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Gespräche über Wiedervereinigung

Seit 32 Jahren ist Zypern geteilt, der letzte Versuch einer Wiedervereinigung 2004 gescheitert. Nun reden Türken und Griechen wieder miteinander - mit unterschiedlichen Zielen.

Die Führer der griechischen und der türkischen Volksgruppe auf Zypern haben sich darauf geeinigt, die seit zwei Jahren unterbrochenen Gespräche zur Wiedervereinigung der Mittelmeerinsel wieder aufzunehmen. Damit würden sie auch ein Hindernis für einen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union (EU) beseitigen.

Der stellvertretende UN-Generalsekretär Ibrahim Gambari sprach nach einem Treffen mit Zyperns Präsident Tassos Papadopoulos und dem Vertreter der türkischen Zyprer, Mehmet Ali Talat, von einem "historischen Augenblick". Der Friedensprozess solle bis Ende Juli in Gang kommen. Die Anführer beider Volksgruppen hätten sich auf einen Zeitplan für den Beginn der Gespräche und Grundsätze für eine spätere Vereinigung festgelegt.

Nach den Worten Gambaris soll zugleich über Erleichterungen des täglichen Lebens sowie grundsätzliche Fragen wie den Abzug von Truppen verhandelt werden. Bislang konnten sich beide Seiten nicht auf die zu behandelnden Themen von Gesprächen einigen. Während die türkischen Zyprer zunächst über Alltagssorgen wie die Wasserversorgung reden wollten, beharrten die griechischen Zyprer von Anfang an auf Fragen des Wiedervereinigungsprozesses.

Der Zypern-Konflikt gefährdet den EU-Beitritt der Türkei, weil die Republik der griechischen Volksgruppe bereits Mitglied ist und deshalb über ein Vetorecht verfügt. Die Republik verlangt unter anderem, dass ihre Schiffe auch türkische Häfen anlaufen dürfen. Die Regierung in Ankara erkennt die Republik jedoch nicht an.

Die Türkei hat 35.000 Soldaten in Nordzypern, seit sie 1974 auf der Insel einmarschiert ist. Zuvor hatte die Militärregierung in Griechenland einen Putsch auf Zypern unterstützt, dessen Ziel eine Vereinigung der Insel mit Griechenland war. Alle Bemühungen der internationalen Gemeinschaft, das Land wieder zu vereinen, sind bislang gescheitert. 2004 wurde die Republik Zypern zwar Mitglied der EU. Sie lehnte jedoch in einem Referendum einen UN-Plan für eine lose Föderation der beiden Teile ab. Die türkischen Zyprer hatten ihm zugestimmt.

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