. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
6. November 2008, 07:12 Uhr

Obama drückt mächtig aufs Tempo

Finanzkrise, drohende Rezession, Irakkrieg und Afghanistan - angesichts der gewaltigen Probleme verliert Amerikas künftiger Präsident Barack Obama bei der Amtsübernahme keine Zeit. Sein Übergangsteam steht, sein Stabschef ist gefunden. Und eine weitere Sorge treibt Obama an: Der Heimatschutzminister warnt vor einer erhöhten Gefahr von Terroranschlägen.

Am 20. Januar wird Barack Obama ins Weiße Haus in Washington einziehen© Paul J. Richards/AFP

Nach seinem historischen Sieg bei den US-Präsidentschaftswahlen bereitet Barack Obama nun die Amtsübernahme im Weißen Haus vor. Am Donnerstag wurde er in Chicago erstmals von den Chefs der Geheimdienste informiert. Heimatschutz-Minister Michael Chertoff hatte am Mittwoch gewarnt, in der Übergangsphase bestehe immer eine erhöhte Gefahr von Terroranschlägen.

Obama ernannte darüber hinaus ein Übergangsteam, das den Regierungswechsel vorbereiten soll und in dem auch enge Mitarbeiter des früheren demokratischen Präsidenten Bill Clinton vertreten sind. Der US-Nachrichtensender CNN sprach am Donnerstag von einem "Dream Team". Der 47-jährige Barack Obama ist der erste Schwarze, der die Weltmacht USA regieren wird.

Das Übergangsteam wird von dem früheren Clinton-Mitarbeiter John Podesta, der Obama-Beraterin Valerie Jarrett und Pete Rouse, Obamas Stabschef im Senat, geleitet. Obama werde direkt über die Schritte informieren, die er bis zu seiner Amtsübernahme am 20. Januar gehen wird, sagte Jarrett. Im Team ist auch Susan Rice, die in US-Medien als mögliche nationale Sicherheitsberaterin gehandelt wird. Weitere Mitglieder sind die demokratische Gouverneurin von Arizona, Janet Napolitano, der Dekan der kalifornischen Berkeley Universität, Christopher Edley sowie Federico Pena, der als Verkehrs- und Energieminister unter dem ehemaligen Präsidenten Bill Clinton gedient hatte.

Zu den ersten Entscheidungen des designierten Präsidenten gehörte die Berufung von Rahm Emanuel zum Stabschef im Weißen Haus. Das Angebot wurde von mehreren demokratischen Politikern am Mittwoch bestätigt. Ob der Abgeordnete aus Illinois das Amt auch annehmen wird, war zunächst aber nicht klar.

Emanuel war ein enger Verbündeter und Berater des früheren Präsidenten Bill Clinton. Im Vorwahlkampf zwischen Obama und Hillary Clinton blieb er lange neutral.

Besondere Bedeutung wird in Zeiten der Finanzkrise die Besetzung von Obamas Wirtschaftsteam haben. "Es ist mit das erste Mal, dass der Wirtschaftsminister fast genauso wichtig sein wird wie der Außenminister", sagte der Politik-Experte David Gergen CNN. Dem Sender zufolge kursieren in Washington die Namen Timothy Geithner, Lawrence Summers und Paul Volcker für die Besetzung des Amtes. Geithner half beim Umgang mit der Finanzkrise in diesem Jahr, Summers war bereits Finanzminister unter Clinton, und Volcker amtierte zehn Jahre lang als Chef der US-Notenbank.

In Washington lässt Obama ein Wahlkampfbüro einrichten, in dem in den kommenden Wochen mögliche Kandidaten für sein Kabinett überprüft und Wahlversprechen in Gesetzesvorschläge umgewandelt werden sollen. Außer der Präsidentschaft gewannen die Demokraten auch die Mehrheit im Kongress.

Bush versprich reibungslose Amtsübergabe

Der scheidende Staatschef George W. Bush hatte zuvor eine "lückenlose Zusammenarbeit" bei der Amtsübergabe versprochen, auch Außenministerin Condoleezza Rice kündigte einen "problemlosen Übergang an". Am Mittwoch führte die künftige Hausherrin im Weißen Haus, Michelle Obama, ein erstes Telefonat mit Laura Bush. Die noch amtierende First Lady lud sie und die Kinder Sasha und Malia ins Weiße Haus ein, wie Michelle Obamas Sprecherin Katie McCormick Lelyveld am Mittwoch in Chicago mitteilte. Ein Termin für den Besuch werde demnächst vereinbart.

