• 05.09.2008, 14:44 Uhr

Atommüll


Gabriel will Ausräumen von Asse prüfen


 © Helmholtz Zentrum/DDP
Im Bergwerk Asse lagern rund 126.000 Fässer mit radioaktivem Müll. Umweltminister Siegmar Gabriel erwägt inzwischen, das Lager komplett leer zu räumen

Im Fall des maroden Atommüll-Lagers Asse schließt Bundesumweltminister Siegmar Gabriel nicht mehr aus, das Bergwerk komplett auszuräumen. Wenn die Einsturzgefahr gebannt sei, müsse man klären, ob man den Atommüll "ganz oder teilweise rausholen" müsse.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel erwägt ein Leerräumen des undichten Atommülllagers Asse. Wenn eine Stabilisierung des Bergwerks möglich sei, werde man die Frage nach Alternativen bis hin zum "vollständigen oder teilweisen Rückholen des atomaren Mülls" beantworten müssen, sagte der SPD-Politiker.
 
VideoIconso gefährlich ist die asse
So gefährlich ist das Atommülllager Asse II
Alle Videos
Das mittelfristig einsturzgefährdete Bergwerk muss nach Auffassung von Gabriel zunächst stabilisiert werden. Jetzt gehe es vor Ort darum: "Wie können wir die Standsicherheit des Deckgebirges gewährleisten, zum Beispiel durch den Einbau von Salzbeton", sagte der SPD-Politiker. Die Stabilisierung etwa durch Betoneinbauten sei "Voraussetzung, dass die Asse auch über das Jahr 2015 hinaus standsicher ist".

Wenn die Stabilisierung nicht gelinge, "dann haben wir ein großes Problem", erklärte Gabriel. Dann könne man in der verbleibenden Zeit die Frage alternativer Schließungskonzepte für die Asse nicht mehr klären.

Wenn eine Stabilisierung möglich sei, werde man die Frage nach Alternativen zum bisherigen Schließungskonzept beantworten müssen und klären, ob man den Atommüll "ganz oder teilweise rausholen" müsse.

Endlager Schacht Konrad könnte den Asse-Müll aufnehmen
Die Frage, wo aus der Asse zurückgeholter Müll gelagert werden könne, beantwortete der Bundesumweltminister mit einem Hinweis auf das Endlager Schacht Konrad, das gerade in Salzgitter eingerichtet wird. Nicht weit entfernt von der Asse habe man mit dem ehemaligen Bergwerk Konrad ein genehmigtes Lager für schwach- und mittelradioaktive Stoffe, sagte er.
 

Adobe Flash Player
 
Bei der Genehmigung von Schacht Konrad seien all die Sicherheitsfragen bereits geprüft worden, die jetzt bei der Asse erst noch geprüft würden. Der bisherige Betreiber des Atommülllagers Asse, das Helmholtz-Zentrum, plant, in das Bergwerk zur Sicherung konzentrierte Salzlauge einzuleiten und dann dessen Schächte zu verschließen. Dieser Plan wurde von Bürgerinitiativen, Kommunalpolitikern, dem Bundesamt für Strahlenschutz und auch dem niedersächsischen Umweltministerium kritisiert.
 
Bei einem Ministertreffen in Berlin war am Donnerstag beschlossen worden, dass das Atommülllager künftig vom Bundesamt statt vom Helmholtz-Zentrum betrieben werden soll.
 
AP



Diesen Artikel bookmarken bei...
Tausendreporter BlinkList del.icio.us Folkd Furl Google Linkarena Mister Wong oneview Yahoo MyWeb YiGG Webnews
Leser-Kommentare (3) zu diesem Artikel
billig (6.9.2008, 10:58 Uhr)
Plutonium in Schacht Konrad? (5.9.2008, 17:07 Uhr)
Weitere Artikel aus der Rubrik "Politik"
Politik-Archiv
Videos Politik
stern.de - Partner Tools
stern.de-Aktion - der Blog
Deutschland lernt Energie sparen
Jetzt geht das Sparen los! Steckdosen aus und duschen statt baden: Lesen Sie hier was die drei teilnehmenden Familien in ihrem Alltag beim sparsamen Umgang mit Wasser und Strom erleben...
Sudoku mit Bildern

Nur wenn sie die früheren Staatsoberhäupter und unsere aktuelle Kanzlerin vereinen kommen Sie ans Ziel. Bringen Sie eine Ordnung in das Logikrätsel und lösen Sie das politische Durcheinander innerhalb des Kanzler-Sudokus auf stern.de!

Aktuelle Fotostrecken

G8-Gipfel in L'Aquila

Gewagt geantwortet

Kolumnen

Aus dem Berliner stern-Büro berichtet Hans-Ulrich Jörges

Klatsch, Tratsch und politisch Brisantes rund um den Reichstag reportiert Hans Peter Schütz

Katja Gloger schreibt, worüber die Mächtigen dieser Erde vor und hinter den Kulissen rangeln

Uta Eisenhardt berichtet jede Woche aus dem Berliner Amtsgericht über Prozesse mit dem gewissen Etwas

Cornelia Fuchs beschreibt das Leben zwischen Buckingham Palace und Notting Hill

Luftblasen

Das umfangreiche Archiv der "Luftblasen" aus dem stern-Magazin

Wetter aktuell

Anzeige