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22. Januar 2007, 16:52 Uhr

Warten auf Frieden

Viele von ihnen sind Peulh - Nomaden aus der Zentralafrikanischen Republik. Wegen der Kämpfe in ihrem Land mussten sie in den benachbarten Tschad flüchten und leben dort unter erbärmlichen Zuständen. Hilfe kommt von den Ärzten ohne Grenzen.

Zu Fuß erreichen verzweifelte Flüchtlinge das Lager, erschöpft warten sie im Schatten von Mangobäumen auf die Registrierung durch das Flüchtlingshilfswerk© Philipp Horak

Die Zentralafrikanischen Republik kommt nicht zur Ruhe. Seit 2005 bekämpfen sich dort Regierungstruppen und verschiedene Rebellenorganisationen heftig. Die Zivilbevölkerung ist ständiger Gewalt ausgesetzt. Dörfer werden angegriffen, geplündert oder niedergebrannt, die Bewohner ihrer Lebensgrundlage beraubt, Frauen vergewaltigt.

150.000 Menschen von der Versorgung abgeschnitten

Etwa 150.000 Menschen waren von der Versorgung abgeschnitten. Dieser jüngste Konflikt reiht sich ein in eine Serie von Putschversuchen und Aufständen, die das Land seit seiner Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1960 erlebte. Und erneut erregte das Schicksal der 3,6 Millionen Einwohner des Landes keine Aufmerksamkeit, heißt es bei der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen.

Die Menschen seien aus Angst vor der Gewalt in den Busch geflohen und ernährten sich von Pflanzen. Einige von ihnen seien schon länger als ein Jahr nicht mehr in ihren Dörfern gewesen. In den vergangenen vier Jahren sind bereits mehr als 50.000 Menschen über die Grenze in den Tschad geflohen.

In Flüchtlingslagern in der Nähe der Kleinstadt Goré warten sie darauf, dass die Sicherheitslage eine Rückkehr erlaubt. Nach der Registrierung finden die Flüchtlinge Aufnahme in dem Auffanglager Amboko Extension. Zirka 8000 Menschen leben hier derzeit, weitere 25.000 Flüchtlinge in den nahegelegenen Flüchtlingslagern Gondje und Amboko.

Viele der Flüchtlinge sind Peulh, Nomaden, die normalerweise von ihren Rinderherden leben. Im Norden der Zentralafrikanischen Republik wurden sie im vergangenen Jahr häufig Opfer von Attacken, ihre nomadische Lebensweise macht sie besonders verwundbar. Die Flüchtlingslager bieten zumindest Sicherheit und das Notwendigste zum Überleben, sauberes Trinkwasser wird von Ärzten ohne Grenzen gestellt.

Die medizinischen Bedürfnisse in den Flüchtlingslagern sind hoch: Sehr viele Menschen sind an Malaria erkrankt. Durch die nächtliche Kälte, vor der die Zelte nur unzureichend schützen, leiden viele Menschen an Husten, Bronchitis oder Lungenentzündung. Im Flüchtlingslager Gondje betreibt die Organisation ein Gesundheitszentrum mit kleiner Geburtsklinik. Schwer unterernährte Kinder werden in einem ambulanten Ernährungsprogramm wieder zu Kräften gebracht. Dreimal täglich erhalten sie von speziell geschulten Community health workers "Plumpynut", eine angereicherte Erdnusspaste, die sie mit den wichtigsten Nährstoffen versorgt. Ein Hoffnungsschimmer: Sichtbare Erfolge stellen sich meist sehr rasch ein.

Mehr Hier finden Sie weitere Information: Ärzte ohne Grenzen

Weitere Fotos gibt es bei Philipp Horak zu sehen

nik mit Agenturen
 
 
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