiische Wahlorganisatoren - Oppositionsführer Mir-Hussein Mussawi hat eine Liste mutmaßlicher Betrugsfälle veröffentlicht. Der konservative Präsidentschaftskandidat Mohsen Resai hingegen zog seine Wahlbeschwerden offiziell zurück.
Die Lage im Iran spitzt sich zu. Das Staatsfernsehen spricht von 10 Menschen, die bei den Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Oppositionellen ums Leben gekommen seien. Es nannte die Demonstranten "Terrorgruppen" und "Randalierer".
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