
Modell der geplanten Großmoschee in Köln, ihr Bau sorgt für Wirbel in der Millionenstadt© DPA/ Picture Alliance
E. R.: Wie es geschehen ist, war es ein riesiger
Fehler. Die Islamisierung wird Europa genauso zugrunde richten wie den Nahen Osten. Wir erleben heute eine Kolonisierung
durch die Türkei, gesteuert durch das dortige
Ministerium für religiöse Angelegenheiten,
verantwortlich für die meisten Moscheebauten in Deutschland. Es ist hanebüchen
und staatsrechtlich höchst bedenklich, dass
wir das dulden. Den Rest erledigt die demografische Entwicklung, die Europa binnen
weniger Jahrzehnte zwangsläufig islamisiert.
G. R.: Da kennst du aber die Türkei schlecht!
Die Hunderttausende türkischen Demokraten, die sich gegen die Islamisierung
wehren, was ist mit denen? Deine Vision,
dass Europa in 50 Jahren islamisch wird,
ist nicht haltbar. Im Allgemeinen werden
die Einwanderer in der dritten und vierten
Generation immer weiter integriert.
E. R.: Falsch! Wir haben heute die dritte
Generation, und das ist die am meisten islamisierte von allen.
G. R.: Die Leute sind gefährdet, wenn sie
außerhalb der Gesellschaft leben, deswegen bin ich gegen Ghettoisierung. Da hat
der Staat Fehler gemacht.
E. G.: Ich höre immer: der Staat! Du meinst
also wohl: mehr Bildung. Die Attentäter
vom 11. 9. waren gebildet ...
G. R.: ... aber die waren nicht Muslime der
dritten Generation in Deutschland.
E. G.: Die muslimischen Randalierer in
Frankreich sprechen fließend Französisch.
Die Frankfurter Universitätsbibliothek ist
oft voll mit Kopftuchfrauen. Die bereiten
sich kaum auf ihre Integration vor. Die
rüsten sich für die Islamisierung.
G. R.: Das ist doch Unsinn.
E. R.: Ja? Ich wurde in dieser Bibliothek
schon bedroht. Auf dem Weg ins Untergeschoss
verstellte mir ein bärtiger Muslim
den Weg. Ich könne da jetzt nicht rein. In
der Garderobe werde jetzt gebetet, sagte er.
Tatsächlich hatten Muslime den Raum besetzt.
Und so werden sie, sobald sie es können,
mit dem ganzen Land umgehen.
G. R.: Wenn die Mehrheit das nicht will, dann können wir es in der Tat vergessen.
G. R.: Da bin ich sogar dafür.
E. R.: Das ist aber interessant!
G. R.: Ich kann nicht jede Moschee gutheißen.
Es kommt auf die Träger an. Ich war
einmal in der Kuds-Moschee in Hamburg,
wo die Attentäter vom 11. September ein
und aus gegangen sind. Die ist vollkommen
radikal, ich verstehe nicht, warum die
nicht geschlossen wird.
E. R.: Jede Moschee ist ein geistiges und kulturelles
Zentrum, heute meist noch angereichert
mit Koranschule, Einkaufszentrum
und Café. Keine Kirche, wo immer weniger
Christen einmal pro Woche für ein knappes
Stündchen hingehen. In einer Moschee kann
man sich den ganzen Tag lang aufhalten. Und in der eigenen Parallelwelt leben. Jede
Moschee ist ein Bollwerk gegen Integration.
G. R.: Um Gottes willen! Der größte Teil
der Bevölkerung ist nicht muslimisch.
Auch unter den 3,2 Millionen Muslimen in
Deutschland ist die Mehrheit säkular eingestellt,
bekennt sich zur Verfassung.
E. R.: Was ist denn ein säkularer Muslim?
Das ist doch gar kein Muslim.
G. R.: Doch, das sind Kulturmuslime, die
ihren Glauben nicht mehr praktizieren, die
sich auch von den Predigten mancher
Imame abgestoßen fühlen. Die fühlen sich
aber dem islamischen Kulturkreis zugehörig.
Du bist ja plötzlich auch wieder Christ,
nachdem du früher Atheist warst.
E. R.: Der Islam ist ein Glaubensbekenntnis.
Muslime müssen den Koran wörtlich
nehmen, weil er eins zu eins Gottes Wort
wiedergibt. Niemand in der islamischen
Welt wagt zu behaupten, der Koran sei von
Mohammed verfasst. Deswegen tut man
sich so schwer, den Koran von seinen
aggressiven Inhalten zu befreien. Wer das
unternimmt, setzt sein Leben aufs Spiel.
E. R.: Das ist der Gipfel der Täuschung! Jedem
Muslim, der sich von seinem Glauben
lossagt, droht die Todesstrafe, alternativ
heute (wegen der internationalen Proteste)
die Einweisung in die Psychiatrie. Ist das
Zwang oder nicht?
G. R.: Das sind deine exegetischen Künste.
Alle Verse, von denen du meinst, sie sind
anti-islamisch ...
E. R.: ... die sind pro-islamisch, ich habe sie
nicht erfunden.
G.R.: ... die ziehst du wortwörtlich heran.
Alle anderen Verse, die man positiv interpretieren
kann, lässt du nicht gelten.
E. R.: Sie verlangen von mir jetzt ein strategisches Verhalten. Ein Bekenntnis zum Wohlfühldialog, wie er seit Jahren abläuft: Muslime stellen Forderungen und beschimpfen den, der sie nicht erfüllt, als Faschisten und Rassisten. Deswegen erfüllt man sie lieber und fühlt sich gut. Das mache ich nicht mit. Ich will einen Dialog über die Glaubensinhalte des Islam führen. Ich meine, dass dem Islam in Europa kein Platz eingeräumt werden darf, solange der Koran nicht mit den Menschenrechten in Übereinstimmung gebracht ist. Solange die Koranstelle gilt, dass ein Muslim mit Christen und Juden keinen Umgang haben darf, wird es keine Integration geben.
G. R.: Ich war nie ein Freund des Kommunismus, aber als der Ostblock zusammenbrach, habe ich gesagt, dass es sich auch schlecht auswirken könnte, weil ein Korrektiv gegenüber dem westlichen Kapitalismus wegfällt. Jetzt hat sich dieser globalisierte Wirtschaftswahnsinn durchgesetzt. Die Wirtschaftsbosse haben keine Scham mehr, und der Staat knickt ein. Hier könnte der Islam als spirituelle Gegenbewegung wirken. Man müsste im Islam stärker die sozialen Komponenten hervorheben und nicht die militanten.
G.R.: Nein, ich bin ein absoluter Gegner
dieser sogenannten Islamkonferenz, die
Innenminister Schäuble abhält. Sie werden
in den meisten islamischen Verbänden keine
aufgeklärten Muslime finden, die wollen
keinen Dialog. Und die Imame, die aus
Konya im tiefsten Anatolien hierhergeschickt
werden, sind sowieso die Pest. Die
sprechen ja nicht mal Deutsch. Noch
schlimmer sind all die selbst ernannten
Imame, die ohne jede theologische Ausbildung
sich als Sprecher aufspielen. Die
meisten aufgeklärten
Muslime sind gegen diese Verbände. Wir müssen die
fortschrittlichen Muslime ermutigen, den
Mund aufzumachen.
E. R.: Aufgeklärte Muslime? Nenne sie doch
einfach Ex-Muslime. Die werden zum Glück
immer mehr. Die unterstütze ich.
Übernommen aus ...
Stern
Ausgabe 25/2007