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3. April 2009, 21:04 Uhr

Splitterfasernackt gegen die Nato

Nato, Nato.Gegner, Camp, Ganzau, Straßburg, Widerstand

Die Nato-Gegner bringen Unruhe ins beschauliche Elsaß, doch viele im Widerstands-Camp wollen einen friedlichen Protest© Boris Rössler/DPA

Dirk aus Freiburg sieht das ähnlich. Er ist schon seit einigen Jahren in der Antikriegsbewegung aktiv. "Die Nato führt gerade Krieg in Afghanistan und im Irak. Sie ist dazu da, die militärischen Interessen Deutschlands, Frankreichs und anderer westlicher Länder durchzusetzen", erklärt er und meint: "Merkel, Sarkozy und Obama wollen keine friedlichere Welt. Obama hat schon angekündigt, mehr Truppen nach Afghanistan zu schicken. Merkel hat den Einsatz dort als Prüfstein für die Nato bezeichnet. Die Situation dort ist katastrophal. Deshalb wollen wir auch in Straßburg unsere Forderung nach einem Abzug der Truppen deutlich machen." Oskar ärgert sich auch darüber, dass soviel Geld für das Militär ausgegeben wird. "Für Bundeswehreinsätze im Ausland ist Geld da, und wenn wir mehr Geld für Bildung fordern, wird gesagt, es wäre keines da. Jetzt in der Wirtschaftskrise ist das noch krasser: Milliarden wurde an die maroden Banken gezahlt, aber für soziale Verbesserungen ist angeblich nichts übrig. Gestern haben wir gehört, dass auch bei Daimler Stellen gestrichen werden. Wir sind nicht bereit für militärische Interventionen zu zahlen, die ein Großteil der Bevölkerung auch noch ablehnt."

Fotos mit nackten Hintern

Der Tag vor dem Gipfel neigt sich seinem Ende zu. Quer über die Wiese marschiert die Clownsarmee. Den ganzen Tag über war sie unterwegs. Beim Supermarkt gab es die ersten kühlen "Kontakte" mit französischen Polizisten. Ein Haufen einheimischer Jugendlicher hingegen fand die knollennasigen Demonstranten herrlich komisch und folgte ihnen feixend bis zum Eingang des Camps.

Bauer Michel Burgmann macht Feierabend, als die Lagerfeuer vor den Zelten angezündet werden. Über dem Gelände kreist ein Polizeihubschrauber. Darunter fliegen die ersten Schwalben dieses Jahres. Im Juli will Burgmann auf den Wiesen Weizen säen. Dann wird alles so sein wie immer und nichts mehr an die Aufregungen dieses Aprilwochenendes erinnern. Mit Ausnahme einiger Fotos vielleicht. Die schießen die Ganzauer derzeit mit ihren Handys. Die Motive: Die nackten Hintern und die bunten Pace-Fahnen der "autonomen Terrordancer".

Von Manuela Pfohl, Straßburg
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KOMMENTARE (10 von 21)
 
