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1. April 2005, 11:34 Uhr

Wolfowitz versucht's mit Charme

Der künftige Weltbankpräsident Paul Wolfowitz drängt auf Schuldenerleichterung für arme Länder. Der umstrittene Bush-Vertraute versucht mit der überraschenden Charmeoffensive seine Kritiker zu besänftigen.

Wolfowitz will den Armen helfen: Der designierte Weltbankpräsident stellt sich dem EU-Rat vor© Benoit Doppagne/AFP

Der designierte Weltbankpräsident Paul Wolfowitz wirbt nach seiner Wahl auch bei seinen Kritikern um Unterstützung. Schuldenerleichterungen seien von großer Dringlichkeit, sagte Wolfowitz am Donnerstagabend in Washington. Er habe in zahlreichen Gesprächen im Anschluss an seine Berufung eine neue Sicht dieser Problematik gewonnen.

"Nichts ist erfüllender, als bedürftigen Menschen helfen zu können und Möglichkeiten zu entwickeln, dass alle Völker der Welt ihr volles Potenzial ausschöpfen", sagte Wolfowitz nach der einstimmigen Wahl durch die 24 Mitglieder des Weltbankvorstands. Aufgabe der Weltbank ist die Finanzierung von Entwicklungsprojekten. Jährlich werden rund 20 Milliarden Dollar an Krediten bewilligt. Die USA, die traditionell den Präsidenten der Weltbank nominieren, treten dafür ein, dass die Hilfe der Weltbank künftig verstärkt in Form von Darlehen erfolgt.

Wolfowitz sah sich nach der Nominierung durch US-Präsident George W. Bush massiver Kritik aus dem Ausland ausgesetzt. Als stellvertretender Verteidigungsminister gehörte Wolfowitz zu den treibenden Kräften der amerikanischen Invasion im Irak. Er sei von der Mission der Weltbank überzeugt und werde keine politischen Ziele verfolgen, versicherte jetzt der 61-Jährige. Während der Wahl demonstrierten Mitglieder der Organisationen Mobilization for Global Justice und ActionAid vor dem Sitz der Weltbank in Washington gegen Wolfowitz.

Die Amtszeit des neuen Weltbankpräsidenten beginnt am 1. Juni. Der bisherige Amtsinhaber James Wolfensohn verlässt die Weltfinanzorganisation nach zwei Amtszeiten von jeweils fünf Jahren.

Jeannine Aversa/AP
 
 
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