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14. November 2008, 07:16 Uhr

Merkel will Managern ans Geld

Schluss mit den übertriebenen Bonus-Zahlungen für Firmenlenker: Bundeskanzlerin Angela Merkel will auf dem Weltwirtschaftsgipfel eine radikale Umstellung der Managergehälter durchsetzen. Das Bonusmodell habe erheblich zur aktuellen Finanzkrise beigetragen, bestätigt auch die von Merkel eingesetzte Gruppe von Finanzexperten.

Will die internationalen Finanzmärkte an die Kette nehmen: Bundeskanzlerin Angela Merkel© Franka Bruns/AP

Kurz vor dem Weltwirtschaftsgipfel schlägt die Expertengruppe von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für eine neue Weltfinanzordnung eine radikale Umstellung der Manager-Bezahlung vor. Nach Ansicht der Arbeitsgruppe um den ehemaligen Chefvolkswirt der Deutschen Bundesbank, Otmar Issing, hat die auf kurzfristige Bonuszahlungen ausgerichtete Manager-Vergütung erheblich zur Finanzkrise beigetragen.

Neue Formen der Bezahlung sind nach Auffassung der Experten nötig, um zu mehr Balance zwischen kurzfristiger und langfristiger Orientierung in den Banken zu kommen. Diese könnten sich mehr an der Bildung von Pensionsansprüchen orientieren als an kurzfristige Barauszahlungen. Staatliche Vorschriften in diese Richtung lehnen Issing und seine Kollegen aber ab.

Issing und seine Mitstreiter sprechen sich auch für eine regelmäßige Bewertung der Ratingagenturen aus. Der Erfolg ihrer Arbeit soll von unabhängigen Experten einmal im Jahr öffentlich publiziert werden. Zudem hat die Runde auch die Einführung einer sogenannten Weltrisikokarte vorgeschlagen, in der alle internationalen Finanzinstitutionen aufgeführt sein sollen. Dazu gehören auch Hedgefonds und Rückversicherer. Die Karte soll Grundlage für ein schnelleres Eingreifen bei neuen Finanzkrisen bieten.

Außerdem ist die Einführung eines Kreditregisters vorgesehen. Auch hier ist das Ziel, den Regierungen einen Überblick zu verschaffen, in welchem Ausmaß in ihren Ländern Darlehen mit einem hohen Risiko erteilt worden sind.

Merkel wird am Freitagmittag kurz vor ihrer Abreise zum Weltfinanzgipfel in Washington die Empfehlungen im Berliner Kanzleramt entgegennehmen. Der Gipfel selbst beginnt in der Nacht zum Samstag deutscher Zeit in Washington.

Im Vorfeld des Weltfinanzgipfels hat Merkel unterdessen Warnungen aus der Wirtschaft vor zu viel staatlicher Regulierung zurückgewiesen. Nach den Erfahrungen der jüngsten weltweiten Krise müssten künftig "alle Gebiete, alle Produkte und alle Geschäfte" auf den Finanzmärkten angemessen überwacht werden, sagte sie in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".

Die Banken müssten diesen Prozess unterstützen. "Deshalb habe ich kein Verständnis dafür, dass jetzt, kurz nachdem der Staat Schlimmeres verhindert hat, schon wieder vor zu viel Regulierung und staatlichem Einfluss gewarnt wird", sagte die Kanzlerin.

Sie erwarte von dem Finanzgipfel der Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in Washington an diesem Wochenende bereits erste Vereinbarungen. Länder wie USA und Großbritannien, die sich bislang gegen mehr Regulierung gewehrt hätten, dächten inzwischen in diese Richtung.

Merkel forderte erneut eine stärkere Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF) bei der Kontrolle der Finanzmärkte. Es müsse auch über Sanktionsmöglichkeiten für den IWF nachgedacht werden. Dies könne allerdings bei den Verhandlungen ein schwieriger Punkt werden.

Reuters/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 25)
 
