10. März 2012, 10:38 Uhr

Weitere Tote bei israelischem Luftangriff auf Gazastreifen

Bei einem weiteren Luftangriff der israelischen Armee auf den Gazastreifen sind in der Nacht zum Samstag mindestens zehn weitere Palästinenser ums Leben gekommen. Mindestens 14 weitere Menschen seien verletzt worden.

Nach der Tötung eines Palästinenserführers durch die israelische Luftwaffe im Gazastreifen ist es zu einem blutigen Schlagabtausch zwischen beiden Seiten gekommen. Bei israelischen Luftangriffen starben in dem Gebiet am Mittelmeer bis Samstagmorgen nach offiziellen Angaben mindestens zehn militante Palästinenser. Weitere 14 Menschen seien nach Angaben des medizinischen Notdienstes in Gaza-Stadt zum Teil schwer verletzt worden.

Nach israelischen Angaben schossen militante Palästinenser im Gegenzug mehr als 45 Raketen und Granaten Richtung Israel ab. Dabei sei ein Mensch schwer und mehrere weitere leicht verletzt worden. Auslöser der neuen Spirale der Gewalt war die Tötung des Kommandeurs der militanten Palästinenserorganisation Volkswiderstandskomitee, Zuher al Kesi, durch israelische Raketen. In den vergangenen Wochen war es im Gazastreifen relativ ruhig gewesen.

Militante Palästinenser holen zum Gegenschlag aus

Al Kesi war am Freitag Augenzeugenberichten zufolge in seinem Auto im Süden von Gaza-Stadt von zwei israelischen Raketen getroffen. In den Trümmern des Wagens starb auch einer seiner Helfer, Mahmud Hanani. Ein weiterer Insasse sei schwer verletzt worden, hieß es. Al Kesi habe einen größeren Terroranschlag vom Sinai aus gegen Israel geplant, teilte das israelische Militär mit.

Der Getötete sei auch schon an der Planung eines ähnlichen Anschlags auf Autofahrer und Busse im vergangenen August nördlich von Eilat beteiligt gewesen. Damals starben acht Israelis. Hanani war erst im vergangenen Oktober als einer von insgesamt 1027 in Israel inhaftierten Palästinensern im Austausch gegen den entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit freigekommen. Das Volkswiderstandskomitee kündigte Vergeltung an, die den "zionistischen Feind erschüttern" werde.

Unmittelbar nach der Tötung von al Kesi hätten militante Palästinenser begonnen, Raketen und Granaten Richtung Israel abzuschießen. Dabei seien sie von der israelischen Luftwaffe unter anderem bei dem Ort Beit Lahia im Norden des Gazastreifens unter Feuer genommen worden. Die israelische Raketenabwehr habe sechs der Raketen abgefangen, die in Richtung der Städte Aschdod, Aschkelon und Beerscheva flogen, teilte das Militär mit.

kgi/DPA
 
 
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