Der Fraktionschef der Linken, Gregor Gysi, betrachtet die Maßnahmen zur Zypern-Rettung bislang als ungenügend. Er bringt den Vorschlag eines Marshall-Plans für den Inselstaat.
Das Video im Wortlaut: Die zyprischen Banken haben unter den Augen von Sicherheitskräften ihre Pforten wieder geöffnet – wenn der panische Ansturm auch ausblieb. Mehr...
Nachdem der Inselstaat vorerst gerettet ist, indem zehn Milliarden Euro unter der Bedingung vergeben wurden, dass unter anderem der aufgeblähte Bankensektor umgebaut wird, stellt sich die Frage nach der Nachhaltigkeit der Entscheidung. Der Fraktionschef der Linken, Gregor Gysi, betrachtet die Maßnahmen bislang als ungenügend. Er bringt erneut den Vorschlag eines Marshall-Plans – nach Griechenland diesmal jedoch für Zypern. O-Ton: Gregor Gysi (Die Linke), Fraktionsvorsitzender „Wir brauchen einen Marshall-Plan. Das heißt, wir müssen uns was überlegen, wenn wir Kredite geben, dass die nicht einfach an die Banken fließen, sondern, wie wir damit investieren, und den Tourismus und andere Dinge aufbauen, wovon dann auch Zypern leben kann.“ Der ursprüngliche Marshall-Plan war nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa zugunsten des Wiederaufbaus umgesetzt worden. Dieser vierjährige Plan solle nun auch Zypern helfen. Zumindest der zeitliche Rahmen dürfte sich mit dem Vorschlag vorerst nicht beißen. Die Gerüchte eines zyprischen Austritts aus dem Euro seien nämlich hinfällig. Wie der Präsident des Landes bekräftigt, habe das Land nicht vor, die Eurozone zu verlassen. Schließen
Knapp zwei Wochen nach Schließung der Banken öffneten die Geldhäuser auf Zypern am Freitag wieder. Polizei und Regierung hatten mit erheblichem Gedränge gerechnet - Zwischenfälle blieben jedoch aus.
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