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Die Tage von Irans Präsident Ahmadinedschad scheinen gezählt. Sein Lager hat die Parlamentswahlen verloren. Für den Westen ist das trotzdem keine gute Nachricht.
Der Iran kommt politisch nicht zur Ruhe. Der frühere iranische Präsident Mohammad Chatami will das Volk in einem Referendum über die Legitimität der Regierung abstimmen lassen. Falls die Mehrheit der Wiederwahl Ahmadinedschads dann zustimme, werde die Opposition ihren Widerstand dagegen aufgeben, sagte Chatami.
Mit der Wiederwahl von Ali Laridschani hat das iranische Parlament erneut einen Kritiker von Präsident Mahmud Ahmadinedschad zu seinem Präsidenten gewählt.
Die Lage im Iran spitzt sich zu. Das Staatsfernsehen spricht von 10 Menschen, die bei den Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Oppositionellen ums Leben gekommen seien. Es nannte die Demonstranten "Terrorgruppen" und "Randalierer".
Im Iran hat die Opposition die Beerdigung des Regimekritikers Hossein Ali Montaseri zu einer Demonstration ihrer Stärke genutzt. Nach Angaben der Reformer-Internetseite Jaras nahmen am Montag Hunderttausende an einer Prozession in der heiligen Stadt Ghom teil und skandierten Slogans zur Unterstützung Montaseris und gegen Präsident Mahmud Ahmadinedschad.
Politische Ohrfeige für Mahmud Ahmadinedschad: Irans Oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei hat dem Präsidenten öffentlich die Leviten gelesen. Ahmadinedschad müsse öfter auf Experten hören und solle sich vor Selbstüberschätzung hüten.
Für die Regierungsgegner im Iran wird die Luft dünner: Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat die Justiz aufgefordert, wegen der Unruhen nach der Wahl strafrechtlich gegen die Oppositionsführer vorzugehen. Seine Anhänger forderten sogar die Hinrichtung der Rädelsführer.
Aller Protest hat nichts genutzt: Ungeachtet großer Zweifel am Ausgang der Präsidentenwahl im Iran hat der oberste geistliche Führer des Landes nun Fakten geschaffen und Mahmud Ahmadinedschad offiziell in die zweite Amtszeit eingeführt. Derweil stehen die ersten Anhänger der Opposition vor Gericht.
Erstmals seit über einer Woche haben im Iran wieder Anhänger der Opposition gegen das Ergebnis der Präsidentenwahl demonstriert - und zugleich der Studentenproteste vor zehn Jahren gedacht. Mehrere hundert Menschen skandierten in Teheran "Tod dem Diktator" - ihre Kundgebung wurde von der Polizei mit Tränengas aufgelöst.
Der Sieg von Mahmud Ahmadinedschad bei der Präsidentschaftswahl im Iran ist aus offizieller Sicht rechtmäßig: Der Wächterrat bestätigte das bisher umstrittene Ergebnis. Das Gremium hatte zuvor die Neuauszählung von knapp zehn Prozent der abgegebenen Stimmen veranlasst.
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