Der künftige Präsident soll möglicherweise aktiv an dem G-20-Gipfel zur weltweiten Finanzkrise mitwirken. Nach Angaben eines ranghohen Bush-Mitarbeiters liefen bereits Verhandlungen mit Obamas Team über seine Rolle bei dem Treffen am 15. November in Washington. Auf dem Gipfel wollen Industriestaaten und Schwellenländer über Wege aus der weltweiten Finanzkrise beraten.

Obama steht angesichts der drohenden Rezession, einer Arbeitslosigkeit von 6,1 Prozent und der außenpolitischen Probleme im Irak und in Afghanistan unter Druck, schnell eine funktionierende Regierung aufzubauen. Schon in seiner Siegesrede in Chicago wies der künftige Präsident auf die schwierigen Aufgaben hin: "Wir wissen, dass die Herausforderungen, die die Zukunft bringt, die größten unseres Lebens sind - zwei Kriege, ein Planet in Gefahr, die schlimmste Finanzkrise in einem Jahrhundert. Der Weg, der vor uns liegt, ist lang."

Obama hatte bei den Wahlen am Dienstag einen triumphalen Sieg über seinen republikanischen Kontrahenten John McCain erzielt. Nach vorläufigen Ergebnissen konnte Obama 349 Wahlmännerstimmen auf sich vereinen, McCain sammelte 163 Wahlmännerstimmen ein. Landesweit holte Obama 52 Prozent der Stimmen, 47 Prozent entfielen auf McCain. Nach Teilergebnissen ist den Demokraten auch im Senat eine Mehrheit von mindestens 56 der 100 Mandate sicher. Im Repräsentantenhaus konnten sie ihre Vormachtstellung ausbauen und gewannen Prognosen zufolge rund 20 Sitze dazu.

joe/DPA/AFP
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Wahl in den USA Obama macht Tempo beim Personal

Barack Obama hat bis zu seinem Amtsantritt am 20. Januar Zeit, seine Führungsmannschaft und sein Kabinett zu formen. Schon jetzt kursieren in Washington die Namen möglicher Kabinettsmitglieder. Darauf finden sich altbekannte Gesichter, aber auch Überraschungskandidaten. Einen Stabschef hat Obama schon gefunden. mehr...

Analyse zur US-Wahl Obamas Chance auf einen "New Deal"

Kein Triumph, ganz im Gegenteil: Nach der Wahl zeigte sich ein ernster, fast düsterer designierter US-Präsident. Barack Obama dämpfte die Erwartungen, er forderte Opfer. Obama hat noch 77 Tage bis zur Amtseinführung. Aber er wird sofort loslegen - und keinen Zweifel daran lassen, wer das Sagen hat. mehr...

Die Folgen von Obamas Wahl Die Zeit des Neinsagens ist vorbei

Der neue US-Präsident Barack Obama wird die Bundesregierung vor einige Probleme stellen. Denn nun wird man seine Forderungen nach einem stärkeren deutschen Engagement in Afghanistan ernster nehmen müssen als bisher. Die Deutschen können damit rechnen, mehr Soldaten an den Hindukusch schicken zu müssen. mehr...

Wahl in den USA Bush huldigt Obama

Hat Noch-Präsident George W. Bush die Parteizugehörigkeit des Wahlsiegers verwechselt? Mit überschwänglichen Worten feierte der Republikaner den "beeindruckenden" Erfolg Barack Obamas. Das Leben des US-Demokraten spiegele den Triumph des amerikanischen Traums wider. Bush sprach gar von einem bewegenden Anblick, wenn Obama ins Weiße Haus einzieht. mehr...

Wahl in den USA Barack Obama gegen John McCain

Amerika hat gewählt - einen neuen Präsidenten und einen neuen Kongress. Der Demokrat Barack Obama ist der 44. Präsident der USA. Hier finden Sie die jüngsten Nachrichten und Reportagen aus den USA, Analysen und Kommentare, informative Grafiken - und die bewegendsten Bilder dieses Wahlkampfs und seiner entscheidenden letzten Nacht. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (8/2012)
Whitney Houston