. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
20. Juni 2008, 09:27 Uhr

Kurt Beck fühlt sich gemobbt

Beck will authentisch bleiben

Zirka 20 Prozent hat die SPD bei Umfragen noch. Becks persönliche Werte sind desaströs. Meinungsforscher sagen, Becks negatives Image sei mittlerweile in Beton gegossen, es sei nicht mehr aufzubrechen. Die Debatte über diese Befunde verstärkt die Befunde noch, niemand mag in Berlin noch einen Euro auf ihn wetten. Bei der SPD halten sie ihn, weil sie keinen anderen haben. "Mobbing", sagt Beck im Reisebus. Das sei Mobbing, was die Presse mit ihm betreibe. Da gebe es politische Gründe, den Mindestlohn bei der Post etwa, der ihm den Zorn des Springer-Verlages eingetragen habe. Es gebe aber auch andere Gründe, die schiere Freude der Journalisten am Jagen zum Beispiel. Beck zitiert einzelne Sätze. "Wie kann denn eine gescheite Frau wie Schwan den gut finden?", habe er über sich gelesen. So etwas empört ihn zutiefst. Dass er zu einem Parteilinken erklärt werde - lächerlich. Eigene Fehler? "Die paar Sätze in Hamburg", sagt Beck, er meint seine ersten Äußerungen zu Bündnissen im Westen mit der Linkspartei. Er hat es satt, sich zu entschuldigen.

Berlin, die Partei, der Bus fährt Richtung Winnweiler, dort steht eine Schule, die Beck besuchen soll. Er sagt es nochmal, wie schon so oft auf dieser Reise: Er wolle keine Medienberater, keine Spin-Doktoren, die sein Bild in der Öffentlichkeit schön malen. Stylisten, Imageberater, Redenschreiber, Rhetorik-Trainer, die ganze Corona, die Toppolitiker in Berlin umgibt - nichts für Beck. Als sich ein Fotograf bei einem Stopp vor ihm auf den Boden wirft, von unten ein Bild aufnimmt, eine Perspektive, die üblicherweise unvorteilhaft ist und bei der Kanzlerin deswegen völlig tabu, rührt sich Beck keinen Millimeter. Er will authentisch bleiben, bei seiner "Linnje". Dafür erntet er in Rheinland-Pfalz Anerkennung. Und Spott in Berlin.

"Da mache mehr gleisch Näschel mit Köppe"

"Beck ist nur für 29 Prozent der beste SPD-Kanzlerkandidat", lautet die Schlagzeile der "Rheinpfalz" an diesem Tag. Die Zeitung hatte beim Frühstück im Hotel überall ausgelegen. 29 Prozent - das ist Becks Wert in Rheinland-Pfalz, auch der fällt nun. "Dass sich vieles hier auf das Land durchschlägt", sagt Beck im Bus, "das tut mir leid für meine Leute." Einer dieser Leute ist der Bundestagsabgeordnete Gustav Herzog, es ist sein Wahlkreis, durch den Beck gerade tourt. Herzog sagt, unter den SPD-Mitgliedern in der Pfalz würden sich viele fragen: "Warum tut sich Beck das an?" Und: "Was machen die mit unserem Kurt?" Vermutlich fragen sie sich auch, was Beck ihnen antut - und was das mit ihren Mandaten macht. Aber das sagt Herzog freilich nicht. Nur so viel: "Das ist nicht seine Art". Wobei "Das" für Berlin steht. Also ist das Experiment gescheitert. Beck wollte seinen Politikstil made in Rheinland-Pfalz nach Berlin exportieren. Doch dort gibt es keine absolute Mehrheit, keine Loyalität, keine kontrollierbaren Diskussionsprozesse und keine schnellen Lösungen. Nun importiert Beck seine Berliner Probleme nach Rheinland-Pfalz. Ein verdammt schlechter Deal.

Letzte Station: Mittagessen im "Saatgut" in Gerbach, einem wunderschönen Hof mit Restauration, es gibt Rollbraten, Kartoffelgratin, Möhrensalat, Bier. Derbe Hausmannskost. Beck entspannt sich. Links vor ihm sitzt der Bürgermeister, rechts der Landrat. Der Bürgermeister braucht Geld für eine neue Straße, um sein Dorf ruhiger zu machen. Beck sagt ihm, er soll nach dem Mittagessen einfach mit ins Auto kommen, das könne man auf der Rückfahrt nach Mainz besprechen. Der Landrat soll auch mit, "da mache mehr gleisch Näschel mit Köppe". So läuft es im Land. Kleiner Dienstweg, ein Wohltäter, und der heißt Beck. Berlin ist in diesen Momenten ziemlich weit weg, oder? Er wolle jetzt diese zehn Minuten hier mal in der Sonne genießen, sagt Beck. Und abends Fußball gucken.

