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15. Mai 2009, 17:57 Uhr

Verwaltungsgericht bittet NPD zur Kasse

Wegen gravierender Fehler im Rechenschaftsbericht 2007 hat das Berliner Verwaltungsgericht die NPD zu einer Zahlung von 1,27 Millionen Euro verurteilt. Damit blieben die Richter deutlich unter der ursprünglich vom Bundestag verhängten Strafe. NPD-Chef Udo Voigt begrüßte das Urteil.

npd, strafe, rechenschaftsbericht

Udo Voigt ist seit 1996 Parteivorsitzender der NPD© Steffi Loos/DDP

Die rechtsextremistische NPD muss wegen eines fehlerhaften Rechenschaftsberichts rund 1,27 Millionen Euro Strafe an den Bundestag zahlen. Das hat das Berliner Verwaltungsgericht am Freitag entschieden. Das Gericht halbierte damit die ursprünglich vom Bundestag verhängte Strafe von 2,5 Millionen Euro wegen Fehler im Rechenschaftsbericht 2007. Die NPD hatte gegen den Zahlungsbescheid des Bundestages geklagt. Das Verwaltungsgericht gab ihr teilweise recht und erachtete nur 635.677,90 Euro in dem beanstandeten Rechenschaftsbericht als falsch ausgewiesen. Laut Parteiengesetz muss der doppelte Betrag als Strafe gezahlt werden.

Voigt erklärt Diskussion um Insolvenz für beendet

NPD-Chef Udo Voigt zeigte sich mit dem Urteil zufrieden. "Die Diskussion um eine Insolvenz der NPD wird damit beendet sein", sagte Voigt unmittelbar nach der Verkündung. "Es wurde ein Dämpfer für den Bundestag erteilt." Voigt räumte allerdings ein, das sich seine Partei nicht ganz durchgesetzt habe. Der Parteivorsitzende will deshalb dem Vorstand vorschlagen, Rechtsmittel einzulegen. Eine Entscheidung soll kommende Woche fallen. Voigt sagte, er rechne nicht vor Ende des Jahres mit einem rechtskräftigen Urteil.

Vor der Verhandlung hatte sich der NPD-Chef zuversichtlich gezeigt. "Es lag keine Täuschungsabsicht vor, der Bundestag wurde nicht betrogen." Aus seiner Sicht handele es sich um einen "politisch motivierten Bescheid", der der NPD im Superwahljahr 2009 schaden solle. Inzwischen müsse die Partei nach einem "Nothaushaltsplan" wirtschaften, doch werde kein Insolvenzantrag gestellt. Der Prozessvertreter der Rechtsextremisten sagte, die Ungereimtheiten im Rechenschaftsbericht seien der "großen Hektik und dem Zeitdruck" geschuldet.

In den entscheidenden Wochen vor Fristablauf Ende 2008 habe der regulär zuständige Schatzmeister Erwin Kemna in Untersuchungshaft gesessen. Zudem seien notwendige Unterlagen teilweise von der Polizei beschlagnahmt gewesen. Weiter brachte die Partei zu ihrer Verteidigung vor, dass in der Hektik eine Minute vor Mitternacht offensichtlich ein falscher Bericht eingereicht worden sei. Diese "Loseblattsammlung" sei zudem auch nicht ordnungsgemäß vom beauftragten Wirtschaftsprüfer abgezeichnet worden, wie sich nun erwiesen habe. Dieser Einwand wurde jedoch vom Gericht schon vor dem Urteilsspruch als "rechtlich unerheblich" zurückgewiesen.

Reuters/DPA
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
jetrabbit (16.05.2009, 00:02 Uhr)
rechtzeitig zum anstehenden
linksruck, clever. das gibt wieder futter für alles rechts der mitte stehend.
mister-mister (15.05.2009, 21:52 Uhr)
Schade..!
Wäre eine gute Gelegenheit gewesen, das braune Schweinepack finanziell etwas trockenzulegen. Verpaßt. Vielleicht beim nächsten Mal.....
Kroko (15.05.2009, 19:34 Uhr)
@UR63
Selbst wenn es soviele Naaazis gibt. Woher sollen die den Spendeneuro her bekommen---mit ihrer Hauptproffession, dem Laubsammeln, kommt gerade genug für Bier und Zigaretten rein...:)
UR63 (15.05.2009, 19:15 Uhr)
Laut Medien...
gibts doch Millionen Naaazis in Deutschland!
Sollte doch kein Problem sein,die Strafe zu bezahlen.
Oder übertreibt die Presse etwa?????
Oder werden die rotlackieten linken Nazis mitgerechnet???
Fragen über Fragen!
arne03 (15.05.2009, 19:13 Uhr)
Grenzwertig clever
au mann, da bietet sich die einmalige Chance diese "Partei" kaltzustellen und dann versauen es die Gerichte. Hier hätte sich das Al Capone Prinzip so schön anwenden lassen. Wegen Verfassungsbruch kriegt man sie wohl (unverständlicherweise wenn man einige Interviews liest) nicht dran, aber finanziell ruinieren hätte mir auch schon gereicht...
Angel_of_Mercy (15.05.2009, 19:02 Uhr)
Rechtsstaat abschaffen wollen, aber
dann die Mittel nutzen, die ihnen der Rechtsstaat bietet, wie inkonsequent, schämt euch. Aber bei Geld hört eben nicht nur die Freundschaft auf, sondern auch die in Beton gegossene Überzeugung.
utospatz (15.05.2009, 19:01 Uhr)
Wenn ein Verwaltungsgericht bittet,
einen Supernazi zur Kasse, ist eigentlich eine Demokratie schon ICE-mäßig vorbeigerauscht!
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