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Assange allein auf weiter Flur

Seit einem Jahr sitzt Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. Der Wikileaks-Gründer will dort noch Jahre ausharren - und glaubt weiter an einen Sieg gegen die USA.

Von Swantje Dake

  Einer der wenigen Unterstützer, der Assange noch geblieben ist, besuchte ihn vor wenigen Tagen in der Botschaft in London: Außenminister Ricardo Patino

Einer der wenigen Unterstützer, der Assange noch geblieben ist, besuchte ihn vor wenigen Tagen in der Botschaft in London: Außenminister Ricardo Patino

Markige Worte für einen Hilflosen: "Wir haben den Krieg gewonnen", sagt Julian Assange. Der Wikileaks-Gründer meint den Krieg zwischen der von ihm gegründeten Enthüllungsplattform und den USA. Und Wikileaks, so sieht es der 41-Jährige, hat gewonnen. Wie er auf diese Bilanz kommt, ist schwer nachzuvollziehen.

Denn Julian Assange lebt seit 365 Tagen in der ecuadorianischen Botschaft in London. Es war sein Zufluchtsort, nachdem nach etlichen Runden vor Gerichten Assange von Großbritannien an Schweden hätte ausgeliefert werden dürfen. Dort soll er wegen Vergewaltigungsvorwürfen vernommen werden. Eine Anklage liegt gegen ihn nicht vor. Aber der Australier befürchtet, dass er direkt an die USA weitergereicht wird, wo ihm wegen Geheimnisverrat jahrelange Haft oder gar die Todesstrafe droht. Mit der Flucht in die Vertretung im feinen Südwesten der britischen Hauptstadt wollte er seinen Fall von der juristischen auf eine diplomatische Ebene hieven.

Snowden und Manning statt Assange

Doch der Plan ging nicht auf. Der Stern des einstigen Enthüller-Königs ist weiter gesunken. Die eigentliche Quelle für seine Enthüllungen, der US-Soldat Bradley Manning, ist in die Rolle des Helden getreten. Dass man für spektakuläre Enthüllungen längst nicht mehr Wikileaks braucht, hat auch der jüngste Fall von Edward Snowden bewiesen, der aufdeckte, wie stark der US-Geheimdienst NSA seine Bürger bespitzelt. Er arbeitet direkt mit den klassischen Medien wie etwa der britischen Zeitung "The Guardian" zusammen.

Atem für fünf weitere Jahre

Seine derzeitige Situation ist jedoch nicht viel besser. Bewegungsfreiraum hat er kaum. Würde Assange auch nur einen Fuß vor die Botschaft setzen, Scotland Yard würde ihn sofort verhaften. Der EU-weite Haftbefehl ist weiterhin gültig. Zudem hat er mit seiner Flucht in die Botschaft gegen britisches Gesetz verstoßen. Erst am Montag traf sich der britische Außenminister William Hague mit seinem ecuadorianischen Amtskollegen Ricardo Patiño. Man kam zu dem Ergebnis, dass eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden soll. Das klingt eher nach einer langfristigen Lösung.

Assange hat sich häuslich in einem Botschaftsraum eingerichtet und rechnet mit bis zu weiteren fünf Jahren in dem Gebäude. Sein Mantra für die langen Tage: Er sei zwar eingeschlossen, sein Geist aber nicht. Und selbst wenn die in Schweden gegen ihn vorliegenden Vorwürfe fallengelassen würden, würde er die Botschaft nicht verlassen. Aus Angst, festgenommen und an die USA ausgeliefert zu werden. Nur eine garantierte sichere Ausreise und anschließend Asyl würde Assange dazu bewegen, die Botschaft zu verlassen.

"Es gibt schlimmere Schicksale als das meine", sagte Assange in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Er meint damit vor allem seinen Informanten Bradley Manning, der sich derzeit wegen der Übermittlung der Geheimdokumente vor einem US-Militärgericht verantworten muss. Assange sprach von einem "Schauprozess", bei dem die Pressefreiheit auf dem Spiel stehe.

Die Unterstützer werden weniger ...

Er glorifiziert die Zeit, die er aktiv für Wikileaks gearbeitet hat. "Wir waren eine kleine radikale Webseite, entschlossen die Wahrheit über den Krieg, die Geheimdienste und die großflächige Korruption zu enthüllen, indem wir frontal das Pentagon, das Außenministerium angriffen. Unsere Chance zu siegen? Waren praktisch null. Doch wir haben gesiegt", sagte Assange. Assange zufolge ist Wikileaks trotz eines Boykotts wichtiger Finanzdienstleister stärker als vor zwei Jahren. Er hat auch noch einige Unterstützer. Doch die Strukturen der Enthüllungsplattform haben sich verändert, Vertraute sind abgesprungen.

... aber es gibt sie noch

Vor der Botschaft in London hielten am Anfang des Asyls rund ein Dutzend Unterstützer eisern Mahnwache. Übriggeblieben ist noch ein einziger. Viele frühere Unterstützer werfen Assange vor, sein Projekt Wikileaks verraten zu haben, um das eigene Fell zu retten. Mit vielen der Mitstreiter war er schon vor der Zeit in der Botschaft heillos zerstritten, darunter mit dem Deutschen Daniel Domscheit-Berg.

Medien, die einst Kooperationspartner waren, sind nicht mehr an seiner Arbeit interessiert. Und selbst diejenigen, die für Assanges Kaution viel Geld zahlten, hinterfragen Assanges Mission. Filmemacherin Jemima Khan etwa, die einen Film über Wikileaks mitproduziert hat, sagt: "Ich habe ihm Geld gegeben, damit er freikommen konnte, während er auf seinen Prozess wartet. Nicht dafür, dass er Antworten verweigert." Dennoch bereut sie ihre Unterstützung nicht: "Wikileaks hat aufgezeigt, dass wir über die Kriege im Irak und Afghanistan belogen wurden", schrieb sie in einem Beitrag für den "New Statesman".

Von Swantje Dake, mit Agenturen

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