Von Lutz Kinkel
Seite 1: Kurt Beck fühlt sich gemobbt
Seite 2: Beck will authentisch bleiben
 
 
KOMMENTARE (10 von 36)
 
MamfredBuchholz (23.06.2008, 15:22 Uhr)
@ terrax
wer hier höchstgradig dumm daherplappert, lassen wir mal dahingestellt. Meinungen, die von Ihrer abweichen, müssen noch lange keinen Werbeflyern entstammen. Sie haben einfach zuviel Phantasy-Bücher gelesen
MamfredBuchholz (23.06.2008, 15:17 Uhr)
@schnaafpaaf
vielleicht gibt es ja für leute wie ganzbaf eine entschwafelungsanlage
Marsmann (21.06.2008, 09:00 Uhr)
im sozialdemokratischen Sinn der Beste
Herr Beck hat vollkommen Recht! Nur weil er sich und seiner Partei in einer sehr schwierigen Situation den Handlungsspielraum nach links nicht einengen will und sich nicht irgendwelchen diesbezüglichen Beschlußforderungen von, von wem auch immer, vergatterten Scheinsozialdemokraten unterordnen will, wird er von der Mehrheit der Meinungsmacher schlechtgeredet. Ob die hoffen, dann vielleicht mal bei Frau Merkel auf den Schoss zu dürfen! - Oder, was schlimmer wäre, stecken da ganz andere Interessen dahinter?!
Schnaafpaaf (20.06.2008, 20:41 Uhr)
Menschenskind, ganzbaf,
hören Sie doch endlich mal auf mit Ihrem immer gleichen Gefasel. Ist ja langsam zum Ko..en und überhaupt nicht mehr interessant, nur lästig.
ganzbaf (20.06.2008, 18:47 Uhr)
Die intriganten Wadenbeisser...

vom Seeheimer Scheiss halt...
Die Mischpoke gehört vollumfänglich zur CDU/FDP entsorgt!
terrax (20.06.2008, 17:31 Uhr)
@Oetker333
Na dann schauen Sie sich mal die Videos von Prof. Dr. Schachtschneider an... (bitte nicht nur den ersten Teil schauen) Dann werden auch Sie feststellen das der Vertrag nicht OK. ist.
http://de.youtube.com/view_play_list?p=86EF311FC83D1447
Oetker333 (20.06.2008, 17:27 Uhr)
Soso
ich habe bis her nichts schlimmes im neuen EU-Vertrag von Lissabon gelesen. Wer mir etwas KONKRETES mitteilen will warum es trotzdem ungerecht ist dann will ich gerne zu hören. Die Politik der Linken klingt zwar schön sind aber überhaupt nicht realisierbar. Die Haushaltssanierung muss Vorrang haben.
terrax (20.06.2008, 17:20 Uhr)
@Manfred Buchholz
Wenn Sie sonst nichts zu sagen haben, dann ist das traurig. Wo haben Sie denn Ihre Argumente her? Aus nem Werbeflyer einer bestimmten Partei?
"Um das Land aber für die Zukunft fit zu machen, werden weitere Reformen, wie ein einfaches Steuersystem, ein grundlegend anderes Gesundheitswesen, eine nur noch zum Teil umlagefinanzierte Rente und vor allem ein komplett deregulierter Arbeitsmarkt folgen müssen."
Hört sich zumindest so an. Ich bin Aktien und Devisenhändler und ich weiß bestens wie das hier in Deutschland läuft mit den Arbeitnehmern. Sie aber anscheinend nicht und ihren Worten nach klingt das so als ob Sie einer großen Volkspartei alles nachplappern.
MamfredBuchholz (20.06.2008, 16:57 Uhr)
ja isabella
jetzt beruhigen Sie sich wieder. es ist niemand hinter Ihnen her. Sie haben nur geträumt. Ist alles in Ordnung ;-)
MamfredBuchholz (20.06.2008, 16:55 Uhr)
@terrax
ich stelle hier auch nicht so haarsträubende behauptungen auf wie sie
MEHR ZUM ARTIKEL
Patient SPD Die Jusos - eine zerrüttete Jugend

Die Zeit, als Deutschlands Polit-Jugend noch rockte, ist lange vorbei. Vor allem die Jusos sind seit Jahren in der Krise. Jetzt hat ihre Vorsitzende Franziska Drohsel eine neue, alte Parole ausgegeben: Sozialismus! Sie bringt sich damit selbst in Bedrängnis. mehr...

Aktionsplan zur Kinderarmut Beck will wieder in die Offensive

Endlich mal nicht um die K-Frage kreisen, endlich mal wieder über Themen und Konzepte reden - nichts anderes wollte Kurt Beck. Am Montag stellte er in Berlin einen Aktionsplan gegen Kinderarmut vor. Und sah nicht gut dabei aus. mehr...

Regierung CDU-Wirtschaftsrat kritisiert Staatswirtschaft

Kritik an der Arbeit der Großen Koalition: Der CDU-Wirtschaftsrat hat der Regierung vorgeworfen, auf dem Weg in eine Staatswirtschaft zu sein. Für viele beklagte Tendenzen sei die SPD verantwortlich. Aber auch Kanzlerin Angela Merkel sei nicht konsequent genug. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe