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19. Juni 2007, 11:05 Uhr

"Die rüsten für die Islamisierung!" - "Unsinn!"

Modell der geplanten Großmoschee in Köln, ihr Bau sorgt für Wirbel in der Millionenstadt© DPA/ Picture Alliance

War es ein Fehler, Muslime überhaupt nach Europa zu lassen?

E. R.: Wie es geschehen ist, war es ein riesiger Fehler. Die Islamisierung wird Europa genauso zugrunde richten wie den Nahen Osten. Wir erleben heute eine Kolonisierung durch die Türkei, gesteuert durch das dortige Ministerium für religiöse Angelegenheiten, verantwortlich für die meisten Moscheebauten in Deutschland. Es ist hanebüchen und staatsrechtlich höchst bedenklich, dass wir das dulden. Den Rest erledigt die demografische Entwicklung, die Europa binnen weniger Jahrzehnte zwangsläufig islamisiert.
G. R.: Da kennst du aber die Türkei schlecht! Die Hunderttausende türkischen Demokraten, die sich gegen die Islamisierung wehren, was ist mit denen? Deine Vision, dass Europa in 50 Jahren islamisch wird, ist nicht haltbar. Im Allgemeinen werden die Einwanderer in der dritten und vierten Generation immer weiter integriert.
E. R.: Falsch! Wir haben heute die dritte Generation, und das ist die am meisten islamisierte von allen.
G. R.: Die Leute sind gefährdet, wenn sie außerhalb der Gesellschaft leben, deswegen bin ich gegen Ghettoisierung. Da hat der Staat Fehler gemacht.
E. G.: Ich höre immer: der Staat! Du meinst also wohl: mehr Bildung. Die Attentäter vom 11. 9. waren gebildet ...
G. R.: ... aber die waren nicht Muslime der dritten Generation in Deutschland.
E. G.: Die muslimischen Randalierer in Frank­reich sprechen fließend Französisch. Die Frankfurter Universitätsbibliothek ist oft voll mit Kopftuchfrauen. Die bereiten sich kaum auf ihre Integration vor. Die rüsten sich für die Islamisierung.
G. R.: Das ist doch Unsinn.
E. R.: Ja? Ich wurde in dieser Bibliothek schon bedroht. Auf dem Weg ins Untergeschoss verstellte mir ein bärtiger Muslim den Weg. Ich könne da jetzt nicht rein. In der Garderobe werde jetzt gebetet, sagte er. Tatsächlich hatten Muslime den Raum besetzt. Und so werden sie, sobald sie es können, mit dem ganzen Land umgehen.

Besteht die Gefahr, dass die Bevölkerung mit einer wohlwollenden Integrierung von Muslimen überfordert wird?

G. R.: Wenn die Mehrheit das nicht will, dann können wir es in der Tat vergessen.

Ein Plebiszit ist in Deutschland aber nicht vorgesehen. Wenn wir das hätten, würden einige Moscheen nicht gebaut werden.

G. R.: Da bin ich sogar dafür.
E. R.: Das ist aber interessant!
G. R.: Ich kann nicht jede Moschee gutheißen. Es kommt auf die Träger an. Ich war einmal in der Kuds-Moschee in Hamburg, wo die Attentäter vom 11. September ein und aus gegangen sind. Die ist vollkommen radikal, ich verstehe nicht, warum die nicht geschlossen wird.
E. R.: Jede Moschee ist ein geistiges und kulturelles Zentrum, heute meist noch angereichert mit Koranschule, Einkaufszentrum und Café. Keine Kirche, wo immer weniger Christen einmal pro Woche für ein knappes Stündchen hingehen. In einer Moschee kann man sich den ganzen Tag lang aufhalten. Und in der eigenen Parallelwelt leben. Jede Moschee ist ein Bollwerk gegen Integration.

Fundamentalistische Muslime fordern bereits, dem wachsenden Einfluss des Islam müsse in naher Zukunft Rechnung getragen werden. Gedanken der Scharia sollten in das Grundgesetz aufgenommen werden.

