Neue alte Regierung in Luanda

31. August 2012, 14:27 Uhr

Angola wählt und das Ergebniss gilt als sicher. José Eduardo dos Santos wird sein Amt als Staatspräsident beibehalten können. Die Hälfte der Angolaner lebt immer noch unter der Armutsgrenze.

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Der Präsident Angolas Jose Eduardo dos Santos verspricht potentiellen Wählern er würde weitere Milliarden Dollar in den Wiederaufbau des Landes investieren©

Angola hat am Freitag zum dritten Mal seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 1975 ein neues Parlament gewählt. Klarer Favorit war die Partei MPLA von Staatspräsident José Eduardo dos Santos, der das ölreiche südafrikanische Land seit 33 Jahren regiert. Bei der jüngsten, allgemein als frei und fair gewerteten Abstimmung vor vier Jahren hatte die MPLA 80 Prozent der Stimmen erhalten. Laut der neuen Verfassung bestimmt die stärkste Partei im Parlament das neue Staatsoberhaupt. Damit gilt als sicher, dass Dos Santos weitere fünf Jahre im Amt bleibt.

Die größte Oppositionspartei, die frühere Rebellengruppe Unita, die nach der Unabhängigkeit von Portugal in einem 27-jährigen Bürgerkrieg gegen die MPLA kämpfte, war bei der Parlamentswahl vor vier Jahren nur auf zehn Prozent der Stimmen gekommen. Auch diesmal wird der Partei unter ihrem Vorsitzenden Isaias Samakiva kein Durchbruch zugetraut. Und der Unita-Abweichler Abel Chivukuvuku von der Casa-Partei dürfte gegen die MPLA lediglich einen Achtungserfolg erzielen.

Auch wenn dem aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Dos Santos Korruption und eine autoritäre Amtsführung vorgeworfen werden, verbesserte sich das Leben der Angolaner in den vergangenen Jahren. Allerdings lebt die Hälfte der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, es herrscht Massenarbeitslosigkeit, und die Schere zwischen armen und reichen Menschen ist groß.

Insgesamt sollen 97.000 Beobachter der neun zugelassenen Parteien den Wahlablauf überwachen. Der deutsche Europaabgeordnete Wolfgang Kreissl-Dörfler (SPD) kritisierte das Fehlen einer EU-Wahlbeobachtermission. Er halte es für falsch, nur zwei Vertreter zu entsenden, sagte Kreissl-Dörfler im Deutschlandradio Kultur.

amt/AFP
 
 
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