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27. November 2009, 12:53 Uhr

Jung reicht seinen Rücktritt ein

Merkel sucht bereits einen Nachfolger für Jung

Die Entscheidung über den Nachfolger des scheidenden Arbeitsministers soll nach Angaben aus Koalitionskreisen schnell fallen. Merkel führe bereits Gespräche. Möglicherweise entscheide sich die Personalie noch im Laufe des Freitags, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters. Im Gespräch sind angeblich mehrere Politiker der hessischen CDU, aus der auch Jung kommt. Ein Wechsel von Hessens Ministerpräsident Roland Koch in das Arbeitsministerium galt in der Union hingegen als unwahrscheinlich.

In Frage komme einer seiner beiden Kronprinzen, Hessens CDU-Fraktionschef Christean Wagner und Innenminister Volker Bouffier. Genannt wurde aber auch die hessische Umweltministerin Silke Lautenschläger, die offiziell allerdings schon dementiert hat, für das Amt zur Verfügung zu stehen. Chancen habe zudem der langjährige hessische Wirtschaftsminister Alois Rhiel, hieß es in den Kreisen.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) zeigte sich betroffen über den Rücktritt Jungs. "Die Ereignisse der letzten 36 Stunden und insbesondere der Amtsverzicht meines Freundes Franz Josef Jung gehen mir auch persönlich sehr nahe", erklärte der hessische CDU-Chef. Jung, der als enger Vertrauter Kochs gilt, habe sich zu einem "außerordentlich respektablen Schritt" entschieden. Er hoffe, dass die Leistungen Jungs als Verteidigungsminister mit einigen Wochen Abstand wieder anerkannt würden.

Opposition besteht auf Untersuchungsausschuss

In jedem Fall dürften diese Leistungen noch einmal genau unter die Lupe genommen werden, denn auch nach dem Rückzieher Jungs möchte die Opposition unbedingt einen Untersuchungsausschuss einrichten. "Wir wollen, dass diese Vorgänge lückenlos aufgeklärt werden", erklärten die Grünen-Fraktionschefs Renate Künast und Jürgen Trittin.

"Ein Untersuchungsausschuss hat sich damit natürlich nicht erledigt"", sagte auch der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Thomas Oppermann. Der verteidigungspolitischer Sprecher der Linken, Paul Schäfer, erklärte: "Der Minister geht, der Aufklärungsbedarf bleibt."

DPA/AP/AFP/Reuters
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KOMMENTARE (10 von 55)
 
jetrabbit (28.11.2009, 20:10 Uhr)
@ Sternchen2020
ich muss ihnen leider recht geben. wahrheit kann haarsträubend sein, wenn anders als gesagt... hier haben verantwortliche agiert wie im kindergarten, wenn die unwahrheit raus kam blieb man trotzdem bei seiner eigenen version, oder man schämte sich einfach ein bischen.
dreicon (27.11.2009, 19:43 Uhr)
@sternchen2020 - das Feuerzeug noch in
der Hand haltend, und andere Brandstifter nennend. Nach dieser Prämisse beurteilen Sie wohl, wer in dieser Republik am impertinentesten alles tut, um an die Macht zu kommen/bleiben. Ihre spießbürgerliche libervative Klientel übertrifft hierin das linke Lager doch wohl bei Weitem.
Genschman (27.11.2009, 16:42 Uhr)
Jung CDU tritt ab - Riehl CDU darf kommen (wenn es nach Experten geht)
Wenn es nach der Fachlichkeit und der Prinzipientreue geht - wäre der ideale Nachfolger für Arbeitsminister Jung in Hessen schon gefunden.

Der frühere Wirtschaftsminister Riehl (CDU) wäre der ideale und kompetente Nachfolger des glücklosen Hessen Jungs.

Es wäre wahrscheinlich für die Sachpolitik sogar eine Befreiung. Ein ehemaliger Kommunalpolitiker mit Wirtschaftskompetenz und Ordnungssinn in der Politik.

Einen besseren wird unsere Bundeskanzlerin in der CDU nicht finden.
justus39 (27.11.2009, 16:37 Uhr)
Die Wahrheit stirbt im Krieg zuerst

Wenn sich ein Staat an einem völkerrechtswidrigen Krieg beteiligt, es aber nicht als Krieg bezeichnen will und dabei ein unnötiges Massaker anrichten lässt, das er nicht wahrhaben will, und dabei hinnimmt dass Kinder und Frauen getötet werden, was er aber nicht zugeben will, dann ist der Kriegsminister nicht das letzte Opfer.

