Startseite

Gut gemacht, Frau Schröder!

Sie macht nicht vieles richtig, aber das schon: Familienministerin Schröder hat darauf verwiesen, dass Gott kein Geschlecht haben könne. Ein irritierender Gedanke für ihre stumpfen Parteifreunde.

Ein Kommentar von Lutz Kinkel

  Ohne "Neger": Vorlesestunde mit Familienministerin Kristina Schröder (CDU)

Ohne "Neger": Vorlesestunde mit Familienministerin Kristina Schröder (CDU)

Wenn, beispielsweise, Rudolf Scharping erklären würde, 2 plus 2 seien 4, dann hätte er zweifellos Recht. Auch wenn er mal mit der Gräfin im Pool geplantscht hat und das Amt des Verteidigungsministers schmachvoll quittieren musste. Nun hat niemand die Absicht, Familienministerin Kristina Schröder mit Rudolf Scharping zu vergleichen. Aber: Wenn Schröder - eine zu Recht oft kritisierte Ministerin - im "Zeit"-Interview sagt, dass der geschlechtsspezifische Artikel für Gott keine Rolle spiele, dass man auch sagen könnte: "das liebe Gott" - dann hat sie Recht. Gott ist in der christlichen Religion ein universales Prinzip, das natürlich über den Geschlechtern steht. Oder will irgendwer behaupten, Gott dürfe nur auf die Herrentoilette?

Die Traditionalisten und Populisten in der Union fallen jetzt mit unglaublicher Häme über Schröder her - und zwar ausgerechnet die Frauen. Ganz vorne weg: Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU). Das sei "verkopfter Quatsch", sagt sie, man dürfe Kindern nicht die "starken Bilder" nehmen. Katerina Reiche (CDU), Staatssekretärin im Umweltministerium, stöhnt auf: "Der liebe Gott bleibt der liebe Gott!". Und Digitalprinzessin Dorothee Bär (CSU) twitterte: "Meine Priorität in der Frauenpolitik liegt auf Quote und Equal Pay. Nicht auf: "das" liebe Gott..." Dahinter setzte sie den kessen Hashtag #justsaying.

Vehikel für die Rache

Das ist es aber eben nicht: #justsaying. Bär benutzt Schröders Interviewäußerung als Vehikel, um auf ihre Politik einzudreschen. Das ist ziemlich billig, weil das eine nichts mit dem anderen zu tun hat, und weil das Argument "Es gibt doch Wichtigeres zu tun" wohlfeil ist. Ja: Es gibt, je nach Perspektive, immer Wichtigeres zu tun. Zum Beispiel könnte Bär die Steuergelder, die ihr über das Abgeordnetenmandat zukommen, auch anders einsetzen als selbstverliebte Banalitäten zu zwitschern ("Nach drei Stunden #TXL nicht aus dem Kopf zu kriegen: Ohrwurm: "I wish I was at home - for Christmas!""). Oder sich, so hinten rum, an einer ohnehin geschwächten Ministerin schadlos zu halten. Resultiert das Schröder-Bashing, bei dem auffällig viele CSU-Politiker mittun, auch daraus, dass Schröder sich nie lauthals für die Herdprämie eingesetzt hat? Es müffelt nach kleiner Rache.

Heuchlerisch ist die Debatte sowieso. Denn gerade in der Politik sind die Sprachmanipulatoren, Wortverdreher und Propagandisten so häufig vertreten wie nirgendwo sonst. Warum spricht die Kanzlerin penetrant von der "christlich-sozialen Koalition"? Weil das so herzerwärmend klingt. Gleichzeitig lässt sie acht Millionen Deutsche im Niedriglohnsektor hungern. Anderes Beispiel: Warum haben Union und FDP immer das Wort "Kernkraft" benutzt? Logisch: Kernkraft hat was von Fruchtkernen. Irgendwie ökologisch und lecker. Lässt sich ja auch problemlos "entsorgen", zumindest waren vor der Energiewende alle Bärs, Haderthauers und Reiches davon überzeugt. Kurz: In der Politik wissen alle sehr genau, dass mit Begriffen Deutungen und mit Deutungen Weltbilder verknüpft sind. Die einen sprechen von Herdprämie, die anderen von Betreuungsgeld. #justsaying.

Es geht um den Gedanken

Nochmal: Es ist schräg, ausgerechnet Familienministerin Schröder zu verteidigen. Die Fans ihrer Politik sind auch beim stern extrem rar gesät. Gleichwohl ist es zu begrüßen, dass sie mit ihrer Äußerung über "das liebe Gott" gezeigt hat, dass sie Sprache reflektiert und im Sprachgebrauch auch emanzipatorisch und modern sein kann. Ihre einjährige Tochter wird diese Diskussion (noch) nicht verstehen, aber das braucht sie auch nicht. Schröder sagte ja: "Man könnte auch sagen: das liebe Gott." Es geht ihr um den Gedanken, um die Gewöhnung an eine geschlechtsneutrale Vorstellung von Gott, nicht um philologische Diskurse mit Babys.

