11. Mai 2012, 07:04 Uhr

Romney schikanierte offenbar schwulen Mitschüler

Einen Tag nach dem Bekenntnis von US-Präsident Barack Obama für die Homoehe sorgt ein brisanter Bericht der "Washington Post" für neuen Wirbel im Wahlkampf: Obama-Herausforderer Mitt Romney soll als 18-Jähriger einen schwulen Mitschüler misshandelt haben.

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Die Sünden der Vergangenheit holen ihn: US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney©

Der voraussichtliche republikanische US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney gerät wegen der Schikane eines schwulen Mitschülers vor knapp 50 Jahren in Bedrängnis. "Ich habe mich während der Schulzeit an viel Blödsinn und dummen Jungenstreichen beteiligt, und einige sind vielleicht zu weit gegangen", sagte Romney in einer Radiosendung. "Ich habe einige dumme Sachen gemacht und falls irgendjemand dadurch verletzt oder sich beleidigt gefühlt haben sollte, dann entschuldige ich mich natürlich."

Romney reagierte damit auf einen Bericht der "Washington Post" über einen Vorfall an seiner High-School-Zeit 1965. Dabei soll Romney zusammen mit Freunden einen damals noch nicht als schwul geouteten Mitschüler schikaniert und misshandelt haben. Die Geschichte erschien einen Tag, nachdem US-Präsident Barack Obama sich erstmals öffentlich für die Homoehe ausgesprochen hatte. Das Thema dürfte den US-Wahlkampf weiter anheizen.

Romney schnitt dem Mitschüler Haare ab

In der konservativen Radio-Talkshow betonte Romney, er könne sich nicht an den Vorfall erinnern. Er habe damals auch nicht gedacht, dass dieser Mitschüler schwul sein könnte. "Man sagt sich natürlich, damals in der High School, da habe ich wirklich ein paar dumme Sachen gemacht", sagte Romney. "Aber letzendlich liegen die Jahre an der High School nun schon lange zurück. Und ich bin froh, dass ich einige gute Freunde aus dieser Zeit habe."

Die "Washington Post" interviewte nach eigenen Angaben mehrere frühere Klassenfreunde des Republikaners, die sich alle daran erinnerten, dass Romney der Anführer des Angriffs auf ihren Mitschüler John Lauber gewesen sei. Die Gruppe hätte ihn zunächst zu Boden gestoßen und ihn dort festgehalten. "Als Lauber mit den Tränen rang und um Hilfe schrie, schnitt Romney ihm mit einer Schere mehrere Bündel Haare ab", schrieb die Zeitung. Lauber habe damals lange und teils blondierte Haare getragen, was Romney und seine Freunde offensichtlich nicht tolerieren konnten. Lauber outete sich erst nach seiner Schulzeit als homosexuell, er starb 2004 an Krebs.

kbe/Reuters
 
 
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