Poet1 (15.11.2008, 19:34 Uhr)
Wers glaubt wird seelig
Was hat Frau Merkel schon alles versprochen .Den Großen redet sie nach dem Mund , den Kleinen greift sie in die Geldbörse.Ausser Ankündigungen wirds nichts geben.Frau Merkel hätte schon 1998 auf Lafontaine hören sollen , der war auf dem richtigen Weg.Verteufeln war damals angesagt , das war die Marschrichtung der Manager .Jetzt wo das Kind in den Brunnen gefallen ist rufen alle haltet den Dieb.
Hätte man das GG angewendet Artikel 20 Soziale Marktwirtschaft und Artikel 14 Sozialbindung des Eigentums , da wären uns diese Probleme erspart worden .Jetzt muß der Steuerzahler die Sünden der Politik auslöffeln.
pitiplatsch (14.11.2008, 19:59 Uhr)
Merkel will
Krieg in Afghanistan; will die Bürger ausspionieren; will den Arbeitern und Rentnern ihr Geld wegnehmen; will Gestapo oder Stasi einführen; sonst nichts.
KarlVitovec (14.11.2008, 17:39 Uhr)
Merkel will Managern ans Geld:
Es ist zu begrüßen was die Bundeskanzlerin in Erwägung zieht und es wurde auch Zeit diese Herrschaften darauf hinzuweisen, dass auch für Sie eine Haftungspflicht zu gelten hat. Jeder Arbeitnehmer wird zur Rechenschaft gezogen und mitunter ganz empfidlich bestraft. Warum sollen die Manager, die horrende Bezüge haben, bei Verlusten die sie verschuldet haben, nicht auch Haftbar sein? Sie sollen beweisen, dass sie ihr Geld wert sind. Vor allen Dingen sollen sie keine Möglichkeit bekommen
wenn sie Schaden angerichtet haben, sich durch Rücktritt aus der Verantwortung zu schleichen.
Karl Vitovec de Gerebn
Gisella (14.11.2008, 13:17 Uhr)
Wer
ist denn schon Frau Merkel in Washington???? Und wer ist Deutschland in der UN???? Beide ein Niemand. Frau Merkel kann fordern, was sie will-die geben einen Sh.... darum, was sie will. Alles "Schaumschlägerei".Weltpolitik wird ohne Frau Merkel getätigt.
whismerh2 (14.11.2008, 12:00 Uhr)
Das
übliche Kaspereletheater, vorher einen auf dicke Hose machen, Resultat gen Null, und bevor ich an Mangergehälte gehe würde, weiß auch gar nicht was das bringen soll,würde ich mir mal lieber Gedanken, über nicht nachvollziebaren Abfindungen machen, bei absoluten total Versagen auf Kosten der Steuerzahler, wie jüngst in und der, und noch folgenden Verlust im Finanzwesen.Ich denke hier wäre eher Handlungsbedarf.
@ Malt, schon vergessen
Zonengaby wurde mit einer geschälten Gurke gelockt.Die Karikatur war auf jedenfall Weltklasse, Titanic halt.
p_hakel (14.11.2008, 11:58 Uhr)
Warme Luft
und Kuchenkrümel... FDJ Angie traut sich doch gar nicht den Oberbossen ans Geld zu gehen. Woher sie mit den leeren Versprchungen die steigende Beliebtheit nimmt, ist mir schleierhaft.
hannes_schinder (14.11.2008, 11:55 Uhr)
Wenn Frau Merkrel das wirklich durchsetzen kann
dann hat sie den Friedens-Nobel-Preis verdient!
anninal (14.11.2008, 11:49 Uhr)
ENDLICH
Endlich wacht die Politik auf! Ich als hartarbeitender Steuer- und Hypotheken- und Bankggebuehrenzahler erwarte das von der Regierung! Ich sehe es nicht ein, ohnehin schon ueberbezahlte Banker jetzt auch noch durch das Rettungspaket mit meinen har erschufteten Mitteln noch weiterhin zu finanzieren. Ich schiebe den Banken schon horrende Summen durch Hypotheken usw in die nimmersatten Haelse. Frau Merkel, weg mit allen Bonuszahlungen und vergessen Sie die Politikerdiaeten nicht.
michianso (14.11.2008, 11:49 Uhr)
Fähnchen im Wind
Frau Merkel war schon immer darin gut Ihr Fähnchen ohne Sinn und Verstand in den Wind zu hängen. Das war schon vor ihrer Machtübernahme so, als Bush in den Irak eingefallen ist und das hat sie auch seither immer wieder auf's Neue überwiesen.
Wenn sie die freie Marktwirtschaft abschaffen und zu ihrem altbekannten Sozialismus zurückkehren will, soll sie es einfach sagen. Sie darf sich dann aber auch nicht wundern, wenn noch mehr qualifizierte Arbeitskräfte (und ich rede jetzt nicht von den besagten Managern) das Land verlassen. Denn wenn jedes Unternehmen unter staatlicher Kontrolle oder Beschränkung stehen wird, mutiert unsere Wirtschaft zu dem, was die öffentliche Hand schon seit Jahren demonstriert: Undurchsichtiger und überregulierter Bürokratismus, der zu Trägheit, Verschleppung und letztendlich genauso zu Verschwendung führt und dem es entsrpechend an jeglicher Attraktivität fehlt.
Sternchen2020 (14.11.2008, 11:47 Uhr)
Was soll der Quatsch?
Unverbindliche Vorschläge machen und sich dafür gut bezahlen lassen, von den Steuerzahler versteht sich - was soll eine solche Verdummung? Ich glaube, wir müssen noch an ganz andere Vergütung ran. Diese Expertenriege jedenfalls ist das Papier nicht wert, auf das sie die Vorschläge geschrieben hat.
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