4. August 2012, 15:50 Uhr

Wo urlaubsreife Euroretter Ferien machen

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Sahra in love - mit Oskar Lafontaine, Spiritus rector der Linkspartei©

Wer?
Sahra Wagenknecht, Vorzeige-Linke, mit Lebensgefährte Oskar Lafontaine

Wohin?
Nach Nirgendwo. Beziehungsweise Balkonien. Das relativ frisch verliebte Politikerpaar bleibt im Saargau, genauer: im Silwingen, einem 400 Einwohner zählenden, nun ja, Stadtteil von Merzig. Dort haben die beiden erst vor wenigen Wochen ein Haus bezogen. Für kulinarische und kulturelle Abstecher bietet sich Frankreich an. Zur Grenze sind es von Silwingen nur acht Kilometer.

Was wollen sie da?
Hämmern und Picheln. Gibt natürlich, wie es sich gehört, guten Roten im Haus – und im Übrigen einiges zu tun nach dem Einzug. Wobei Wagenknecht die Arbeitshosen anhat. Beim Aufbau von Ikea-Möbeln sei sie Oskar überlegen, "darin habe ich einfach mehr Übung." Der Rest der Arbeit wird gerecht geteilt: Sie schreibt an ihrer Dissertation, er kümmert sich um das Essen.

Was wollen sie uns damit sagen?
"Wer nichts zu bieten hat, soll doch einfach in Urlaub fahren." Hat Oskar den zerstrittenen Genossen kürzlich zugerufen. Damit ist eigentlich alles gesagt. Die unterschwellige Botschaft lautet: Während die Kanzlerin in Südtirol und auf Festspielen rummerkelt, wissen wir in diesen Krisenzeiten, wo unser Platz ist. Wir arbeiten weiter an Lösungen zur internationalen Finanzkrise und an der Entmachtung der Märkte.

Wiederholungstäterfaktor?
Gering. Wenn die letzte Zeile geschrieben, das letzte Billy zusammengeschraubt ist, geht´s sicher wieder hinaus in die Welt. Vor gut einem halben Jahr war das Paar zusammen auf Madeira.

Was wäre auch mal nicht schlecht?
Galapagos. Ist echt weit weg. Es stört einen keiner. Und man selbst auch nur ein paar Warane.

Lektüreempfehlung?
Was, bitte, empfiehlt man zwei Menschen, die schon so ziemlich alles gelesen haben, was man so lesen muss, literarische wie die anderen Klassiker? Vielleicht mal was richtig Hartes: Don Winslows Thriller "Zeiten des Zorns". Ein echt blutiger Krieg, dabei geht's nur um Drogen, nicht um Doktrinen oder Parteivorsitze. Kernsatz: "Du hast dich selbst zu dem gemacht, der du jetzt bist."

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