G. R.: Um Gottes willen! Der größte Teil der Bevölkerung ist nicht muslimisch. Auch unter den 3,2 Millionen Muslimen in Deutschland ist die Mehrheit säkular eingestellt, bekennt sich zur Verfassung.
E. R.: Was ist denn ein säkularer Muslim? Das ist doch gar kein Muslim.
G. R.: Doch, das sind Kulturmuslime, die ihren Glauben nicht mehr praktizieren, die sich auch von den Predigten mancher Imame abgestoßen fühlen. Die fühlen sich aber dem islamischen Kulturkreis zugehörig. Du bist ja plötzlich auch wieder Christ, nachdem du früher Atheist warst.
E. R.: Der Islam ist ein Glaubensbekenntnis. Muslime müssen den Koran wörtlich nehmen, weil er eins zu eins Gottes Wort wiedergibt. Niemand in der islamischen Welt wagt zu behaupten, der Koran sei von Mohammed verfasst. Deswegen tut man sich so schwer, den Koran von seinen aggressiven Inhalten zu befreien. Wer das unternimmt, setzt sein Leben aufs Spiel.

Im Koran heißt es aber auch: "Es gibt keinen Zwang in der Religion."

E. R.: Das ist der Gipfel der Täuschung! Jedem Muslim, der sich von seinem Glauben lossagt, droht die Todesstrafe, alternativ heute (wegen der internationalen Proteste) die Einweisung in die Psychiatrie. Ist das Zwang oder nicht?
G. R.: Das sind deine exegetischen Künste. Alle Verse, von denen du meinst, sie sind anti-islamisch ...
E. R.: ... die sind pro-islamisch, ich habe sie nicht erfunden.
G.R.: ... die ziehst du wortwörtlich heran. Alle anderen Verse, die man positiv interpretieren kann, lässt du nicht gelten.

Führt es nicht geradewegs in die Konfrontation mit den hier lebenden Muslimen, wenn man den Islam nur negativ darstellt?

E. R.: Sie verlangen von mir jetzt ein strategisches Verhalten. Ein Bekenntnis zum Wohlfühldialog, wie er seit Jahren abläuft: Muslime stellen Forderungen und beschimpfen den, der sie nicht erfüllt, als Faschisten und Rassisten. Deswegen erfüllt man sie lieber und fühlt sich gut. Das mache ich nicht mit. Ich will einen Dialog über die Glaubensinhalte des Islam führen. Ich meine, dass dem Islam in Europa kein Platz eingeräumt werden darf, solange der Koran nicht mit den Menschenrechten in Übereinstimmung gebracht ist. Solange die Koranstelle gilt, dass ein Muslim mit Christen und Juden keinen Umgang haben darf, wird es keine Integration geben.

Kann der Islam auch positive Impulse bringen?

G. R.: Ich war nie ein Freund des Kommunismus, aber als der Ostblock zusammenbrach, habe ich gesagt, dass es sich auch schlecht auswirken könnte, weil ein Korrektiv gegenüber dem westlichen Kapitalismus wegfällt. Jetzt hat sich dieser globalisierte Wirtschaftswahnsinn durchgesetzt. Die Wirtschaftsbosse haben keine Scham mehr, und der Staat knickt ein. Hier könnte der Islam als spirituelle Gegenbewegung wirken. Man müsste im Islam stärker die sozialen Komponenten hervorheben und nicht die militanten.

Könnten die islamischen Verbände ein Ansprechpartner sein?

G.R.: Nein, ich bin ein absoluter Gegner dieser sogenannten Islamkonferenz, die Innenminister Schäuble abhält. Sie werden in den meisten islamischen Verbänden keine aufgeklärten Muslime finden, die wollen keinen Dialog. Und die Imame, die aus Konya im tiefsten Anatolien hierhergeschickt werden, sind sowieso die Pest. Die sprechen ja nicht mal Deutsch. Noch schlimmer sind all die selbst ernannten Imame, die ohne jede theologische Ausbildung sich als Sprecher aufspielen. Die meisten aufgeklärten Muslime sind gegen diese Verbände. Wir müssen die fortschrittlichen Muslime ermutigen, den Mund aufzumachen.
E. R.: Aufgeklärte Muslime? Nenne sie doch einfach Ex-Muslime. Die werden zum Glück immer mehr. Die unterstütze ich.

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 25/2007

Interview: Gerd Elendt, Albrecht Metzger und Ahmet Senyurt
Seite 1: "Die rüsten für die Islamisierung!" - "Unsinn!"
Seite 2: War es ein Fehler, Muslime überhaupt nach Europa zu lassen?
 
 
 
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