Übrigens: Schröder vermeidet beim Vorlesen zu Hause auch Worte wie "Neger" und "Negerkönig" und umschreibt sie galant. Ich fragte Bär auf Twitter, ob sie auch das kritikwürdig findet. Die sonst so Mitteilungsbedürftige hat darauf nicht geantwortet.

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Was tun gegen ständige Lärmbelästigung in der Straße durch Lokal
Hallo, was kann man dagegen unternehmen wenn jedes Wochenende eine große Afterwork Studenten Party in dem Tanzlokal nebenan stattfindet. Es findet jedes mal eine massive Ruhestörung vor. Es geht meistens von 23:00 bis 03:00 Morgens. Unsere Lebensqualität ist momentan arg eingeschränkt. Wir wussten schon als wir hierher gezogen sind das es ab und zu etwas lauter sein kann. Aber das es jetzt solche extremen Ausmaße nimmt konnten wir nicht ahnen. Bei der Polizei ist dieses Party/Lokal wegen Ruhestörung bekannt. Nur leider unternimmt niemand etwas dagegen. Wir wohnen jetzt 5 Jahre in der Wohnung neben dem Lokal. Aber wir sind jetzt am überlegen deshalb nächstes Jahr wenn es finanziell möglich ist umzuziehen. Was kann man solange tun? Fenster im Sommer geschlossen halten ist unzumutbar. Beschweren beim Lokal Besitzer sowie bei der örtlichen Stadt die sowas genehmigt bringt auch nichts. Wenn es heißt war um wir dort hin gezogen sind, leider ist Heilbronn momentan eine reine Studentenstadt , das heißt als wir hierher gezogen sind waren damals nicht viele für uns preiswerte Wohnungen verfügbar, außerdem wurden damals schon sehr viele Wohnung nur an Studenten vermietet. Das heißt , uns ist nichts anderes übrig geblieben die günstigste Wohnung zu nehmen. Wie oben beschrieben hatten wir kein Problem damit das ab und an eine Veranstaltung stattfindet. Nur , es findet jetzt jedes Wochenende etwas sehr lautstarkes statt.
Ionisiertes Wasser oder Osmosewasser ?
Klar
Liebe Sternchen Community. Vor kurzem war ich bei einem Arzt und er hatte Azidose bzw. eine latente Übersäuerung festgestellt. Daraufhin habe ich viel recherchiert und einige Bücher gelesen. Erst bin ich auf die basische Ernährung gestoßen, die sehr effektiv sein soll, allerdings auch schwierig immer im Alltag zu praktizieren ist. Dann habe ich zufällig einen guten Bericht über ionisiertes Wasser bzw. basisches Wasser gefunden und mir auch ein Buch gekauft, "trink dich basisch" und "jungbrunnenwasser" da wird sehr positiv davon gesprochen. Insbesondere soll es auch das stärkste Antioxidanz sein mit Wasserstoff. Außerdem soll es den Körper basischer und Wiederstandsfähiger machen. Darmmileu und Blutmileu werden günstig beinflusst, heißt es. Sogar Haarausfall soll verhindert werden, weil die Hauptursache davon ist wohl Mineralienmangel, wegen Übersäuerung (pH Wert im Blut und Körper), weniger wegen der Genetik. Und noch einige weitere Vorteile hat es wohl, wie Obst und Gemüse wieder zu erfrischen. Und der Kaffee und Tee schmeckt wohl besser. Und noch einiges mehr.. Stimmt das? Allerdings habe ich "ionisiertes Wasser" gegoogled und bin auf einige Berichte gestoßen, die negativ davon sprechen. Meistens scheinen es Umkehrosmose Wasser Verkäufer zu sein, die so schlecht davon schreiben. Ich habe mal gehört Umkehrosmosewasser ist schädlich, weil es die Osteoporose verstärkt. Einige nennen es auch Osteoporosewasser, weil es wie destilliertes Wasser keine Mineralien mehr hat und deshalb Mineralien aus dem Körper zieht. Also ist es bestimmt nicht gut Osmosewasser zu trinken. Ich würde gerne mal ionisiertes Wasser probieren. Naja, aber hat jetzt jemand echte Erfahrung damit gemacht? Hat wer so einen "Wasserionisierer" zu Hause? Welches Wasser trinkt Ihr? Würde mich interessieren, weil die schon recht teuer sind. Aber vielleicht kaufe ich mir einen mit Ratenzahlung, wenn ich mir sicher bin. Im Moment braucht es etwas Aufklärung... Bitte nur seriöse Kommentare. Liebe Grüße KLAR

Partner-Tools