n8g8 (05.04.2009, 03:47 Uhr)
Scheee wars!!!
Super, welches Signal weltweit vom NATO-Gipfel ausgeht: Das angebliche Verteidigungsbündnis hat sich verteidigt!!! Ich bin echt geplättet. :-)
Die Bornierten haben sich mal wieder auf Steuerzahlerkosten vollgefressen und präsentiert für nichts - nur langsam aber stetig tickt ihre Uhr...
Bin schon gespannt, welche Strategie die Polizei demnächst verwendet - die der französischen Kollegen (= Demonstranten dürfen nur im Demo-Camp demonstrieren) ist ja offensichtlich nicht aufgegangen. *grinZZZ*
Im Übrigen drängt sich die Frage auf, warum der Einsatz von 15.000 (oder mehr) Polizeibeamten gerechtfertigt ist, wenn gerade einmal - laut offiziellen Angaben des Poli-Oberst aus BW (JA, das ist das Bundesland mit "dem" Lied-Gut) - 2 bis 3 Tausend Demonstranten vor Ort waren? *ironie*
Hauptsache, dem Obi, der Ausgemerkelten und Folter-Steini hat die Veranstaltung geschmeckt.
Fortsetzung folgt... gewiss.
*Solidarische Grüße - international*
Manz (05.04.2009, 00:38 Uhr)
Splitterfasernackt gegen die Nato
Wie kann es sein, dass Sie einem Vermummten ein Forum für ein Interview bieten!
Entweder Sie fordern die Abnahme der Vermummung vor dem Interview oder Sie verzichten auf das Bild in der Veröffentlichung im Internet!!!!
Wo bleibt da die Selbskontrolle innerhalb der Presse???
MfG
Dietmar Manz
Stern-Leser24 (04.04.2009, 22:14 Uhr)
Abfackeln...
Warum die immer wieder die falschen Objekte abfackeln, ist mir unbegreiflich.
·
Hochachtungsvoll
nach Diktat verreist.
whismerh2 (04.04.2009, 20:43 Uhr)
@admins
Danke für die kluge Löschung,
und das ihr die wichtigen Sachen habt stehen lassen.
Bei gewissen komments muss man halt hin und wieder unter die Gürtelinie
greifen
.
;-)
Dirk_37 (04.04.2009, 20:17 Uhr)
@franceinter
Wer war zuerst da, das Huhn oder das Ei? Würden die Demo´s so friedlich ablaufen, gäbe es auch keinen Grund für erhöhte Cortisol- bzw. Adrenalinwerte (und nicht Testosteron, sie Biologe:-) ).
Naja, ich befürworte Demonstrationen, aber den Polizisten die Schuld für gewaltbereite Schläger aus dem schwarzen Block zuschieben zu wollen, ist nur noch billig!MfG Dirk
franceinter (04.04.2009, 12:57 Uhr)
@knarf1966 - Ruhe ist die erste Bürgerpflicht
Wieso unterstellen Sie denn nur den Demonstranten Defizite in der Stressbewältigung? Wollen wir doch auch die Executive nicht außen vor lassen: Das Feindbild "Demonstranten" kann doch sicher auch bei Polizisten einen erhöhten Testosteronspiegel verursachen, oder nicht??? Das haben wir doch alles schon zur Genüge erlebt. Wenn die Hose zu eng wird, platzt sie. Protest muss man äußern dürfen, schon aus Gründen der Friedensliebe. Hier die Bürger, da die Chaoten - das ist doch nachgerade langweilig, da im aktuellen Fall eigentlich willkürlich alle Lager betroffen sind.
whismerh2 (04.04.2009, 11:08 Uhr)
@blendschockgranten
Laut aktueller Meldungen werden in Straßburg Blendschockgranaten eingesetzt.
Na Super, alles im Sinne der Demokratie und Meinugsfreiheit.
defacto Inselvorschlag ist wirklich eine kluge Lösung, nur kann man aber da nicht seine totalitäre Macht representieren.
Wer kann das schon wollen.
Pamela_1971 (04.04.2009, 10:39 Uhr)
Bedenkliche Entwicklungen...
Bedenklich, dass der eigentliche Skandal von den Medien überhaupt nicht thematisiert wird: Dass nämlich die antikapitalistischen und antimilitaristischen Proteste (von G8/Heiligendamm über das Reichstags-Gelöbnis in Berlin bis hin zum jetzigen Nato-Gipfel) nur noch fernab vom eigentlichen Geschehen geduldet werden, und die Staatschefs sich mit einem riesigen, übermächtigen Polizeiapparat von jeglicher kritischer Stimme hermetisch abschirmen lassen. Gleichzeitig hieß es gestern im TV (wie selbstverständlich!) dass zu Obama nur "treue ParteigängerInnen" von Sarkozy vorgelassen wurden. Das ergibt dann letztlich die gewünschten Bilder von Friede, Freude, Eierkuchen - ganz nach dem Geschmack der Nato-KriegsstrategInnen. Und die Staatschefs können - garantiert ungestört von lästigen Protesten - bei Schampus und leckeren Häppchen über neue Kriegsziele und -taktiken quatschen.
whismerh2 (04.04.2009, 10:27 Uhr)
@franceinter
Volle Zustimmung,
Ganz ehrlich, ich danke den ersten beiden postern, für die Info, seit unter anderem Heilgendamm ist das wohl übliche Pflicht seitens der Politkaste.
Orange Zone und so, da werden ja richtige Erinnerungen wach.
Keinen Deut besser wie ein faschistischer Überwachungsstaat.
Schon irgendwie merkwürdige, das sich jene Menschen so vor ihrem Volke schützen müssen oder dessen glauben zu müssen.
Fraggles (04.04.2009, 10:24 Uhr)
Ursache
und Wirkung kann man sehen wie man will. Aber danke für das "Lob" mit Pro7, wobei für Humor ehr andere Sender zuständig wären.
Es sind schon einige Gründe genannt worden. Sehr zutreffend ist z.b. die Tatsache das man in den Medien kaum was über die friedlichen Proteste zu hören bekommt, wenn aber 300 durchgeknallte Kids anfangen mit Steinen auf 15000 Polizisten loszugehn kommt das 10 min später auf sämtlichen Kanälen. Ich sag nicht das man sowas unter den Tisch kehren soll aber eine mediale Ausschlachtung ala Winnenden braucht kein Mensch und die Zahl der Nachahmer/Chaoten etc. steigt durch sowas nur noch. Ich vermisse einfach die Sachlichkeit in den Medien mittlerweile.
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