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2. Januar 2009, 19:07 Uhr

Ärzte hoffen auf vollständige Genesung

Unfallstelle war erst im Sommer verbreitert worden

Noch im vergangenen Sommer sei die Pistenkreuzung verbreitert worden. Der Leiter der Alpinpolizei Liezen, Siegmund Schnabl, sagte, sowohl Althaus als auch die 41-jährige Sportlehrerin mit Wohnsitz in den USA hätten als gute Skifahrer gegolten. Die Slowakin, die im Gegensatz zu Althaus keinen Helm trug, war mit ihrem Mann unterwegs und fuhr nach einem kurzen Stopp knapp oberhalb der Unfallstelle alleine voraus in die durch Warnhinweise gesicherte Pistenkreuzung. Ihr jüngstes Kind wird am Samstag ein Jahr alt, sagte Schnabl dem MDR. Drei Kinder stammten aus der ersten Ehe der Verunglückten mit einem Österreicher. Althaus war mit seiner Frau unterwegs und wurde von zwei Beamten des Thüringer Landeskriminalamtes begleitet. Der Politiker fuhr jedoch voraus, sodass keiner der Begleiter den Unfall beobachtete.

Althaus, Skiunfall, Thüringen, Ministerpräsident,

Unmittelbar nach dem Zusammenprall der beiden Skiläufer kümmerten sich Notärzte und zwei auf der Piste fahrende Mediziner zunächst um die schwerverletzte Frau. Dies sei auf Wunsch von Althaus geschehen, der zu diesem Zeitpunkt bei Bewusstsein war. Er sei erst im Tal in einem Rettungswagen von einem Sanitäter untersucht worden, der daraufhin einen Notarzt anforderte. Später verzögerte sich der Transport in eine Spezialklinik, weil der Flug des Hubschraubers in die beiden nächstliegenden Kliniken wegen der Lichtverhältnisse nicht möglich war. Auf dem Transport verlor der Ministerpräsident das Bewusstsein und musste intubiert werden.

Verlegung von Althaus nach Erfurt derzeit nicht sinnvoll

Eine Verlegung Althaus' nach Erfurt ist nach Meinung der Ärzte zurzeit nicht sinnvoll. Seine Frau Katharina, mit der er Urlaub machte, wacht an seinem Krankenbett. Althaus erlitt ein Schädelhirntrauma. Dabei gelten Blutungen im Gehirn als Risiko für bleibende Schäden. Die Abschätzung möglicher Folgen kurz nach dem Unfall ist nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie auch für geübte Ärzte sehr schwierig.

In Thüringen, wo die CDU mit absoluter Mehrheit regiert, werden im Wahljahr 2009 auch die Kommunalparlamente und der Landtag neu bestimmt. Die Leitung der Landesregierung übernahm zunächst die stellvertretende Ministerpräsidentin, Finanzministerin Birgit Diezel (CDU). Sie ist auch eine der Stellvertreter von Althaus an der CDU-Spitze. Das Kabinett gehe davon aus, dass Althaus bald wieder an seinem Schreibtisch Platz nehmen könne, sagte die Ministerin. "Ich baue auf seine Fitness - wir alle bauen darauf." Zugleich sprachen Thüringer CDU-Politiker auch der Familie der tödlich Verunglückten ihr Beileid aus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und weitere Politiker äußerten sich "tief betroffen" über den tragischen Skiunfall und wünschten dem Thüringer Regierungschef eine rasche Genesung.

Erste Politiker fordern Helmpflicht auf der Piste

Vor dem Hintergrund des Unglücksfalls auf der Piste forderten Sport- und Gesundheitspolitiker eine gesetzliche Helmpflicht für Skifahrer. Peter Danckert (SPD), Vorsitzender des Bundestags-Sportausschusses, sagte: "Ich bin hundertprozentig für eine Helmpflicht. Am besten wäre ein solches Gesetz europaweit." Die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, Martina Bunge (Linke), sprach sich für eine solche Pflicht auf steilen und gefährlichen Ski-Pisten aus.

DPA/AP
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