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11. Juni 2006, 12:09 Uhr

Schwulen-Parade für mehr Rechte

Rund 3.000 Menschen haben am Samstag bei einer Homosexuellenparade in Warschau für Gleichberechtigung und Toleranz demonstriert. Unter den Teilnehmern waren auch deutsche Grünen-Politiker - und viele heterosexuelle Paare.

Ein Männer-Paar nimmt verkleidet an der Parade teil© Tomasz Gzell/DPA

Tausende Polen gingen am vergangenen Samstag in Warschau auf die Straße um für mehr Gelichberechtigung für schwule und lesbische Menschen zu demonstrieren. Auch die deutschen Grünen-Politiker Claudia Roth, Renate Künast und Volker Beck maschierten im Zug mit. Beck, der vor zwei Wochen bei einer ähnlichen Veranstaltung in Moskau verletzt worden war, sprach von einem "wunderbaren Tag". Roth sagte, ihre Teilnahme sei ein Zeichen für Demokratie in Europa. Jeder habe die Verantwortung, gleiche Rechte für alle einzufordern. "Diese Parade ist Ihr Erfolg", sagte Roth an die Teilnehmer gewandt. Auch im kommenden Jahr "werden wir wieder hier sein".

Gegendemo abgesagt

Der so genannte "Marsch der Gleichheit" durch die Innenstadt von Warschau begann vor dem Parlamentsgebäude. Eine geplante Gegendemonstration einer rechtsgerichteten Jugendorganisation wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt. Die Organisatoren der Parade wollten nach eigenen Angaben auf die Probleme von Schwulen und Lesben im katholisch geprägten Polen aufmerksam machen. "Wir wollen nicht in ein Getto gedrängt werden", sagte die 21-jährige Studentin Ania Kurowicka.

"Wir wollen nicht öffentlich als unnormal, krank oder kriminell bezeichnet werden. Und wir wollen nicht, dass junge Leute glauben es wäre in Ordnung, Steine auf uns zu werfen, nur weil wir anders sind." An der Spitze des Zugs fuhr ein Lastwagen mit einem Plakat, auf dem stand: "Homophobie tötet". Der frühere Warschauer Bürgermeister und heutige Staatspräsident Lech Kaczynski hatte die Veranstaltung in den vergangenen beiden Jahren verboten. Tausende Schwule und Lesben waren aber trotz des Verbots auf die Straße gegangen und teilweise mit Eiern und Steinen beworfen worden.

Monika Scislowska/AP
 
 
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