Über den Umfang des Massakers und über die Unverhältnismäßigkeit der Bombardierung gab es bereits drei Tage danach Berichte, Protokolle und Veröffentlichungen. Wer jetzt sagt, er wusste von nichts, der lügt.

janus55 (27.11.2009, 16:05 Uhr)
Ich bin froh,
daß dieser inkompetente und allglatte Jung von der politischen Bühne entfernt wurde. Hoffentlich bleibt dieser Schmierlappen für immer in der Versenkung. Er ist für kein Ministeramt geeignet - allenfalls als Lakai und Wasserträger. Und von dieser Sorte Bücklinge haben wir in diesem Land viel zu viele. Auch bei den rot-rot-grünen Genossen sind diese Typen zuhauf vertreten.
Sononja (27.11.2009, 15:50 Uhr)
Beachtlich
dass Jung überhaupt noch in den Spiegel schauen kann, ohne sich zu schämen. Naja, wenigstens tritt er ja jetzt zurück. Mal sehen welches großartige Amt er dann hier in Hessen bekommt. Wird er dann vielleicht Innenminister? Na, ein Trostpflästerchen von seinem Freund Koch wird doch wohl noch übrig sein. Mein Gott, mir kommen die Tränen.
Aber wenn ich mir vorstelle, dass evtl. Bouffier unser Arbeitsminster wird, oder etwa. die Frau Lautenschläger, Himmel hilf, dann ist die Muppetsshow in Berlin ja richtig perfekt. Mir tun schon die ganzen Arbeitslosen leid. Die haben nichts zu lachen.Mit dieser Personalie sind sie verlassen.
Tja, was ist eigentlich mit Mutti für alle? Die stellt sich jetzt sicher hin und sagt: "Tut mir leid, liebe Menschen, aber von alle dem habe ich nichts gewusst!" Fein raus, muss man schon sagen. Die ganze Regierung sollte zurücktreten. Wenn man die in einen Sack steckt und drauf schlägt, man trifft immer den richtigen.
Es ist nun mal so: Nur wer gut lügt kann in die Politik gehen.
Armes Deutschland! Wir werden noch viel ertragen müssen.
Sternchen2020 (27.11.2009, 15:49 Uhr)
@Tempelhofer
Was wirklich geschehen ist, möchten wir alle gerne wissen. Und ich befürchte eben, dass Verantwortliche glauben, nach Jungs Rücktritt sei alles überstanden. Doch wer war informiert, wenn nicht Jung? Niemand? Das nehme ich keinem Verantwortlichen in der Regierung ab. Weiß Merkel überhaupt, dass das Verhältnis zwischen Regierung und Parlament (welches ja uns Bürger vertritt) restlos gestört ist, wenn nicht sogar zerstört? Ich sehe keine Regung bei unserer Kanzlerin.

Zu den Zeiten des schrecklichen Vorfalls war innerhalb der Großen Koalition das Verteidigungsministerium durch die CDU besetzt. Wurde damals Merkel informiert, Jung aber nicht? Wer prüft das denn jetzt konkret nach?

Damals war Steinmeier Außenminister. War er vielleicht besser informiert, als Jung und/oder die Kanzlerin? Die SPD ist bekannt dafür, restlos alles dafür zu tun, um an den Strippen der Macht zu verbleiben.

Nur reine Spekulation, aber mehr bleibt den Bürgern ja nicht, wenn nicht einmal mehr die Medien recherchieren. In jedem Fall ist das ein haarsträubender Vorfall. Die Kanzlerin sieht es scheinbar gelassen, doch ihr Stuhl vibriert gefährlich.
Hans50 (27.11.2009, 15:36 Uhr)
etwas zu spät
Es gibt nur 2 mögliche Erklärungen für den etwas zu späten Rücktritt des Hr.Jung.
1. Dem Exminister mangelt es am "Durchblick" zu erkennen, wann seine Stunde geschlagen hat.
Oder 2. es ist alles nur Theater für das Wahlvolk, wie meistens.
L.Gleichmann (27.11.2009, 15:24 Uhr)
Wählen
Es ist eigentlich Zeitverschwendung. Effizienterweise sollte amn nur noch zur Konterrevolution gehen. ;-)
L.Gleichmann (27.11.2009, 15:20 Uhr)
Wissen ist Macht
Nichts wissen macht nichts.
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